- 24.10.2012, 11:35:48
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BZÖ: Bucher und Haubner fordern Arbeitsmarktreifeprüfung nach Pflichtschulzeit
Wien (OTS) - BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher forderte heute im
Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit BZÖ-Bildungssprecherin
Abg. Ursula Haubner eine Arbeitsmarktreife nach der Pflichtschulzeit,
um auch den Unternehmen eine Vergleichbarkeit und auch die Sicherheit
betreffend der Kompetenzen der Lehrstellenwerber zu geben. "Während
Spindelegger heute eine Schönwetterrede hält, möchte das BZÖ, dass
die rot-schwarze Bundesregierung endlich einmal Taten setzt. Denn die
Situation ist dramatisch. 27,5 Prozent von Österreichs Jugendlichen
haben eine Leseschwäche. Jeder siebente Pflichtschulabgänger kann
nicht schreiben und lesen. 75.000 Jugendliche haben keinen
Pflichtschulabschluss und sind auch nicht in Ausbildung. Gleichzeitig
suchen gerade kleine und mittlere Unternehmen verzweifelt
qualifizierte Lehrlinge. Die unqualifizierten Jugendlichen von heute
sind die Sozialhilfeempfänger von morgen", erklärte Bucher.
Bucher sieht diese Arbeitsmarktreifeprüfung nach Pflichtschulende als
"mittlere Matura". "Mit diesem Qualifikations-Check wollen wir die
Jugendarbeitslosigkeit aktiv bekämpfen und auch den Lehrberuf
aufwerten. Denn wir schaffen es noch immer nicht, die vielen offenen
Lehrstellen zu füllen."
Haubner betonte, dass eine gute Ausbildung sowohl den Menschen als
auch den Unternehmen eine Reihe an Chancen ermögliche. Daher müsse
massiv bei der kindlichen Frühförderung, d.h. bereits im Kindergarten
angesetzt werden. Denn es sei zwar in den vergangenen Jahren Einiges
geschehen - Stichwort verpflichtendes Kindergartenjahr - die
wesentlichen Reformen hätten jedoch nicht stattgefunden. "Eine Studie
besagt, dass jeder Euro, der in die frühkindliche Bildung investiert
wird, mindestens acht Euro volkswirtschaftlichen Nutzen bringt. Es
muss daher vor Schuleintritt vor allem die sprachliche Entwicklung
gefördert und dann auch beurteilt werden."
Die BZÖ-Bildungssprecherin forderte, auch im vorschulischen Bereich
die Kompetenzen beim Bund zu vereinheitlichen. Außerdem müssten etwa
bei der Gruppengröße oder bei der Raumausstattung österreichweit
einheitliche Rahmenbedingungen herrschen und flexible Öffnungszeiten
angeboten werden. Weiters verlangte Haubner eine Aufwertung der
Ausbildung der Kindergartenpädagogen und deren Assistenten sowie ein
einheitliches Gehaltschema für diese Gruppe. "Beim derzeitigen
Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Gemeinden kennt sich
keiner mehr aus. Hier muss es österreichweit gleiche Standards
geben", sagte Haubner.
Zur Forderung nach einer Arbeitsmarktreife sagte Haubner, dass diese
eine massive Aufwertung des Pflichtschulabschlusses darstellen würde.
Denn derzeit sei der Pflichtschulabschluss nur ein zeitlicher
Abschluss. Außerdem bräuchte man in den polytechnischen Schulen mehr
Berufsorientierung. "Nach dem Bildungsvolksbegehren ist dieses
wichtige Thema wieder eingeschlafen. Es ist jetzt aber keine Zeit
mehr für Stillstand. Die Regierung soll endlich Handeln und durch
diese Maßnahmen den jungen Menschen sowie den Unternehmen mehr
Chancen ermöglichen", so Haubner.
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