- 10.10.2012, 10:45:31
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- OTS0069 OTW0069
Wechselberger zu ELGA: Weitere Verbesserungen notwendig (1)
Keine Zustimmung zu Regierungsvorlage - Hoffen auf Parlament - Expertenhearing - Schwachstelle Usability
Utl.: Keine Zustimmung zu Regierungsvorlage - Hoffen auf Parlament
- Expertenhearing - Schwachstelle Usability=
Wien (OTS) - Die Regierungsvorlage zum ELGA-Gesetz sei besser als der
ursprüngliche Entwurf, doch aus Ärztesicht noch lange nicht gut
genug. Jetzt sei das Parlament am Zug, um die notwendigen
Verbesserungen einzuarbeiten. Ohne diese Nachjustierungen sei eine
funktionierende ELGA nicht zu erwarten, sagte der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, Mittwoch auf
einer Pressekonferenz und forderte vor der Beschlussfassung ein
parlamentarisches Expertenhearing.
Nach Meinung des Ärztepräsidenten gebe es nach wie vor ein ganzes
Bündel offener Fragen und ungelöster Probleme. Jetzt sei eine
Nachjustierung des ELGA-Entwurfes durch den Gesetzgeber erforderlich,
um eine halbwegs praktikable Lösung sicher zu stellen. Positiv sieht
Wechselberger die Abschwächung der ärztlichen
Teilnahme-Verpflichtung. Doch bestehe auch hier noch Klärungsbedarf.
Völlig ungenügend seien die Bestimmungen zur geforderten
Nutzerfreundlichkeit (Usability), auch der Datenschutz und die
Datensicherheit seien nicht ausreichend berücksichtigt. Gänzlich
offen ist für Wechselberger die Finanzierung. Die geforderte
Pilotphase werde im Gesetzesentwurf nur optional angesprochen, was
zum Zwecke einer möglichst klaglosen Funktionalität von ELGA auf
keinen Fall ausreiche, so der Ärztepräsident.
Wechselberger erkennt in der Regierungsvorlage das primäre Bestreben,
einen elektronischen Gesundheitsakt für Patienten einzuführen. Der
ÖÄK-Chef: "Was wir hier sehen, ist ein privates
Datenverwaltungssystem für Patienten, das für ärztliche
Arbeitsansprüche nach wie vor nicht geeignet ist." Wieweit das System
den häufig von Krankheiten betroffenen Alten unserer Gesellschaft
gerecht werden könne, sei für Wechselberger aus dem Entwurf nicht
ableitbar.
Freiwilligkeit
Zustimmung findet die vorgesehene Abschwächung der Teilnahmepflicht
für Ärztinnen und Ärzte hin zu einem "Verwendungsrecht".
Wechselberger: "Wir erkennen die politischen Intentionen, hier eine
für Ärzte gangbare Lösung zu schaffen."
Usability
Gänzlich unzureichend ist nach Ansicht des Ärztepräsidenten die von
den Experten und Ärzten reklamierte Nutzerorientierung geregelt. Hier
gebe es lediglich unverbindliche Aussagen über eine Usability, die
erst zu einem späteren Zeitpunkt - 2018 - angestrebt werden solle. Im
Sinne der raschen Umsetzbarkeit des ELGA-Projektes seien dringend
noch Verbesserungen bei der Dokumentenarchitektur und Suchfunktion
erforderlich. Diese müsse den Ärzten sofortige und punktgenaue
Informationen zu ganz konkreten Fragen auch über Verläufe und
Entwicklungen ermöglichen. Nur so finde der Arzt die gebotene
Unterstützung.
Derzeit sei lediglich eine Suche in den "Metadaten" nach Autor,
Erstellungsdatum, Fachrichtung, Typ und nicht nach relevanten
Gesundheitsinformationen vorgesehen. Sollten hier keine Änderungen
erfolgen, "drohen unverändert teures Chaos und peinliche Blamage".
Gerade für den Krankenhausbetrieb sei eine zeitgemäße Usability
notwendig. Würden doch hier externe Befunddokumente auf
unterschiedlichste hausinterne Krankenhaus-Informationssysteme
stoßen. "Diese Konstellation ist nicht zu bewältigen, wenn nicht eine
entsprechende Architektur und Struktur der Dokumente ein fehlerfreies
Zusammenspiel ermöglichen", sagte Wechselberger. (ms) (Forts.)
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