- 08.10.2012, 13:13:47
- /
- OTS0181 OTW0181
Dr. Reisner: Keine Spur von Einigung bei ELGA
Verpflichtung für Vertragsärzte weiterhin aufrecht und automatische Speicherung von Patientendaten
Utl.: Verpflichtung für Vertragsärzte weiterhin aufrecht und
automatische Speicherung von Patientendaten=
Wien (OTS) - Enttäuscht zeigt sich Dr .Christoph Reisner, Präsident
der NÖ Ärztekammer, von der angeblichen Einigung zwischen SPÖ und ÖVP
über die elektronische Gesundheitsakte: "Die zentrale Forderung der
Ärzteschaft, nämlich die Freiwilligkeit der Teilnahme der Ärzte,
wurde nicht erfüllt. Spätestens ab 2016 sind alle Kassenvertragsärzte
verpflichtet, sich dem Projekt ELGA anzuschließen. Bereits Ende 2013
wird per Gesetz für jeden Patienten völlig ungefragt ein
elektronischer Gesundheitsakt angelegt werden. Wollen Patienten
künftig aus dem System aussteigen, müssen sie dies selbst beantragen.
Gespeichert werden ihre sensiblen Gesundheitsdaten dennoch, nur für
die Ärzteschaft sind sie nicht mehr sichtbar."
Dass dieses so heftig von Ärzten und Datenschützern kritisierte
Gesetz dennoch in dieser Form morgen in den Ministerrat eingebracht
wird, zeigt wie wenig die Politik von ihrem eigenen Projekt überzeugt
ist. "Wäre Minister Stöger von der Qualität von ELGA überzeugt,
könnte er eine Freiwilligkeit bedenkenlos anbieten. So aber muss er
die Einführung und Teilnahme per Gesetz erzwingen. Dabei ist nur
Freiwilligkeit ist ein Garant dafür, dass ein Produkt zur
Zufriedenheit der gesamten Bevölkerung entwickelt wird. Jeder, egal
ob Ärzte oder Patienten, würde sehr gerne teilnehmen, wenn sie vom
Nutzen überzeugt wären. So aber werden Ärzte mit Bürokratie und
Verwaltungsaufwand belastet, was zu Verzögerungen im ärztlichen
Alltag sowohl im Krankenhaus als auch in den Ordinationen führt und
wertvolle Zeit am Patienten kostet", befürchtet Dr. Reisner.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AEN






