• 16.10.2012, 14:15:23
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Pflegevorsorgestrategie Vorarlberg präsentiert

Bedarfsentwicklung laufend beobachten, Angebote und Leistungen bedarfsgerecht steuern

Utl.: Bedarfsentwicklung laufend beobachten, Angebote und Leistungen
bedarfsgerecht steuern=

Bregenz (OTS/VLK) - Das Land Vorarlberg hat Univ.-Prof. Anton Amann
von der Universität Wien damit beauftragt, ein Monitoring zur
Pflegevorsorge bis 2030 für Vorarlberg zu entwickeln. "Dieses
Instrument liefert die Grundlage, um in den kommenden Jahren die
Entwicklung des Bedarfs in Pflege und Betreuung kontinuierlich zu
beobachten und die Angebote und Leistungen bedarfsgerecht zu
steuern", sagten Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrätin Greti
Schmid und Gemeindeverbandspräsident Harald Sonderegger im heutigen
(Dienstag, 16. Oktober) Pressefoyer.

"Eine vorausschauende Planung ist unabdingbare Voraussetzung,
damit das System leistbar und finanzierbar bleiben kann und eine
Weiterentwicklung der Angebote möglich ist, die auch künftig die
Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen in den Mittelpunkt
stellt", betonte der Landeshauptmann. Ganz besonders setze das Land
Vorarlberg auf den Ausbau von Care Management (Angebotssteuerung) und
Case Management (Fallbegleitung), führte Landesrätin Schmid an: "Auch
die Weiterentwicklung der Urlaubs- und Kurzzeitpflege sowie der
Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige wird kontinuierlich
vorangetrieben." Insgesamt investieren Land und Gemeinden rund 65
Millionen Euro in der Pflege- und Seniorenbetreuung.

Rolle der Gemeinden

"Die Pflegevorsorgestrategie ist und wird eng abgestimmt mit den
Vorarlberger Gemeinden", führte Gemeindeverbandspräsident Sonderegger
an. Der Auftrag dabei laute: Verstärkte Zusammenarbeit aller Player
in den Planungsregionen, um für den Einzelfall auch in Zukunft ein
bestmöglich abgestimmtes Angebot zur Verfügung zu haben. Sonderegger:
"Dabei gilt nach wie vor der Grundsatz: So viel als möglich ambulant
und nur so viel als nötig stationär."

Pflegemonitoring

Rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt.
Dabei bedarf es sowohl die Unterstützung der ambulanten als auch
stationären Dienste. Anhand von drei wesentlichen Punkten wird die
Pflegevorsorgestrategie 2030 ausgebaut bzw. weiterentwickelt:
"aktivierend und selbstbestimmt", "ganz nah", "hochwertig,
verlässlich, rasch und menschlich".

Für die Erhebung der Pflegevorsorge sind laut Professor Amann
folgende Faktoren von wesentlicher Bedeutung:
- Die demographische Entwicklung: Im Zeitraum 2010 bis 2030 steigt
beispielsweise die Zahl der über 90-Jährigen um mehr als das
Dreifache. Der Eintritt von schweren Krankheiten und gravierenden
Beeinträchtigungen verschiebt sich immer weiter nach hinten und
verdichtet sich in den letzten Lebensjahren. Professor Amann: "Die
Menschen werden älter und bleiben länger gesund".
- Situation der 19 Planungsregionen: Diese Einteilung ist über die
Gemeinden definiert und orientiert sich an gewachsenen Strukturen.
Laut der prognostizierten Entwicklung wird die Bevölkerung in den
Ballungsräumen zunehmen, in abgelegenen Regionen und Tälern dagegen
stagnieren oder sogar abnehmen. Das hat Auswirkungen auf das private
Pflegepotenzial, d.h. auf die pflegenden Angehörigen.
- Direkte und indirekte Effekte auf die Pflegevorsorge: Mit der Zahl
pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen steigt auch der Bedarf an
Personal in den Pflegeheimen und bei den Krankenpflegevereinen.
Beispielsweise steigt das Personal in den Pflegeheimen von gut 1.200
Personen im Jahr 2010 auf über 1.600 im Jahr 2020.
- Strukturfragen: Die Gliederung in Planungsregionen gibt auch
Aufschluss über die Herkunft der Bewohnerinnen und Bewohner von
Sozialzentren. In Vorarlberg stammen durchschnittlich 73 Prozent der
Bewohnerinnen und Bewohner eines Sozialzentrums aus der eigenen
Planungsregion. In allen Planungsregionen gibt es Sozialzentren.

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