- 10.10.2012, 12:20:46
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Lunacek: "Anstatt das Europaparlament zu kritisieren, sollte Fekter besser eine Frau für EZB-Rat vorschlagen"
Grüne: Europaparlament wehrt sich gegen Ausschluss von Frauen in der Europäischen Zentralbank
Utl.: Grüne: Europaparlament wehrt sich gegen Ausschluss von Frauen
in der Europäischen Zentralbank=
Wien (OTS) - "Seit dem Ausscheiden von Gertrude Tumpel-Gugerell aus
dem Direktorium der Europäischen Zentralbank im Mai 2011sitzt keine
Frau mehr im EZB-Rat. Nicht nur das Direktorium besteht
ausschließlich aus Männern, auch alle Zentralbanken werden im Rat und
im erweiterten Rat ausschließlich durch Männer vertreten. Anstatt das
Europaparlament zu kritisieren und uns Abgeordneten Blockadehaltung
und Untätigsein vorzuhalten sollte Finanzministerin Fekter endlich
selbst aktiv werden und eine Frau für EZB-Rat vorschlagen", fordert
Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen und stellvertretendes
Mitglied der Grünen im Gleichstellungsausschuss des Europaparlaments.
Der ECON-Ausschuss des Europaparlaments hatte den ECOFIN schon vor
dem Sommer aufgefordert, Frauen und Männer zu nominieren. Die
FinanzministerInnen der Euro-Zone sind dieser Aufforderung nicht
nachgekommen und haben den Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch im
Juli für den EZB-Direktoriumsposten nominiert. Weil keine Frau neben
Mersch nominiert wurde, blockieren die EU-Abgeordneten jetzt die für
sein operatives Tätigwerden notwendige Anhörung. Finanzministerin
Fekter hat diese Nicht-Anhörung einen "gravierenden Mangel" genannt,
der, laut Fekter, im nächsten EU-Vertrag beseitigt gehöre.
Lunacek: "Beseitigt werden muss allein die Vorstellung, dass allein
Männer in die höchsten Posten der Finanzwelt gehoben werden. Das
EU-Parlament fordert von den Regierungen seit langem die Zusage,
Frauen für hochrangige Posten stärker zu berücksichtigen. Nach
unserer Auffassung müssen zumindest eine weibliche Kandidatin und ein
männlicher Bewerber in die nähere Auswahl kommen, bevor dem Parlament
ein Vorschlag unterbreitet wird. Eine Besetzung eines so
einflussreichen EZB-Postens gegen den Willen der gewählten
ParlamentarierInnen wäre ein fatales politisches Signal des Rates und
ein Tiefschlag gegen die Demokratie. Gemessen an der überragenden
Macht der EZB in der Eurokrise ist es nicht vertretbar, dass keine
einzige Frau bei ihren Entscheidungen stimmberechtigt ist.
Qualifizierte Kandidatinnen gibt es genug in Europa!"
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