- 27.09.2012, 12:17:30
- /
- OTS0155 OTW0155
Wiener Ausstellung "Uranabbau in und für Europa" im Europäischen Parlament
Studie der Wiener Umweltanwaltschaft deckt CO2-Problematik auf
Utl.: Studie der Wiener Umweltanwaltschaft deckt CO2-Problematik auf=
Wien (OTS) - Gestern, Mittwoch wurde im Europäischen Parlament in
Brüssel eine Studie zum "Uranabbau in und für Europa" der Wiener
Umweltanwaltschaft präsentiert. Die Untersuchung, die in einer
Ausstellung zusammengefasst ist, ist eine Woche lang im EU-Parlament
zu sehen und gibt Einblick in die Natur- und Umweltschäden durch die
Urangewinnung. Der österreichische EP-Abgeordnete Jörg Leichtfried
erinnerte als Schirmherr der Veranstaltung, dass Österreich jenes
Land in Europa sei, das sich federführend und aktiv gegen die
Atomenergie einsetze, "wir brauchen aber mehr Verbündete, um einen
Atomausstieg mittel- und langfristig in Europa zu schaffen."
Die Wiener Umweltanwältin Andrea Schnattinger, in ihrer Funktion als
Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien, wies auf die Sorge hin, dass
die Gefahr der Rückkehr des Uranbergbaus in der EU steige - "obwohl
Kernenergie nicht erneuerbar ist, denn die vorhandenen Ressourcen
werden noch in diesem Jahrhundert erschöpft sein. Schon jetzt werden
nur etwa zwei Prozent des Gesamtenergiebedarfs der Welt aus
Kernenergie gedeckt. Ganz klar weisen wir in der Studie auf die
Gefahren des Uranbergbaus hin, etwa Umweltschäden und einen massiven
CO2-Ausstoß, die beim Thema Kernenergie oft ausgeblendet werden."
Schnattinger stellte die zentralen Ergebnisse der Studie zum
Uranbergbau in Europa vor, insbesondere, welche negativen Folgen der
gesamte Prozess der Gewinnung, Verarbeitung und Endlagerung von Uran
auf den Klima- und Umweltschutz hat - abgesehen von den eigentlichen
Gefahren der Atomenergie.
Europaabgeordnete unterstützen lokale Initiativen gegen
Atomenergie
Die Europaabgeordnete Karin Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für
Umweltschutz des Europäischen Parlaments, zeigte sich über die
bestehenden Initiativen der Stadt Wien für mehr atomenergiefreie
Städte in Europa erfreut. "Die Vernetzung mit den britischen 'Nuclear
Free Local Authorities' belegt, dass es in die richtige Richtung
geht. Mir ist wichtig, dass Klarheit und Transparenz über die Kosten
und die Folgen von Energieformen geschaffen werden. Wer ökologische
Aspekte aus der Atomenergiedebatte ausklammert, ist unglaubwürdig",
sagte Kadenbach. Der Europaabgeordnete Josef Weidenholzer
kritisierte, dass die Atomlobby gerne die Umweltschäden sowie den
massiven CO2-Ausstoß verschweige, der für die Kernenergie beim
Uranabbau notwendig ist, "deshalb haben wir heute in einer
gemeinsamen Aktion die Öffentlichkeit sensibilisiert." Unter den
Gästen waren auch weitere Abgeordnete zum Europäischen Parlament, wie
Eva Lichtenberger (Grüne/Ö) und Jens Nilsson (SAP/Schweden).
Britische und europäische Städte gegen Atomenergie
Stadtrat Brian Goodall, Vorsitzender der britischen Nuclear Free
Lokal Authorities, zeigte sich erfreut, dass "die NFLA mit Wien im
Rahmen dieser exzellenten Initiative zusammenarbeitet, um gemeinsam
innerhalb Europas an den Fragen der Sicherheit zu arbeiten und für
eine alternative Energievision einzutreten - gerade in einer Zeit
nach Fukushima." Vor dem Hintergrund der Entscheidung europäischer
Länder zu einem stufenweisen Rückzug aus der Atomenergie sei es
wichtig, in der Debatte um die zukünftige Entwicklung der
Nuklearpolitik aktiv zu bleiben, auch mit Studien wie jener zu den
Umweltschäden im Uranbergbau. "In Großbritannien sehen wir
ernstgemeinte Versuche einer weiteren Nutzung von Atomenergie sowie
eines weiteren Baus von neuen Reaktoren in England und Wales. Umso
wichtiger ist, dass sich Schottland, neben einem komplett
kernenergiefreien Irland, vehement vom Bau neuer nuklearen Reaktoren,
distanziert. Wir freuen uns, mit Wien und anderen wichtigen Städten
zusammenzuarbeiten um Lobbying für kontinuierliche Verbesserungen im
Bereich nuklearer Sicherheit und für einen umfassenden erneuerbaren
Energiemix, Energieeffizienz und Energieerzeugung zu betreiben. Durch
unsere Zusammenarbeit kann dies zum Wohl der BürgerInnen ermöglicht
werden."
Vitouch: Intelligente Energielösungen auf lokaler Ebene
stärken
Gemeinderätin Elisabeth Vitouch, Vorsitzende des Ausschusses für
Europäische und internationale Angelegenheiten im Wiener Gemeinderat
und Vertreterin der Stadt Wien im Ausschuss der Regionen wies darauf
hin, dass "wir vor dem Hintergrund der jüngsten katastrophalen
Ereignisse in Fukushima noch mehr auf die Gefahren der Atomenergie
aufmerksam machen und uns auf allen Ebenen für ein atomenergiefreies
Europa einsetzen müssen". Ganz wichtig, so Vitouch, sei es, nun nicht
nur im großen Stil auf erneuerbare Energien und bessere
Energieeffizienz zu setzen, sondern auch die vielen intelligenten,
nachhaltigen und integrierten kommunalen Energielösungen zu fördern
- "das geht nur mit einem klaren Bekenntnis auch zu öffentlichen
Diensten."
Europäische Städte gegen Atomenergie vernetzen sich in Brüssel
Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung kamen die Vertreterinnen und
Vertreter der NFLA und der Wiener Initiative von Städten gegen
Atomenergie am 25. und 26. September in Brüssel zu
Informationsgesprächen und Vernetzungstreffen zusammen, um die
zukünftige Strategie der Initiativen zu definieren und weitere
Partnerstädte zu gewinnen. Politische Unterstützung erhält die Wiener
Initiative von Umweltstadträtin Ulli Sima bereits von den Städten
Antwerpen, Bergen, Dublin, Frankfurt, Hannover, Köln, Manchester,
München, Nikosia und Viernheim.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK






