• 30.10.2012, 10:21:37
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Trio des Jahres: KMU europaweit noch stärker ins Blickfeld rücken

Mitterlehner: Mittelstand ist Jobmotor, Innovationsträger und Wachstumsbringer - Leitl: Duale Ausbildung als Waffe gegen Jugendarbeitslosigkeit einsetzen

Utl.: Mitterlehner: Mittelstand ist Jobmotor, Innovationsträger und
Wachstumsbringer - Leitl: Duale Ausbildung als Waffe gegen
Jugendarbeitslosigkeit einsetzen=

Wien (OTS/PWK785) - Von den 300.000 rot-weiß-roten kleinen und
mittleren Betrieben stachen in diesem Jahr drei besonders hervor.
Sie wurden gestern, Montagabend, von Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit dem
"Trio des Jahres" ausgezeichnet. Dieser hochkarätige Unternehmerpreis
wurde nun bereits zum 20. Mal vergeben . Das Jubiläumstrio 2012 sind
im Gewerbe: 1zu1 Prototypen, Vorarlberg, im Handwerk: Gartenleben,
Niederösterreich, und in der Kategorie Dienstleistung: Kiska,
Salzburg.

Eine Lanze für mehr Europa brach WKÖ-Präsident Christoph Leitl in
seiner Festansprache. Sollte Europa jetzt nicht die Chance einer
Vertiefung nutzen und stattdessen auf Renationalisierung setzen, sei
die Rolle Europas auf globaler Ebene bedroht. Insbesondere im Bereich
der Jugendarbeitslosigkeit müsse man nun tätig werden und konkrete
Maßnahmen setzen. Österreich zeige hier mit der noch vor einigen
Jahren belächelten dualen Ausbildung, wie man hier erfolgreich sein
könne. In Ländern, in denen es die duale Ausbildung gebe, liege die
Jugendarbeitslosigkeit im Durchschnitt bei acht Prozent, in Ländern
ohne vergleichbare Ausbildungswege bei 25 Prozent. "Wir müssen
Allgemeinbildung und berufliche Bildung optimal miteinander
verbinden", so Leitl.

In Österreich setze man zudem mit dem Projekt "Lehre mit Matura"
die Durchlässigkeit im Bildungssystem, zudem gebe es mit der
integrativen Berufsausbildung einen guten Ansatz, um Lehrlinge auch
in Problemsituationen zu unterstützen, ihre Ausbildung abzuschließen.
Dass das heimische System funktioniere, zeige das aktuelle
Abschneiden der heimischen Lehrlinge bei den EuroSkills: 18 von 22
Medaillen und 11 von 14 Goldmedaillen gehen allein auf das Konto von
Gewerbe- und Handwerksbetriebe bzw. Betriebe der Sparte Information
und Consulting, also der beiden Sparten, die das "Trio des Jahres"
auszeichnen. In den 20 Jahren seit Bestehen des "Trio des Jahres"
hätten die ausgezeichneten Betriebe mit ihren Leistungen gezeigt,
dass sie Optimisten seien - und dies sei in Zeiten wie diesen
wichtiger denn je.

Mitterlehner: KMU haben Herausforderungen gut bewältigt

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wies auf die besondere
Bedeutung der KMU als Jobmotor, Innovationsträger und
Wachstumsbringer hin. In den vergangenen Jahren habe gerade der
heimische Mittelstand mehrfach unter Beweis gestellt, dass er
Herausforderungen gut bewältigen könne. Als Beispiele dafür nannte
der Wirtschaftsminister die Arbeitnehmerfreizügigkeit oder das
Herkunftslandprinzip. "Unsere Betriebe sind offener und mutiger
geworden und haben ihre Chancen genutzt", so Mitterlehner. Als Erfolg
sei zudem die steigende Beteiligung von KMU im Export zu sehen. Im
Rahmen der laufenden Exportinitiative "go international" will
Mitterlehner zusätzliche 2.000 KMU zu Exporteuren machen.

Als Herausforderungen nannte Mitterlehner unter anderem die
Steigerung der Eigenkapitalquote der Betriebe, die sich innerhalb von
10 Jahren von rund 20 Prozent auf etwa 28,5 Prozent im Schnitt erhöht
habe. Angesichts von Basel III seien aber weitere Anstrengungen
notwendig. Unterstützend wirken Maßnahmen wie die
Jungunternehmeroffensive, mit der künftig die Risikokapitalversorgung
in Österreich deutlich verbessert wird. Mitterlehner will zudem die
Innovationstätigkeit der Unternehmen forcieren, da hohe F&E-Quoten zu
deutlich höheren Wachstums- und Beschäftigungsraten in den Betrieben
führen.

WKÖ mit vielfältigen Serviceleistungen für Betriebe

Die Spartenobmänner Konrad Steindl, Bundessparte Gewerbe und
Handwerk, und Hans-Jürgen Pollirer wiesen auf die vielfältigen
Serviceleistungen hin, auf die die rund 300.000 Unternehmen der
Sparten zurückgreifen können. Steindl nannte hier etwa den
Kreativcheck, mit dem Unternehmen Unterstützung erhalten, um
Innovationen am Markt umzusetzen. Diese erhalten hierfür eine
Unterstützung von 5.000 Euro. Während Gewerbe und Handwerk größter
heimischer Arbeitgeber mit stabilen Beschäftigungsquoten sei,
verzeichnete die Sparte Information und Consulting in den 10 Jahren
ihres Bestehens ein Plus an Mitgliedsunternehmen von einem Drittel
auf aktuell 115.000. Zudem sei man mit etwa 6.000
Unternehmensgründungen pro Jahr höchst aktiv, so Pollirer. Zudem
bestehe mit dem hohen Anteil an Ein-Personen-Unternehmen eine
besondere Herausforderung einer maßgeschneiderten
Mitgliederbetreuung. So habe man hier etwa mit Expertengruppen
(Funktionäre und Mitglieder setzen sich gemeinsam über neue Themen
auseinander) einen guten Ansatz gefunden.

"Europas kleine und mittlere Unternehmen sind für zwei Drittel
aller Jobs und 60 Prozent der Wertschöpfung verantwortlich. Deshalb
ist es wichtig, die KMU noch stärker ins Blickfeld zu rücken",
betonte die Präsidentin der UEAPME, Gunilla Almgren, im Rahmen der
Preisverleihung zum "Trio des Jahres". Wenn es der EU in Zukunft
besser gehen solle, dann gelte es, die 20 Millionen Arbeitslosen in
Arbeit zu bringen und insbesondere im Bereich der
Jugendarbeitslosigkeit rasch Maßnahmen zu setzen. Österreich als
eines der Länder mit einem dualen Ausbildungssystem sei hier
gefordert, seinen Input einzubringen, so Almgren, die der WKÖ dafür
dankte, auf europäischer Ebene als treibende Kraft aktiv zu sein.

Aus Sicht der Mitveranstalter des "Trio des Jahres", dem Trend
Verlag und der Bank Austria, stehen die KMU als Rückgrat der
heimischen Wirtschaft klar im Mittelpunkt. Reginald Benisch, Mitglied
der trend-Chefredaktion, betonte zudem die Bedeutung der KMU in der
Ausbildung, die er als "Konkurrenzvorteil" bezeichnete. Gleichzeitig
regte er eine Verbesserung der Finanzierungssituation der KMU an, um
zu einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalsituation der
Betriebe zu kommen.

Rainer Hauser, Vorstandsmitglied der Bank Austria, sieht im "Trio
des Jahres" einen alljährlichen Fixpunkt, um die Säulen der
Volkswirtschaft auszuzeichnen. Die Bank Austria setze aktuell einen
Schwerpunkt bei der Betriebsübergabe und -nachfolge. Zudem biete die
Bank Austria als erste Bank in Europa Kredite im Rahmen des "Risk
Sharing Instrument" (RSI) an - einer gemeinsamen Initiative der
European Investment Bank Group und der Europäischen Kommission. Diese
Vereinbarung ermöglicht es der UniCredit Bank Austria, in den
nächsten beiden Jahren innovativen Unternehmen Kredite in Höhe von
insgesamt bis zu 120 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen und
damit Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. (us)

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