• 10.10.2012, 14:36:21
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Offener Brief der Unabhängigen GewerkschafterInnen an Staatssekretär Kurz: "Leisten sie sozial-integrative Überzeugungsarbeit in ÖVP!"

Weder "Watschentanz mit Bildungsministerin", noch härtere Strafen oder Ghettoklassen nutzen sozialer Integration

Utl.: Weder "Watschentanz mit Bildungsministerin", noch härtere
Strafen oder Ghettoklassen nutzen sozialer Integration=

Wien (OTS) - Offener Brief der Unabhängigen GewerkschafterInnen / UG
an Sebastian Kurz,
Staatssekretär für Integration im Innenministerium

Wien, 10. Oktober 2012

Sehr geehrter Herr Staatssekretär!

Der Watschentanz mit der Bildungsministerin ums rechtzeitige
Umsetzen von härteren Strafmaßnahmen gegen Schulverweigerer und ihre
Eltern nützt der sozialen Integration von MigrantInnen ebenso wenig
wie die Einführung von Ghettoklassen.

Integration braucht

- Ganztagskindergärten - flächendeckend

Jedes Kind hat das Recht auf einen Ganztagskindergartenplatz - die
Gemeinden haben die Pflicht dafür zu sorgen, dass es diesen
Kindergartenplatz gibt - nach bundeseinheitlichen Rahmenrichtlinien,
mit kleinen Gruppen, gut ausgebildeten und gut bezahlten
KindergärtnerInnen

- Gemeinsame, ganztägige Schule für alle - bis zum Ende der
Schulpflicht

Kein Kind, kein Jugendlicher darf beschämt, kein Kind, kein
Jugendlicher darf zurückgelassen werden. Die Selektion am Ende der
Volksschulzeit, die negativen Folgen schlechter Noten machen Angst -
"Angst fressen Seele auf". Nicht Fehlerzählen, sondern individuelle
Stärken erkennen und fördern, selbstbewusste Freude am gemeinsamen
Lernen erleben, hilft auch individuelle Schwächen überwinden.

- Ausbau des muttersprachlichen Unterrichts im Elementar- und
Grundschulbereich - keine MigrantInnen-Ghettos in Kindergärten und
Schulen

Deutsch als Zweitsprache erlernen, gelingt am besten in der
"gemischten" Kindergartengruppe oder Schulklasse - die Muttersprache
sicher verstehen, sprechen und schreiben ist dazu die beste
Voraussetzung.

Bildung kostet. Österreich ist ein reiches Land. Die restriktive
Budgetpolitik des Bundes, der Länder und Gemeinden insbesondere im
Bildungsbereich schadet der Zukunft aller Kinder. Die den Reichen im
Land verpflichtete Steuerpolitik der ÖVP entzieht der öffentlichen
Hand die für nachhaltige Reformen notwendigen Mittel, der
ständestaatliche Schulkampf der ÖVP gegen die Gesamtschule und für
die Erblichkeit von Bildungsabschlüssen vertieft Gräben, die zu
überwinden Sie als Staatssekretär für Integration angetreten sind.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär,

beenden Sie die Vorwahlkampf-Aktivitäten, leisten Sie
sozial-integrative Überzeugungsarbeit in der ÖVP und beginnen Sie
Gespräche mit Ihren RegierungskollegInnen im BMUKK und im
Finanzministerium, wie die notwendigen Integrationsmaßnahmen im
Elementar- und Schulbereich vorbereitet und umgesetzt werden können:

Integration braucht

- Ganztagskindergärten - flächendeckend
- Gemeinsame, ganztägige Schule für alle - bis zum Ende der
Schulpflicht
- Ausbau des muttersprachlichen Unterrichts im Elementar- und
Grundschulbereich

für die Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB

Markus Koza, Beate Neunteufel-Zechner, Reinhart Sellner

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