• 08.10.2012, 10:54:40
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Volkshilfe Wien und Staatssekretär Kurz suchen interkulturelle GesundheitslotsInnen

Neues Projekt ermöglicht MigrantInnen in Wien besseren Zugang zum Gesundheitssystem

Volkshilfe Wien und Staatssekretär Kurz suchen
interkulturelle GesundheitslotsInnen

Utl.: Neues Projekt ermöglicht MigrantInnen in Wien besseren Zugang
zum Gesundheitssystem=

Wien (OTS) - MigrantInnen einen besseren Zugang zum österreichischen
bzw. Wiener Gesundheitssystem zu ermöglichen, das ist das Ziel des
Projekts "MiMi - GesundheitslotsInnen in Wien", das heute von der
Volkshilfe Wien und dem Staatssekretär für Integration Sebastian Kurz
im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert wurde. Die
Volkshilfe Wien bildet dafür mehrsprachige interkulturelle
GesundheitslotsInnen aus.

"Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration von
MigrantInnen sind die Gesundheitserhaltung und die Vorsorge. Dazu
gehören ausreichende Kenntnisse über die vorhandenen
Gesundheitsangebote und über gesunde Lebensweisen", erklärt
Dipl.-Soz. Ramazan Salman, Geschäftsführer des Ethnomedizinischen
Zentrum e.V. Hannover anlässlich der heutigen Präsentation. Vor neun
Jahren entwickelte er das Projekt "MiMi-GesundheitslotsInnen" in
Deutschland, jetzt unterstützt er die Volkshilfe bei der Umsetzung in
Wien. Ein Schritt, den Staatssekretär Kurz sehr begrüßt:
"'MiMi-GesundheitslotsInnen' ist ein Vorzeigeprojekt, dass sich
bereits in Deutschland bewährt hat und das nun endlich auch in
Österreich gestartet werden kann. Damit wird im Handlungsfeld
Gesundheit ein wichtiger Umsetzungsschritt gesetzt."

Gefördert wird die Initiative vom Bundesministerium für Inneres.
"Eines der Handlungsfelder des Staatssekretariates ist der Bereich
Gesundheit. Wie Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch für Integration
belegen, besteht gerade im Bereich Gesundheitsvorsorge und
-information von Migranten noch teils erheblicher Nachholbedarf. Mit
dem Projekt 'MiMi-GesundheitslotsInnen' soll genau bei dieser so
wichtigen Prävention angesetzt werden", erklärt Kurz. Mag. Stephan
Amann, Abteilungsleiter Integration und Interkulturarbeit der
Volkshilfe Wien: "Wir suchen und schulen erfolgreich integrierte
MigrantInnen, die ihren Landsleuten in Wien ehrenamtlich helfen
wollen, sich besser im hiesigen Gesundheitssystem zu Recht zu finden
und besser auf die eigene Gesundheit zu achten. Dieses Wissen tragen
die GesundheitslotsInnen anschließend in ihre Volksgruppen und wir
unterstützen sie dabei."

Schulung startet am 21. November

In 50 Schulungseinheiten werden neben grundsätzlichem Wissen über
das österreichische Gesundheitssystem auch Themen wie die
Auswirkungen der Migration auf die Gesundheit und Prävention,
Ernährung und Bewegung, seelische und psychische Gesundheit und
Gesundheit im Alter vermittelt. Alle TeilnehmerInnen erhalten
abschließend ein Zertifikat zum bzw. zur interkulturellen
GesundheitslotsIn. Die Ausbildung findet jeden Mittwochabend und
jeden Samstag ganztägig im Habibi-Haus der Bildung und beruflichen
Integration im 3. Bezirk statt. Anmeldungen sind ab sofort unter
01/33 44 739-16 oder [email protected] möglich. Für weitere
Schulungsdurchgänge werden noch SponsorInnen gesucht.

Die zukünftige Aufgabe der GesundheitslotsInnen ist, selbst
Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen in
MigrantInnen-Communities zu organisieren und das Erlernte in der
jeweiligen Muttersprache und in einer kultursensiblen Art und Weise
weiterzugeben. Der Zugang zu den verschiedenen MigrantInnengruppen
soll so verbessert und Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Die
GesundheitslotsInnen arbeiten ehrenamtlich, sie erhalten aber eine
Aufwandsentschädigung. "Für uns MigrantInnen ist es unerlässlich,
dass Integration mit MigrantInnen und nicht nur für MigrantInnen
geschieht. Wir MigrantInnen wollen uns nicht nur in die Gesellschaft
einbringen, sondern auch aktiv unser Land stützen und mitgestalten",
sagt Esra Köse, MiMi-Gesundheitslotsin aus Hannover.

Geplant sind auch ein Gesundheitswegweiser mit Informationen zur
grundlegenden gesund-heitlichen Versorgung in Österreich, der den
LotsInnen in mehreren Sprachen für ihre Arbeit zur Verfügung stehen
wird, und Möglichkeiten zur Fortbildung.

Vernetzung mit Gesundheits- und Sozialeinrichtungen

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts "MiMi-GesundheitslotsInnen in
Wien" ist die Vernetzung mit Gesundheitseinrichtungen und sozialen
Einrichtungen, um sie für die Bedürfnisse von MigrantInnen zu
sensibilisieren. Zu diesen Einrichtungen zählen beispielsweise das
Institut für Frauen- und Männergesundheit (FEM, FEM Süd, MEN), die
Wiener Gesundheitsförderung (WiG) und die Wirtschaftskammer. Dazu
Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit
in der Wirtschaftskammer Österreich: "Die Wirtschaftskammer
Österreich unterstützt aktiv das Ziel, die Gesundheitskompetenz in
Österreich zu stärken. Dabei geht es einerseits um die Stärkung der
Eigenverantwortung jedes und jeder Einzelnen, andererseits aber auch
um die zielgruppengerechte Vermittlung wesentlicher Informationen.
Das Projekt 'MiMi' setzt genau hier an: Es beseitigt kulturelle und
kommunikative Barrieren bei der Vermittlung von Wissen rund um
Gesundheit und Prävention. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den
Gesundheitszustand der Einzelperson, sondern auch auf die ohnehin
gespannte Kostensituation des Gesundheitssystems aus. 'MiMi'
erleichtert MigrantInnen so nicht nur den Zugang zum österreichischen
Gesundheitssystem, sondern fördert auch die Integration".

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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