- 01.10.2012, 12:30:47
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Moser zu Westbahn-Entgleisung: Zwischenfall war kein Einzelversagen
Organisationsmängel und Einsparungen gefährden Sicherheit der Fahrgäste
Utl.: Organisationsmängel und Einsparungen gefährden Sicherheit der
Fahrgäste=
Wien (OTS) - "Die Versuche der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB),
das Versagen rund um Sicherungsausfall und die Entgleisung auf der
Westbahnstrecke vor dem Wochenende zu beschönigen, können nicht
unwidersprochen bleiben. Der Zwischenfall ist zwar glimpflich
ausgegangen, aber eine genauere Analyse der Intercity-Entgleisung in
Wien-Penzing am Freitagmorgen offenbart Mängel bei den ÖBB, die die
Sicherheit der Fahrgäste gefährden und abgestellt werden müssen",
sagt Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen.
"Das händische Stellen der Weiche, das zur Entgleisung führte, war
nur eines der Glieder in einer Kette von Fehlleistungen. Dem dafür
verantwortlichen Bediensteten die gesamte Verantwortung umzuhängen
ist daher völlig verfehlt. Das händische Weichenstellen war nur
deshalb notwendig, weil 17 Stunden nach dem Ausfall der
Sicherungsanlage deren Funktionsfähigkeit noch immer nicht
wiederhergestellt war. Nachdem sich der Ausfall mittags zugetragen
hatte, wurde erst am Folgetag mit den nötigen Arbeiten begonnen. Zu
den verlängerten Instandhaltungsintervallen kommen auch noch
krampfhafte Einsparungen, wie zum Beispiel bei Bereitschaftsdiensten
dazu. Dabei ist das völlig unangemessen. "Auf einem so stark
befahrenen Gleisabschnitt ist jeder Ausfall der Sicherungsanlage ein
großes Sicherheitsrisiko und müsste wirklich mit höchster Priorität
repariert werden", sagt Moser.
Dass dann auch am Freitag der ganze Tag verging, bis eingeschränkter
eingleisiger Zugsverkehr wiederhergestellt werden konnte, weil etwa
die Untersuchungskommission ihre Arbeit erst verspätet aufnahm und
die Bereitschaft der Gleisbaumaschine nicht vereinbart worden war,
spricht Bände über die Zustände bei den ÖBB. "Die Beteuerung 'Die
Sicherheit von Fahrgästen hat bei den ÖBB oberste Priorität' kann
unter diesen Umständen nur als schlechter Scherz betrachtet werden.
Statt die Missstände mit fehlerhaften PR-Botschaften zudecken zu
wollen, müssen die ÖBB und die Eisenbahnaufsichtsbehörde im
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie endlich die
tieferliegenden Ursachen für derartige Zwischenfälle angehen",
fordert Moser.
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