• 02.10.2012, 16:15:10
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Leopold Figl-Gedenkskulptur in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Pröll: Tatkraft, Pflichtgefühl und Heimatliebe

Utl.: Pröll: Tatkraft, Pflichtgefühl und Heimatliebe=

St. Pölten (OTS/NLK) - "Wir wussten nicht, was uns am nächsten Tag
erwartet, aber eines wussten wir: Wir laufen nicht davon und halten
durch, was auch geschehen mag", zitierte Landeshauptmann Dr. Erwin
Pröll heute, Dienstag, 2. Oktober, in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Leopold Figl, dessen 110. Geburtstag hier mit der Enthüllung einer
Gedenkskulptur gedacht wurde. Nach den KZs Dachau und Flossenbrück
war Leopold Figl von Herbst 1944 bis Jänner 1945 in Mauthausen, ehe
er an das Wiener Landesgericht überstellt wurde.

"Was wir aus dem Lebensweg Leopold Figls mitnehmen können, ist zum
ersten Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren", so der Landeshauptmann
weiter. Freiheit, Wohlstand und manchmal auch Überfluss scheinen
heute selbstverständlich, gerade hier in Mauthausen werde aber
bewusst, wie hart und mühsam die heutigen Erfolgsgrundlagen
erarbeitet werden mussten. "Figls Leben hieß, Österreich aufbauen.
Sein Auftrag an uns lautet, das Land zu hegen und zu pflegen und es
gesund und wohlbehalten an die nächsten Generationen weiterzugeben",
so Pröll.

Der zweite Punkt, den der Landeshauptmann ansprach, war die Demut
gegenüber der Geschichte und das Ankämpfen gegen das Verdrängen und
Vergessen. "Die Erinnerung an die Geschichte ist das beste Mittel
gegen die Arroganz der Gegenwart und die Irrwege in die Zukunft.
Dabei dürfen wir nie aufhören, miteinander zu reden und einander zu
respektieren", betonte Pröll.

Als dritten Punkt nannte der Landeshauptmann Zuversicht und
Zukunftsglaube: Alle Herausforderungen der Gegenwart seien um vieles
einfacher zu bewältigen als die Probleme zu Zeiten Leopold Figls.
"Die Gedenkskulptur soll an Leopold Figl erinnern, die Geschichte
wachhalten und das Bewusstsein stärken, dass jeder Leopold Figl in
Tatkraft, Pflichtgefühl und Heimatliebe nacheifern kann", so Pröll
abschließend.

Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger sprach von Mauthausen als
einem Ort des Bewusstseins, dass so etwas nie wieder passieren dürfe,
und der Zuversicht, ein neues Österreich zu bauen: "Leopold Figls
ganz klare Haltung gegen den Nationalsozialismus hat ihn fast das
Leben gekostet, sein Mut hat bei den Staatsvertragsverhandlungen zur
Streichung der Präambel über Österreichs Mitschuld geführt, er hat
über alle ideologischen Grenzen hinweg stets das Gemeinsame gesucht",
so Spindelegger.

Bundesministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner betonte angesichts des
tausendfachen Verbrechens von Folter, Mord und Totschlag das "Nie
wieder". Hier in Mauthausen gedenke man der Opfer, die ihrer Würde
und Menschlichkeit beraubt, die gequält, gefoltert und ermordet
worden seien. "Das Gedenken an Leopold Figl, gegenüber dem wir mit
der Skulptur unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen wollen, gilt
aber auch jenen, die den Weg in die Freiheit nicht mehr geschafft
haben", so Mikl-Leitner.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer würdigte den unbeugsamen
Patrioten und Staatsmann, dessen Aufbauwerk bis heute unübersehbare
und nachhaltige Wirkung habe. Neben den verblendeten Massen sei er
einer jener Patrioten gewesen, die den Glauben an Österreich
hochgehalten hätten. "Die Gedenkskulptur erinnert an die
dramatischste, gefährlichste und erniedrigendste Phase seines Lebens.
Aus dem Leiden seiner Generation sollten wir lernen, Demokratie und
Menschenwürde hochzuhalten, gegen Antisemitismus und
Fremdenfeindlichkeit einzutreten und den Glauben an eine gute und
friedliche Entwicklung des Landes nicht aus den Augen zu verlieren",
so Fischer.

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