- 04.10.2012, 13:05:22
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Der Märchenonkel und seine Performance
Die Wahrheit zum Marketingmissbrauch des Fachverbands der Pensionskassen
Utl.: Die Wahrheit zum Marketingmissbrauch des Fachverbands der
Pensionskassen=
Wien (OTS) - Obwohl schon mehrmals, vor allem durch die eigenen
Statistiken, widerlegt, bleibt der Obmann des Fachverbandes der
Pensionskassen, Mag. Zakostelsky und sein Vasall Dr. Janda (OTS 0089
v.3.10.) bei der Lüge von der langjährigen Durchschnittsperformance
der Pensionskassen von 5,52%! Dass de facto die Performance der
letzten zehn Jahre bei ungefähr 2% liegt, was für ca. 60.000
Pensionisten Pensionskürzungen bis über 50% und für rund 300.000
Anspruchsberechtigte entsprechende Kürzungen ihrer künftigen
Zusatzrenten nach sich gezogen hat, ist dagegen Realität. Aber in
deren Verweigerung ist Mag. Zakostelsky ein Meister!
Die hochgejubelte Zwischenperformance von knapp 6,5% im heurigen
Jahr wird jetzt schon 3 Monate vor dem Stichtag, dem 31. Dezember,
hochgejubelt. Angesichts des immer gefährlicher werdenden Brandherdes
Syrien und der Unberechenbarkeit der politisch bedingten Eurokrise
ist das noch lange nicht fix. Aber erinnern wir uns: noch Mitte
Dezember 2011, bei negativer Performance hat der Fachverband darauf
bestanden, dass ja erst der Monatsletzte entscheidend und daher noch
alles offen sei. Zeitgleich hat Zakostelskys eigene Pensionskassa,
die Valida, bereits Briefe mit Kürzungswarnungen an ihre Pensionisten
ausgeschickt.
Marketing ist für alle Branchen wichtig. Vergewaltigung des
Marketings zur Kundentäuschung kann jedoch die Misere des
österreichischen Pensionskassensystems, des schlechtesten in Europa,
nicht wirklich vertuschen!
Und man sollte nicht immer "Firmenpensionen" mit
"Pensionskassenpensionen" in einen Topf werfen! Firmenpensionen an
sich sind gut: gegen geringere Aktivbezüge erarbeiten sich die
Mitarbeiter einer Firma, die das anbietet, eine Zusatzpension zur
staatlichen Absicherung, also mit eigenen Mitteln! Sobald die
Dienstgeber diese Pensionsansprüche aber in eine Pensionskasse
übertragen ändert sich das Bild.
Bei leistungsorientierten Verträgen zahlt der Dienstgeber die
Differenz auf die Pensionskassenrendite nach, sodass unter dem Strich
das Gleiche herauskommt. Das trifft auf etwa 10.000 Personen derzeit
zu.
Die sogenannten beitragsorientierten Verträge verlagern aber das
Risiko zum Dienstnehmer und (künftigen) Pensionisten. Davon betroffen
sind im derzeitigen österreichischen System rund 60.000 Pensionisten
und mindestens 300.000 noch aktive Dienstnehmer. Und eine
Altersversorgung, die den Betroffenen zwischen den Fingern zerrinnt,
kann keine Perspektive sein.
Das österreichische Pensionskassensystem, ein Kniefall der Politik
vor der Firmenlobby, ist also de facto eine Totgeburt. Auch die
Pensionskassengesetznovelle 2012, nichts anderes als ein schlechter
Kompromiss zwischen den Sozialpartnern, kann daran nichts ändern.
Eine private Initiative plant daher ein Volksbegehren zur
kompletten Erneuerung des Pensionskassengesetzes. Sie hat ohne
finanzielle Mittel bisher bereits mehr als die Hälfte der
erforderlichen Unterschriften für die Einbringung geschafft! Jene
rund 80% der Bevölkerung, die laut der vom Fachverband zitierten
Befragung für Firmenpensionen sind, sollten dieses Volksbegehren
( www.stoppdempensionskassenflop.at ) unterschreiben. Es ist
vermutlich die letzte Chance für einen neuen Anlauf zu planbaren
Zusatzpensionen aus Pensionskassen.
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