- 03.10.2012, 10:08:39
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Glawischnig zu AKW-Stresstests: Abschalten statt nachrüsten
Brunner: Keine Milliarden für Nachrüstung, stattdessen Investitionen in Energiewende
Utl.: Brunner: Keine Milliarden für Nachrüstung, stattdessen
Investitionen in Energiewende=
Wien (OTS) - Die Grünen fordern angesichts der Ergebnisse der
EU-Stresstests einen Abschaltplan für alle europäischen
Atomkraftwerke (AKW) und sprechen sich klar gegen weitere
Milliardeninvestitionen in "sinnlose Nachrüstungen" aus. Das Geld
soll stattdessen in die grüne Energiewende investiert werden.
"Die Ergebnisse der AKW-Stresstests sind erschreckend. Praktisch alle
untersuchten Anlagen weisen Sicherheitsmängel auf. Französische AKW
und die Meiler an unseren Grenzen schneiden besonders schlecht ab.
Und das obwohl die Tests selbst äußerst lückenhaft sind. Denn
insgesamt wurden nur 24 von 68 AKW-Standorten in der EU geprüft. Und
viele Risiken, wie etwa alternde Technik, überholtes Design,
menschliches Versagen oder Terrorismus wurden nicht einmal
untersucht. Auch ein unerwartetes Katastrophenszenario wie in
Fukushima wurde nicht berücksichtigt. Jetzt besteht die Gefahr, dass
die oberflächlichen Stresstests zum Persilschein für eine
milliardenteure Nachrüstung und eine Laufzeitverlängerung der AKW
werden", warnt die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig.
Bis zu 25 Milliarden Euro sollen die notwendigen Nachrüstungen für
die mangelhaften Atommeiler betragen. "Auch durch
Milliardeninvestitionen werden die Atomkraftwerke nie ganz sicher
sein. Das Risiko nicht untersuchter Mängel bleibt bzw. steigt, wenn
die AKW länger am Netz bleiben. Letztlich würde nur die Atomindustrie
- auch mit Steuergeld - künstlich am Leben erhalten werden", sagt die
Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner, die Kritik an
Bundesminister Nikolaus Berlakovich übt, der angesichts der
Stresstests AKW-Nachrüstungen als Option sieht und ein "europäisches
Nuklearsicherheitssystem" will. Brunner meint dazu: "Ein
Umweltminister sollte wissen, dass Atomkraftwerke niemals sicher sein
können und daher konsequent für den europaweiten Atomausstieg kämpfen
statt der Bevölkerung vorzugaukeln, das Problem sei mit
milliardenteuren Nachrüstungen und Sicherheitsstandards zu lösen.
Spätestens seit Fukushima sollte das auch Berlakovich klar sein, dass
so das Risiko nur in die Länge gezogen wird".
Die Grünen schlagen einen europäischen Abschalt-Plan für alle AKW
vor. "Ziel soll die Stilllegung aller Atomkraftwerke in Europa sein.
Was Staaten wie Deutschland, die Schweiz und Belgien vormachen, ist
für ganz Europa möglich. Dafür soll sich die Bundesregierung jetzt
auf EU-Ebene einsetzen", sagt Glawischnig. "Die besonders
gefährlichen AKW sollten sofort, alle anderen AKW je nach
Risikobewertung im Rahmen eines Stufenplans abgeschaltet werden.
Gleichzeitig sollen über Milliardeninvestitionen in die Grüne
Energiewende Alternativen forciert werden", schlagen Glawischnig und
Brunner vor.
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