• 03.10.2012, 17:20:09
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Kulturministerin Schmied zeichnete Werner Schneyder mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse aus

Fotos (ab 17:45 Uhr), die Laudatio von Konstantin Wecker und mehr unter: http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2012/20121003.xml

Utl.: Fotos (ab 17:45 Uhr), die Laudatio von Konstantin Wecker und
mehr unter:
http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2012/20121003.xml=

Wien (OTS) - Heute nachmittags zeichnete Kulturministerin Claudia
Schmied den Schriftsteller, Kabarettist, Schauspieler und Regisseur
Werner Schneyder mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft
und Kunst I. Klasse aus. Die Laudatio hielt Konstantin Wecker.
Die Überreichung des Dekrets und der Insignien fand im Rahmen eines
Festakts im Kreise zahlreicher WegbegleiterInnen, KünstlerInnen und
KollegInnen sowie Freunde und Familienmitgliedern des Preisträgers im
Audienzsaal des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur
statt. Zu den Gästen zählten Hans Mahr, Eva Glawischnig-Piesczek,
Matthias Hartmann, Angelika Hager, Eva Maria Marold, Karl und Martina
Hohenlohe, Alfred Gusenbauer, Eveline und Walter Eselböck, Laura
Rudas, Nikole Beutler, Lukas Resetarits, Heide Schmidt, Harald
Serafin, Dieter Chmelar, Oliver Baier und viele mehr. Musikalisch
wurde der Festakt vom Trio Fidelio, vertreten durch Alen Dzambic,
Yueming Xu-Ertl und Nikola Djoric, umrahmt.

Kulturministerin Claudia Schmied: "Dass Werner Schneyder als - wie
er sich selbst bezeichnet - "Meinungsträger" nie arbeitslos sein
würde, ist beruhigend, denn wir brauchen Menschen wie ihn. Wir
brauchen Menschen, die aufrütteln und mahnen, Menschen, die eine
spitze Feder führen und damit Speerspitzen gegen das Absurde liefern.
Heute ehren wir einen Mann, dessen kritisches Sprach- und
Denkvermögen wir zugleich bewundern und fürchten. In seinen
Programmen kommentiert und argumentiert er über die Notwendigkeit
eines anderen Umgangs mit dem Leben und der Würde des Menschen:
Satire ist nicht der Feind der 'heilen Welt', sondern die Forderung
danach. Wir schätzen Werner Schneyder und erfreuen uns an seinen
Beiträgen als Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur, Schauspieler,
TV-Moderator, Journalist, Dramaturg, Werbetexter, Ringrichter,
Sportreporter, Barsänger und vieles mehr."

Laudator Konstantin Wecker einleitend: "Dass Werner Schneyder auf
diesen Sockel der ganz Großen hinaufgehört, ist nun
selbstverständlich schon immer meine Meinung gewesen. Dass aber ein
Staat zu dem gleichen Ergebnis gekommen ist, dass also ein Staat und
ich sich in einer kulturellen Frage völlig einig sind - das hat mich
vor Überraschung beinahe von meinem eigenen, eher staatsfernen Sockel
gehauen." Konstantin Wecker meinte, dass es sich bei Werner Schneyder
mit der Sprache ähnlich verhält wie bei Franz Beckenbauer mit dem
Ball: "Dem Beckenbauer entspringt der Ball nicht und einem Werner
Schneyder entspringt die Sprache nicht. In seinen großartigen
Übersetzungen wird die Grenze zwischen Übersetzung und Nachdichtung
völlig transzendiert, denn Werner Schneyder gelingt es, mit perfekter
Präzision zu übersetzen und gleichzeitig mit ungehemmter Freiheit
nachzudichten."

"Werner Schneyder ist manchem Konflikt nicht ausgewichen, nämlich
dann, wenn er der Meinung war, dass dieser Konflikt notwendig sei und
deshalb ausgefochten gehöre. Viele sehen und sahen darin Streitlust,
Egomanie, etwas Zänkisches. Ich sehe darin ein tiefwurzelndes
Verantwortungsgefühl des Werner Schneyder. Für ihn geht eine
öffentliche Position mit der Verpflichtung einher, diese Position zu
nutzen zur Förderung des Wahren, Guten und Schönen", so der Laudator
weiter.

"Ich habe viele Facetten seines künstlerischen Schaffens kennen
lernen dürfen und ich war - und das ist jetzt ganz bestimmt kein
festrednerischer Zuckerguss - zuverlässig begeistert", betonte
Wecker. Im Zentrum seiner Laudatio stünde Werner Schneyder - der
Poet, denn "von all seinen Talenten, mit denen er so überreich
gesegnet ist, scheint mir dieses das Herausragendste zu sein", so
Konstantin Wecker, der seinen Freund Schneyder aufforderte: "Solltest
Du Schwierigkeiten damit haben, mein heutiges Lob zu ertragen, so sei
jetzt bitte ganz tapfer."

Am Ende seiner Laudatio fasst Konstantin Wecker zusammen: "Werner
Schneyder ist ein großartiger Künstler und deshalb, wie alle Großen,
ein zweifelnder und bescheidener Mann geblieben. Und ich bin froh,
lieber Werner, heute dein Laudator sein zu dürfen. Mehr noch aber
freue ich mich, Dich einen Freund nennen zu können."

Werner Schneyder bedankte sich mit den Worten: "Ich danke und ich
bin nicht stolz, sondern froh." Er sei glücklich, "Kabarettist zu
sein, denn nur als Kabarettist darf ich ungestraft alles können."

Werner Schneyder wurde als Fernsehunterhalter, Moderator und
Chansonsänger bekannt und gilt als Doyen des österreichischen
politischen Kabaretts. Seine Berufe und Berufungen waren vielseitig,
er arbeitete als Werbetexter, Autor, Journalist, Drehbuchautor,
Stückeschreiber, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg, Moderator,
Box-Kommentator, Chansonsänger und Kabarettist.

Der promovierte Kunsthistoriker und Publizist wurde am 25. Jänner
1937 in Graz geboren. Nach dem Studium arbeitete er als Werbetexter,
bis er 1962 als Dramaturg für die Landestheater Salzburg und Linz
beschäftigt war, daneben war er auch als Stückeschreiber tätig.

Von 1965 an arbeitete Schneyder als freier Autor, bis ihn Kurt
Weinzierl mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt zusammenführte:
1974 begann die achtjährige Erfolgspartnerschaft des Duos - das im
gesamten deutschen Sprachraum Furore machte - in der "Münchner Lach-
und Schießgesellschaft". 1982 trennte sich das Duo, Schneyder tourte
als Solo-Kabarettist durch Österreich und Deutschland.

Mit Beginn des Jahres 1996 beendete Werner Schneyder seine
Karriere im Kleinkunst-Bereich um nach zwölf Jahren mit dem
Comeback-Programm 'Ich bin konservativ' "wortbrüchig" zu werden.

Werner Schneyder ist aber auch für seine literarischen
Publikationen bekannt. Sein literarischer Weg begann mit drei
Taschenbüchern mit Politlyrik und Aphorismen. Daneben schrieb er den
humoristischen Roman "Die Unternehmungen des Herrn Hans". Aus den
drei Paperbacks entstand der Auswahlband "Gelächter vor dem Aus". Es
folgten Satiren- und Erzählbände, das literarisches Porträt "Erich
Kästner - ein brauchbarer Autor", zwei Auswahlbände "Schreibzeit" und
"Zeitspiel", der Bericht über eine Theaterarbeit, "Meiningen oder die
Liebe und das Theater", der Gedichtband "Reimzeit", der Essayband
"Ansichten eines Solisten", das Selbstporträt "Ich, Werner Schneyder
- Meine zwölf Leben", drei Jahre nach dem Tod seiner Frau Ilse "Krebs
- Eine Nacherzählung". Zuletzt erschienen ausgewählte Erzählungen,
"Die Socken des Kritiker".

Werner Schneyder ist Mitglied des österreichischen PEN-Clubs und
Träger zahlreicher Auszeichnungen, wie dem Nestroy-Ring der Stadt
Wien, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Salzburger Stier
(Ehrenpreis).

Das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I.
Klasse" zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich durch besonders
hochstehende schöpferische bzw. anerkennenswerte Leistungen auf den
Gebieten der Wissenschaft oder der Kunst allgemeine Anerkennung und
einen hervorragenden Namen erworben haben.

Fotos (ab 17:45 Uhr) , das Programm der Verleihung sowie die
Laudatio Konstantin Weckers sind unter
http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2012/20121003.xml abrufbar.

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