- 08.10.2012, 13:59:07
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Glawischnig: Kindergartenessen auf 100% pestizid- und gentechnikfrei umstellen
Pirklhuber: Stichproben-Test zeigt Pestizidrückstände bei konventionellem Obst und Gemüse
Utl.: Pirklhuber: Stichproben-Test zeigt Pestizidrückstände bei
konventionellem Obst und Gemüse=
Wien (OTS) - "Wir wollen eine gesunde und giftfreie Ernährung für
unsere Kinder. Das ist derzeit nicht bei allen Produkten der Fall.
Immer wieder werden bei Tests gesundheitsbedenkliche
Pestizid-Belastungen bei Obst und Gemüse gemessen. Chemie im Essen
kann eine Reihe von Krankheiten verursachen, wie Studien belegen.
Kinder sind besonders gefährdet", warnen Eva Glawischnig,
Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen und
Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber.
Die Grünen starten heute eine österreichweite Aktionswoche zum Thema
Bio-Lebensmittel. Zum Auftakt präsentierten Glawischnig und
Pirklhuber einen Aktionsplan zur Umstellung von Kindergärten auf 100%
pestizid- und gentechnikfreie Lebensmittel. In drei Jahren soll das
Kindergartenessen auf 100% BIO umgestellt werden. "Das ist bei
entsprechender logistischer Planung und Vorbereitung möglich, die
Mengen an Bio-Produkten sind verfügbar", bestätigte Horst Moser,
geschäftsführender Gesellschafter des Bio-Zulieferers BIOGAST, der
den Grünen Vorschlag begrüßt.
Bei der Umstellung auf BIO müssen nicht unbedingt Mehrkosten
anfallen. Die Stadt Salzburg hat bei der Umstellung auf derzeit 90%
Bio-Anteil durch einen zentralen Einkauf sogar noch Kosten
eingespart. Wenn - etwa im ländlichen Raum - Kosten für die
Umstellung anfallen, so sollte die öffentliche Hand mit Förderungen
helfen. Die Grünen werden dazu Gespräche mit den zuständigen
Ministern Mitterlehner, Stöger und Berlakovich aufnehmen, kündigten
Glawischnig und Pirklhuber an.
Darüber hinaus ließen die Grünen auch eine Stichprobe von Obst und
Gemüse auf Pestizide testen. Während Bio-Produkte völlig
rückstandsfrei waren, fanden sich auf konventionell erzeugten Äpfeln
und Paprika Pestizidrückstände. "Wir haben das getan, was Eltern in
ganz Österreich tagtäglich tun: Obst und Gemüse im Supermarkt für
ihre Kinder einkaufen, um für eine ausgewogene und gesunde Ernährung
zu sorgen", erläutert Pirklhuber die Tests. Auf drei der vier
konventionellen Produkte (Paprika und Äpfel) fanden sich Rückstände
von Pestiziden. Die Pestizid-Rückstände lagen innerhalb der
gesetzlich erlaubten Grenzwerte, die Belastung ist daher nicht als
hoch einzustufen, der Verzehr der Produkte laut gesetzlicher Normen
unbedenklich. Die gefundenen Stoffe stehen jedoch unter Verdacht,
hormonell wirksame Chemikalien zu sein. Diese Stoffe können für
Kinder besonders gefährlich sein. Auf EU-Ebene wird sogar ein
völliges Verbot dieser Stoffe diskutiert. Auch die österreichische
Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) testet regelmäßig Obst und
Gemüse auf Pestizidrückstände. Der letzte Verfügbare
Überwachungsbericht wurde im Oktober 2011 veröffentlicht, die Daten
stammen aus dem Jahr 2010. Demnach wurden z.B. bei 96% der
untersuchten Grapefruits Rückstände von mindestens einem Pestizid
gefunden; auch bei Weintrauben (87% der Proben), Paprika (65%), Kohl,
Spinat (20-30%) fanden sich Rückstände.
"Unser Test bestätigt: während BIO-Produkte völlig unbelastet sind,
finden sich bei konventionellem Obst und Gemüse Rückstände von
Pestiziden. Deswegen schlagen wir vor, alle Kindergärten innerhalb
von drei Jahren auf 100% pestizid- und gentechnikfreies Essen, das
vorwiegend aus der Region kommt, umzustellen", erläutert Glawischnig.
Viel ist dazu in den letzten Jahren in Österreich bereits geschehen.
So liegt der Anteil an Bio-Essen in den städtischen Linzer
Kindergärten bei 30%, in Wien bereits bei 50%, in öffentlichen
Kindergärten der Stadt Salzburg sogar bei 90%. Pirklhuber: "Mit
BIO-Lebensmitteln sind auf der gesunden und sicheren Seite. Die
Lebensmittel für unsere Kinder sollen vorwiegend aus der Region
kommen. Regionale Lebensmittel stärken die örtliche Wirtschaft und
sind im Gegensatz zu Lebensmitteln, die über tausende Kilometer
transportiert werden müssen, sehr klimaverträglich."
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