• 10.10.2012, 10:56:32
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UNICEF zum ersten Weltmädchentag: Kinderheiraten beenden!

Weltweit wurden 23 Millionen Mädchen noch vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet

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Wien (OTS) - Anlässlich des ersten Internationalen Weltmädchentags am
11. Oktober schlägt UNICEF Alarm und ruft zu verstärktem Einsatz
gegen die anhaltende Diskriminierung von Mädchen in weiten Teilen der
Welt auf. Insbesondere die verbreitete Praxis der Kinderehen stellt
eine schwere Verletzung der Rechte von Mädchen dar - mit gravierenden
Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr gesamtes zukünftiges Leben.
Weltweit wurde jede Dritte (70 Millionen) der heute 20-bis
24-jährigen jungen Frauen bereits als Minderjährige verheiratet. Elf
Prozent (23 Millionen Mädchen) mussten noch vor ihrem 15. Lebensjahr
heiraten - meist einen deutlich älteren Partner und gegen ihren
Willen. Verheiratete Mädchen sind besonders gefährdet, schon als
Teenager Kinder zu bekommen.

"Kinderehen bedeuten für die betroffenen Mädchen meist
Schulabbruch, Schwangerschaft und ein Leben in Abhängigkeit und
Unterdrückung", sagt Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF
Österreich.

Denn Kinderheiraten sind eine fundamentale Verletzung der
Menschenrechte. UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, diese Praxis zu
beenden. 2011 hat UNICEF in 34 Staaten entsprechende Programme
durchgeführt. Erfahrungen aus so unterschiedlichen Staaten wie
Äthiopien, Bangladesch, Burkina Faso, Dschibuti, Indien, Niger,
Senegal und Somalia zeigen, dass eine Kombination aus verbesserten
Gesetzen, Aufklärungskampagnen und Unterstützung der Gemeinden einen
positiven Wandel zum Schutz von Mädchen bewirken kann.

Obwohl die Vereinten Nationen 1994 allen Staaten empfohlen haben,
das Heiratsalter auf 18 anzuheben, ist in mehr als 50 Staaten die
Verheiratung von Mädchen unter 18 Jahren legal. Auch von den 113
Staaten, die 18 als Mindestalter vorschreiben, sind laut UNICEF in 57
Staaten Kinderehen trotzdem weit verbreitet. So ist Indien trotz
Verboten weiter das Land mit den meisten Kinderbräuten. UNICEF
unterstützt dort deshalb auf nationaler und föderaler Ebene die
Entwicklung von Strategien zur Beendung von Kinderheiraten. Der
Fortschritt ist messbar, geht jedoch langsam voran.

Die Folgen von Kinderehen sind häufig sehr frühe und ungewollte
Schwangerschaften - oft mit lebensgefährlichen Konsequenzen. Jedes
Jahr sterben nach Angaben von UNICEF schätzungsweise 50.000 junge
Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren an Komplikationen bei der
Schwangerschaft und Geburt - die häufigste Todesursache für Mädchen
in dieser Altersgruppe. Untersuchungen zeigen, dass Mädchen, die nach
der Grundschule eine weiterführende Schule besucht haben, deutlich
seltener vor ihrem 18. Geburtstag heiraten.

"Schulbildung kann in Entwicklungsländern zwischen Leben und Tod
entscheiden", so Gudrun Berger. "Mädchen, die eine Grundbildung haben
können einen Beruf erlernen und selbst Geld verdienen. Sie haben mehr
Selbstbewusstsein und können sich besser vor Missbrauch und
Ausbeutung schützen. Mädchen mit Grundbildung haben auch die Chance,
lebenslänglicher Unterdrückung und Armut zu entkommen."

Trotz Fortschritten bei den Einschulungsraten von Mädchen
schließen jedoch in vielen Entwicklungsländern immer noch deutlich
weniger Mädchen als Buben die Grundschule auch ab. Noch größer wird
die Schere bei der weiterführenden Schulbildung. Auch in anderen
Bereichen sind Mädchen immer noch stark benachteiligt: Mädchen müssen
früher arbeiten, sind schädlichen Traditionen wie
Genitalverstümmelung ausgesetzt und haben weniger Wissen und
Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung mit HIV/AIDS zu schützen.
2012 findet der Weltmädchentag zum ersten Mal statt. Die
Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2011
beschlossen, den 11. Oktober zum "International Day of the Girl
Child" zu ernennen.

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