- 02.10.2012, 12:34:51
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Lunacek: "Wir brauchen keine AKW-Stresstests, wir brauchen den Atomausstieg!"
Grüne: Stresstest-Bericht der EU-Kommission beweist, dass keine wirkliche Risikoabschätzung möglich
Utl.: Grüne: Stresstest-Bericht der EU-Kommission beweist, dass
keine wirkliche Risikoabschätzung möglich=
Wien (OTS) - "Der europäische AKW-Stresstest war von Anfang an eine
Mogelpackung und ein fadenscheiniger Versuch das Vertrauen der
Bürgerinnen und Bürger in die Atomenergie nach der
Fukushima-Katastrophe wieder herzustellen. Die Ergebnisse der Tests
erlauben aber weder eine wirkliche Risikoabschätzung, noch geben sie
Aufschluss darüber, welche Reaktoren am besten sofort abgeschaltet
werden müssen. Die europäischen Bürgerinnen und Bürger dürfen sich
von EU-Energiekommissar Oettinger und in seinem Gefolge von
Österreichs Umweltminister Berlakovich, der diese Tests als mutigen
Schritt verteidigt hat, nicht hinters Licht führen lassen, wenn diese
versuchen die Tests als großen Fortschritt für die atomare Sicherheit
zu verkaufen - das sind sie definitiv nicht!" erklärt Ulrike Lunacek,
Europasprecherin der Grünen, nach dem Bekanntwerden der beunruhigende
Ergebnisse der europäischen Stresstests für Atomkraftwerke und der
für morgen avisierten Vorstellung des Berichtes durch
Energiekommissar Oettinger.
Lunacek: "Die Prüfungen, die im Rahmen der Stresstests durchgeführt
wurden, klammerten viele sicherheitsrelevante Bereiche, wie Risiken
durch alternde Technik, überholtes Design, menschliches Versagen oder
Terrorismus aus. Keine Beachtung fand auch die Erfahrung mit dem
unerwarteten Katastrophenszenario in Fukushima. Zudem hat man nur
wenige Reaktoren besucht, die dann auch nicht gründlich inspiziert
wurden. Tausende von Rissen im Stahl belgischer Reaktoren wurden im
Rahmen der Stresstests gar nicht entdeckt. Absolute Sicherheit,
soviel ist seit der Katastrophe von Fukushima klar, kann es jedoch
erst geben, wenn wir aus der Hochrisikotechnologie Atomkraft
ausgestiegen sind. Wir brauchen keine Tests als Alibi für Günther
Oettinger. Was wir brauchen ist eine endgültige Abkehr von der
Nutzung der Atomkraft und ein klares Bekenntnis für Erneuerbare und
Energieeffizienz in Europa."
Als Sofortmaßnahmen fordert Lunacek vom EU-Energiekommissar zumindest
die identifizierten Sicherheitsmängel sofort abzustellen. Die Kosten
dafür liegen laut Stresstest-Bericht bei 10 bis 25 Milliarden Euro.
Für viele Anlagen werden sich diese Investitionen in verbesserte
Sicherheit nur dann lohnen, wenn die Reaktoren noch möglichst lange
am Netz bleiben. Damit geht die Befürchtung einher, dass die
Stresstests dann von der EU-Kommission als Gütesiegel für alte
riskante Atomkraftwerke missbraucht werden und im schlimmsten Fall
noch eine Laufzeitverlängerung rechtfertigen. Lunacek: "Diese
Befürchtung muss von Energiekommissar Oettinger widerlegt werden. Ein
Schritt zu mehr Glaubwürdigkeit wäre, dass er endlich die sofortige
Abschaltung für die AKWs fordert, die nach den Stresstests am
schlechtesten abschneiden!"
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