- 17.10.2012, 11:47:40
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Pilotprojekte - Darabos: Heer ohne Wehrpflicht funktioniert
Über 2.000 Bewerber für die Profi-Miliz - 50 Bedienstete ersetzen 400 Grundwehrdiener in Heeresliegenschaften
Utl.: Über 2.000 Bewerber für die Profi-Miliz - 50 Bedienstete
ersetzen 400 Grundwehrdiener in Heeresliegenschaften=
Wien (OTS/BMLVS) - Eine positive Zwischenbilanz zieht
Verteidigungsminister Norbert Darabos über die von ihm initiierten
Pilotprojekte zur Professionalisierung des Bundesheeres. "Die
Projekte beweisen nicht nur, dass sich für Miliz und Truppe genügend
Freiwillige finden, sie zeigen auch, wie das System auch ohne
Wehrpflicht funktioniert", sagt Darabos bei einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit an den Pilotprojekten beteiligten
Truppen-Offizieren.
Ziel der Projekte ist es, die Machbarkeit einer Berufs- und
Freiwilligenarmee in Österreich zu zeigen. Zu diesem Zweck werden (1)
zwei Kompanien einer sogenannten "Profi-Miliz" aufgestellt, die zu
regelmäßigen Übungen einberufen und für Einsätze im Inland
herangezogen werden, (2) mehrere Heeresliegenschaften ohne den
Einsatz von Grundwehrdienern betrieben und (3) ein Bataillon, das
ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten besteht, aufgestellt.
Der Andrang zu den Pilotprojekten ist groß. Für die Profi-Miliz gibt
es bereits 2.000 Bewerbungen, das entspricht etwa 10 Bewerbern pro
Stelle. "Diese Leute wollen freiwillig, neben ihrem Job oder dem
Studium, ihren Beitrag zur Landesverteidigung leisten", so Darabos.
130 Bewerber haben die strengen Aufnahmetests bereits absolviert und
sind somit Teil der neuen Miliz. Bereits im kommenden Jahr werden die
beiden neuen Kompanien - eine in Niederösterreich, eine in Salzburg -
vor allem für Einsätze zur Katastrophenhilfe bereit stehen.
Oberstleutnant der Miliz Michael Blaha, Kommandant des
Jägerbataillons Wien 1: "Wer mehr übt ist am Ende einsatzbereiter.
Das Pilotprojekt erhöht damit die Chance, dass die Miliz wirklich zum
Einsatz kommt." Am Ende werde man durch das regelmäßige und
verstärktes Üben sicherstellen, "dass Profis am Werk sind."
Schon am 1. Dezember 2012 starten zwei Heeresliegenschaften den
Betrieb komplett ohne Grundwehrdiener. Weitere vier Standorte
verzichten ab 1. Jänner 2013 auf Wehrpflichtige. "Es gelingt uns, 410
Grundwehrdiener durch nur 50 Bedienstete zu ersetzen", so Darabos.
Unter den Liegenschaften ist auch der Truppenübungsplatz Seetaler
Alpe. TÜPL-Kommandant Oberst Manfred Hofer: "Durch einen Mix an
Kompensationsmaßnahmen - technische Anlagen, modernes Gerät und
zivile Arbeitskräfte - ersetzen wir die 100 Grundwehrdiener, die
bisher im Jahr am Truppenübungsplatz eingesetzt waren. Wir halten
dabei die hohe Qualität und bleiben kostenneutral." Der Einsatz von
Grundwehrdienern am Truppenübungsplatz verursachte bisher Kosten in
Höhe von 600.000 Euro im Jahr.
Als Musterverband wurde das Jägerbataillon 25 ausgewählt. Hier
konnten binnen weniger Monate 250 Berufs- und Zeitsoldaten für den
neuen Profi-Verband rekrutiert werden. "Das zeigt, dass sich Verbände
innerhalb erstaunlich kurzer Zeit professionalisieren lassen",
betonte Darabos. Brigadier Thomas Starlinger, Kommandant der 7.
Jägerbrigade: "Das Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt für mehr
Professionalität und ein Quantensprung in Sachen militärische
Leistungsfähigkeit."
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