• 26.10.2012, 10:00:35
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Landeshauptmann Wallner für allgemeine Wehrpflicht

Bregenz (OTS/VLK) - Anlässlich des Nationalfeiertags nimmt
Landeshauptmann Markus Wallner Stellung zur laufenden
Wehrpflichtdebatte. Er tritt für die Beibehaltung der allgemeinen
Wehrpflicht ein. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum eine im Krisen-
und Katastrophenfall bis heute gut bewährte und funktionierende
Sicherheitsinfrastruktur ersetzt werden solle.

Das System der allgemeinen Wehrpflicht habe in den vergangenen Jahren
mehrfach den Beweis angetreten, dass es funktioniere, betont Wallner.
Es sei unbestritten, dass das Bundesheer Reformbedarf habe, denn
jeder Präsenzdiener soll einen Nutzen aus einer sinnvollen Zeit beim
Bundesheer für das spätere Leben ziehen.

"Sicherheit läßt sich nicht von oben verordnen"

Speziell Vorarlberg brauche jedoch vor Ort genügend einsatzbereite
Kräfte, die imstande seien, professionell und rasch Hilfe zu leisten.
Wallner erinnert in diesem Zusammenhang an die bedeutende Rolle des
Bundesheeres vor allem bei den Hochwasserkatastrophen in Vorarlberg,
zuletzt im Jahr 2005. "Sicherheit lässt sich nicht von oben
verordnen. Wir brauchen Strukturen im Land, um im Bedarfsfall rasch
helfen zu können." Ziel muss es also sein, die bestmögliche
Sicherheit für unser Land und die Bevölkerung auf Basis der drei
Säulen - dem optimierten Wehrdienst mit einer professionalisierten
Miliz zum Schutz der Heimat, dem Katastrophendienst und dem
Zivildienst als Lebensader des sozialen Ehrenamtes zu gewährleisten,
so Wallner.

Der Landeshauptmann stellt gleichzeitig die Finanzierungsfrage, da
ein Berufsheer höhere Kosten verursacht. "Wenn der Zivildienst durch
den Fall der Wehrpflicht abgeschafft wird, muss das notwendige
Personal von den Gemeinden und dem Land bezahlt werden." Bei den 96
Vorarlberger Trägern des Zivildienstes mit rund 750 anerkannten
Zivildienstplätzen sind etwa 650 Zivildiener schwerpunktmäßig in den
Bereichen Hilfs- und Rettungswesen, Behinderten-, Alten-, Kranken-
und Sozialhilfe sowie weiteren sozialen Diensten tätig. "Der
Zivildienst gibt vielen jungen Menschen die Chance, soziale
Verantwortung für die Mitmenschen zu übernehmen", führt Wallner an,
"ein Wegfall bedeutet Entsolidarisierung der Gesellschaft".

Kurzsichtig weil kurzfristig

Die von Verteidigungsminister Norbert Darabos geplante Abschaffung
der Wehrpflicht binnen eines Jahres berge also viele Risiken, lautet
Wallners Fazit: "Kein funktionierendes Berufsheer, keine rasch
verfügbare Hilfe im Katastropheneinsatz, keine Alternative zum
Zivildienst - und das ganze bei höheren Kosten."

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