• 10.10.2012, 15:02:50
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Jakob Auer: Stadt und Land, reicht Euch die Hand!

ÖVP-Landwirtschaftssprecher bei BR-Enquete "Zukunft Land"

Utl.: ÖVP-Landwirtschaftssprecher bei BR-Enquete "Zukunft Land"=

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Jahrzehntelang hieß es: die Betriebe gehören in
die Stadt. Die ländlichen Gemeinden sind zuständig für Naturschutz,
Wasserschutz und Erholung - und das ohne finanziellen Ausgleich. Mit
diesen Worten appellierte heute, Mittwoch,
ÖVP-Landwirtschaftssprecher und Bauernbund-Präsident Abg. Jakob Auer
in seiner Rede bei der Bundesrats-Enquete "Zukunft Land" über die
Notwendigkeit, manche Rahmenbedingungen bei der Raumordnung und
diverse Vorschriften zu ändern.

"Letztendlich ist Landwirtschaft Wirtschaft am Lande, die 530.000
Menschen beschäftigt. Landwirtschaft braucht aber auch den Tourismus
und umgekehrt. Darauf sollten wir uns besinnen und nicht
gegeneinander, sondern miteinander arbeiten", setzt Auer auf das
Motto: "Stadt und Land, reicht Euch die Hand!" und fordert in diesem
Zusammenhang einen interkommunalen Finanzausgleich.

Als Jakob Auer als Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Fischlham
den Versuch startete, vier Betriebsobjekte in seiner Gemeinde zu
installieren, war das für den damals jungen Bürgermeister ein
Spießrutenlauf. "Weil schon 1977 hieß es, die Betriebe gehören in die
Stadt", so Auer. Aber letztendlich habe sich die Gemeinde
durchgesetzt, diese Objekte zahlen heute hervorragende Kommunalsteuer
und bieten wertvolle Arbeits- und Ausbildungsplätze für Lehrlinge.

Rahmenbedingungen anpassen

Als weiteres Beispiel nannte Jakob Auer den Kraftwerksbau in Lambach,
der schon bei der Planung als "Feindbild der besonderen Art"
dargestellt wurde. "Aber er hat eine hohe Investitionssumme ausgelöst
und die Kommunalsteuer kassiert die Stadt Linz. Die
Natura-2000-Fläche aber musste die Gemeinde Fischlham schlucken.
Zusätzlich sollen ländliche Gemeinden aber in der Lage sein, beste
Infrastruktur, Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze zu
schaffen. Das wird es so nicht spielen", verwies Auer auch auf
verschärfte Vorschriften, die ab einer gewissen Betriebsgröße an die
Realität angepasst werden sollten. "Denn damit haben wir viele kleine
Fleischer, Wirte und Greißler aus dem Dorf vertrieben", bezweifelt
Auer zudem, ob "es wirklich notwendig ist, dass jede
Bezirkshauptstadt zwei bis drei Standorte von gleichwertigen
Handelsketten hat, es in den Gemeinden aber kein Geschäft mehr gibt".

Ziel muss es sein, die Arbeitsplätze im ländlichen Bereich zu stärken
und Eigeninitiativen, die trotz schwieriger Umstände umgesetzt
werden, zu unterstützen. "Wir sollten diese Pioniere unterstützen und
nicht, weil es etwas Neues ist, kritisieren", weist Auer etwa auf das
Vulkanland Steiermark oder die Initiativen rund um Schlierbach hin.

Ländliches Wegenetz muss ausgebaut werden

Den RH-Bericht, wonach zu viel Geld für Wegemittel ausgegeben werde,
will Auer so nicht stehen lassen: "Wie sollen denn die Leute am Land
leben, wenn die Verkehrswege nicht ausgebaut werden? Es ist ihnen
nicht zumutbar, über Schotterwege zu fahren. Beim Ausbau des
ländlichen Wegenetzes leistet die Landwirtschaft und die dort lebende
Bevölkerung einen wichtigen Beitrag. Aber auch der Bund und die
Länder müssen Mittel dafür zur Verfügung stellen", schloss Auer.
(Schluss)

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