- 04.10.2012, 13:32:41
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Internationale Internet-Aktionswoche gegen den illegalen Medikamentenverkauf im Internet
BMF, BMG und BM.I beteiligten sich gemeinsam an der Operation "Pangea V"
Utl.: BMF, BMG und BM.I beteiligten sich gemeinsam an der Operation
"Pangea V"=
Wien (OTS) - Der Österreichische Zoll, die AGES-Medizinmarktaufsicht
und das Bundeskriminalamt beteiligten sich gemeinsam an der
diesjährigen international organisierten Aktionswoche im Kampf gegen
den Verkauf illegaler Medikamente im Internet. Insgesamt schlossen
sich im Zeitraum von 25. September bis 02. Oktober 2012 weltweit 100
Länder der Operation "Pangea V" an. Alle beteiligten Ressorts und
Organisationen zeigten sich mit dem Ergebnis der Aktionswoche, vor
allem aber mit der guten Zusammenarbeit untereinander zufrieden.
Im Finanzministerium legte der österreichische Zoll den Fokus in der
Aktionswoche auf die Kontrolle von Einfuhren von illegalen und
gefälschten Medikamenten, die nach Internetbestellungen im
Postverkehr geliefert wurden. Da die meisten Käufe illegaler
Medikamente über das Internet erfolgen, gelangen sie via Postsendung
nach Österreich. Die österreichischen Zollbehörden konzentrierten
sich bei ihren Kontrollen auf die Zollstelle des
Postverteilerzentrums Wien-Inzersdorf. In diesem Verteilzentrum
langen jede Woche ca. 20.000 Briefe und Pakete aus Nicht-EU-Staaten
ein, die von Bediensteten des Zollamtes Wien in Bezug auf
zollpflichtige und verbotene Waren kontrolliert werden.
Risikoorientierte Stichprobenkontrollen sollen dabei eine möglichst
treffsichere Fallauswahl ermöglichen.
Auf diese Weise wurden vom Zoll im Aktionszeitraum ungefähr 3.900
Briefe und Pakete kontrolliert. Dabei wurden vom Zollamt Wien 27
Sendungen mit 984 illegalen Medikamenten aufgegriffen. 17 dieser
Sendungen enthielten 792 gefälschte Pillen, hauptsächlich
Potenzmittel. Alle diese Medikamente wurden beschlagnahmt. Das
Arzneiwareneinfuhrgesetz 2010 verbietet Privatpersonen sowohl die
Bestellung von Medikamenten im Internet als auch die anschließende
Einfuhr. Diese Verstöße wurden bei den Verwaltungsstrafbehörden zur
Anzeige gebracht. Bei den Sendungen mit den Medikamentenfälschungen
wurde zusätzlich auch ein Verfahren nach der
EG-Produktpiraterie-Verordnung eingeleitet.
"Der österreichische Zoll geht sehr aktiv gegen illegale
Machenschaften organisierter Krimineller vor, gerade wenn es um das
Wohlergehen der Bevölkerung geht", untermauerte Finanzministerin Dr.
Maria Fekter die Wichtigkeit solcher gemeinsamen Aktionswochen.
"Fälschungen aus dem Internet enthalten oft falsche oder falsch
dosierte Wirkstoffe, die nicht abschätzbare Auswirkungen auf die
Gesundheit haben können. Durch die Aufgriffe von gefälschten
Medikamenten und deren Vernichtung werden die Verbraucherinnen und
Verbraucher geschützt." Finanzstaatssekretär Mag. Andreas Schieder
betont: "Die Kolleginnen und Kollegen des Zolls leisten hier
hervorragende Arbeit im Interesse der Österreicherinnen und
Österreicher. Im besten Fall wirkt das online bestellt Medikament
nicht, im schlimmsten Fall hat es schwere gesundheitliche
Auswirkungen, die bis zum Tod gehen können. Hier kann es keine
Toleranz geben, sondern jeder Mensch muss sich verlassen können: Wer
bei uns Medikamente bekommt kann sich sicher sein: Es ist ganz
sicher, was drinnen ist und wie es wirkt."
Die vom Bundeskriminalamt durchgeführten Ermittlungen sind derzeit
noch im Laufen. Insgesamt konnten mehrere Tausend Stück illegaler
Arzneimittel sichergestellt werden. Weiters wurden mehrere
Internetseiten erhoben, die für den Vertrieb von illegalen
Arzneimitteln verantwortlich sind. Auch diesbezüglich werden noch
weitere Ermittlungen durchgeführt.
Allgemein ist der Vertrieb von illegalen Arzneimitteln via Internet,
unter dessen Begriff unter anderem auch Doping- und Potenzmittel
fallen, im Steigen. "Oft sind sich die Kunden aber nicht über die
möglichen Gesundheitsschäden bewusst", so Innenministerin Mag.a
Johanna Mikl-Leitner. "Das Bundeskriminalamt arbeitet daher schon
seit längerem eng und erfolgreich mit anderen involvierten
Dienststellen wie der AGES-Medizinmarktaufsicht und dem Zoll
zusammen. Die bisherigen gemeinsamen Schwerpunktaktionen haben
gezeigt, dass wir mit unseren gezielten Kontrollmaßnahmen ins
Schwarze getroffen haben. Gleichzeitig wollen wir damit aber auch
einen wichtigen Schritt in Richtung Präventionswirkung setzen."
BASG mit Schwerpunkt auf dubiose Internet-Bezugsquellen
Gesundheitsminister Alois Stöger wies auf die ausgezeichnete
Versorgung mit Arzneimitteln in Österreich hin. "Die Österreicher
sind es gewohnt, qualitativ hochwertige Medikamente zu bekommen. Umso
wichtiger ist es, Medikamente über gesicherte Vertriebswege zu
kaufen. Beim Kauf von dubiosen Internetanbietern, weiß man nie,
welche Qualität die Arznei hat und ob sie überhaupt wirkt.
Schlimmstenfalls kann die Einnahme gefälschter Arzneimittel auch zum
Tod führen", warnt der Gesundheitsminister.
Einen weiteren Beitrag zu mehr Arzneimittelsicherheit wird die
geplante AMG-Novelle zur Umsetzung der EU Fälschungsrichtlinie
bringen. "Damit wird den Arzneimittelfälschern der Kampf angesagt und
der illegale Internethandel erschwert. Im Gegenzug dazu wird der
legale Internetkauf für die Bevölkerung sicherer gemacht. So soll es
in Österreich künftig nur Apotheken erlaubt sein, Arzneimittel online
zu versenden, wenn diese die dafür vorgesehenen strengen
Anforderungen erfüllen", erläutert Stöger.
Schwerpunkt des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
waren heuer diverse dubiose Internetbezugsquellen. Insgesamt
überwachte das BASG 21 Websites solcher zweifelhaften Anbieter, über
die Verdachtsarzneimittel und Arzneimittelfälschungen vertrieben
wurden. "Es gelang uns, Arzneimittelfälschungen im Wert von 33.000
Euro sicherzustellen. In erster Linie wurden Potenzmittel angeboten.
Die Betreiber dieser illegalen Verkaufsseiten verwendeten eine
österreichische Apotheke als fiktiven Absender, um derart den Käufer
in vermeintliche Sicherheit zu wiegen", so Marcus Müllner, Leiter des
BASG. Rund 1.000 Packungen Cialis und Viagra wurden vom BASG
beschlagnahmt. Müllner: "Das BASG warnt Konsumenten dringend vor dem
Kauf von Arzneimitteln aus dubiosen Internetquellen."
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