- 25.09.2012, 11:50:36
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Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: Start der Restaurierung der Rathausfassaden
Der 1. Bauabschnitt umfasst mit rund 4.000 m2 rund zwei Drittel der Westfassade am Friedrich-Schmidt-Platz, ein Drittel der Südfassade in der Lichtenfelsgasse sowie 13 Skulpturen
Utl.: Der 1. Bauabschnitt umfasst mit rund 4.000 m2 rund zwei
Drittel der Westfassade am Friedrich-Schmidt-Platz, ein
Drittel der Südfassade in der Lichtenfelsgasse sowie 13
Skulpturen=
Wien (OTS) - Das Wiener Rathaus erhält in elf Bauabschnitten ein
umfassendes "Face-Lifting". Bürgermeister Michael Häupl und
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gaben heute, Dienstag, im Rahmen des
Mediengesprächs des Bürgermeisters den plangemäßen Beginn der
Sanierung der Rathausfassaden bekannt: "Die Arbeiten mit dem Ziel
einer nachhaltigen und ökologischen Restaurierung starten
unverzüglich - mit dem heutigen Tag."
Dem Beginn der Restaurierung gingen umfassende Voruntersuchungen
voraus, die mehrere Testflächen sowie eine Musterfläche am Eckrisalit
Lichtenfelsgasse/Friedrich-Schmidt-Platz beinhalteten. Damit wurde
der großen Bedeutung des Rathauses, das sowohl zu den zentralen
Bauten der Wiener Ringstraße als auch zu den herausragendsten
Natursteinbauwerken Europas zählt, sorgfältig Rechnung getragen.
"Die erste Sanierungsphase umfasst drei Teilbereiche, die sich um
die bereits restaurierte Musterfläche - inklusive des Mittelrisaliten
an der Front Friedrich-Schmidt-Platz und bis zum Mittelrisaliten an
der Seite Lichtenfelsgasse - gruppieren. In diesen Bereichen zählen
Verschmutzungen, aber auch - bedingt durch Verwitterungsprozesse -
Formenverluste und Fehlstehlen zu den Schadensbildern", erklärte
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
Hauptschadenszonen bilden sämtliche Gesimse sowie stark exponierte
und plastisch bzw. bildhauerisch bearbeitete Bauteile, darunter auch
13 Skulpturen. Die aufwändig gearbeiteten, überlebensgroßen
Skulpturen (ca. 2,80 m Höhe) stehen frei vor den Fassaden und zeigen
ikonographische Darstellungen der Tugenden (u.a. "Treue", "Stärke",
"Gerechtigkeit").
"Rund 20 ausgewiesene Expertinnen und Experten werden im 1.
Bauabschnitt ihr Fachwissen und Können zum Einsatz bringen",
erläuterte der Wiener Wohnbaustadtrat. So werden etwa BildhauerInnen
für die Feinarbeit bei Skulpturen und Verzierungen, aber auch die
Rekonstruktion von fehlenden Teilen zuständig sein.
"Nach den Vermessungen und der Anlieferung des Materials werden
drei Gerüste nacheinander, beginnend mit dem Mittelrisaliten am
Friedrich-Schmidt-Platz, aufgebaut. Insgesamt wird der Aufbau der
Gerüste, die mit einer Verkleidung aus glatten Holzböden und mittels
Alarmanlage mit direkter Verbindung zur Rathauswache gesichert
werden, rund vier Wochen in Anspruch nehmen. Geplante Fertigstellung
des 1. Bauabschnitts, dessen Kosten rund 2,7 Mio. Euro betragen, ist
im Winter 2013", informierte Ludwig.
Während der gesamten Dauer der Sanierung sei ein weitestgehend
unbeeinträchtigter Betrieb gewährleistet, wie der Wiener
Wohnbaustadtrat betonte. "Das Wiener Rathaus hat, als Herzstück
Wiens, für die Bevölkerung einen enormen Stellenwert. Als
Anziehungspunkt, in dem jährlich zahlreiche attraktive
Veranstaltungen stattfinden, stellt das Rathaus für viele Wienerinnen
und Wiener einen beliebten Treffpunkt dar. Daher war es uns sehr
wichtig, dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung zu tragen, auch während
der Sanierungsarbeiten die vielen Publikumsevents zu ermöglichen", so
Ludwig abschließend.
Restaurierung in elf Bauabschnitten
Die Restaurationsarbeiten werden in elf Bauabschnitten ausgeführt.
Geplant ist, mit den einzelnen Bauabschnitten jeweils im Herbst zu
beginnen und die Arbeiten vor dem Winter des darauf folgenden Jahres
fertig zu stellen. Die endgültige Fertigstellung der Restaurierung
der Rathausfassaden ist mit Ende 2023 vorgesehen.
Die Kosten der einzelnen Sanierungsabschnitte liegen - abhängig
von Faktoren wie Größe der Fassadenfläche, Anzahl der Skulpturen und
Schwere der Schadensbilder - zwischen rund 2,7 und 4,1 Mio. Euro. Die
Gesamtkosten werden sich auf rund 35 Mio. Euro belaufen. Mit rund 4,7
Mio. Euro beteiligt sich der Wiener Altstadterhaltungsfonds an der
Sanierung der Rathausfassaden.
Restauriert werden nicht nur die Fassaden und Skulpturen. Das
Gesamtsanierungskonzept umfasst auch Maßnahmen wie die Reinigung und
Instandsetzung der Natursteinteile, auch Säulen, in den Durch- und
Einfahrtsbereichen, die Instandsetzung der im Zuge der
Steinfassadeninstandsetzung betroffenen Türen, Tore, Fenstergitter,
Bleiverglasungen sowie den Umbau der Beleuchtungseinrichtungen auf
moderne und energieeffiziente Leuchten. Ein von der MA 34 - Bau- und
Gebäudemanagement, die für die Sanierung der Rathausfassaden
verantwortlich zeichnet, gemeinsam mit der MA 3 - Bedienstetenschutz
und berufliche Gesundheitsförderung - erarbeitetes Maßnahmenpaket
sorgt für einen möglichst unbeeinträchtigten Betrieb während der
Sanierungsarbeiten.
Die Sanierungsabschnitte
Bauabschnitte 1 (4.010 m2) und 2 (5.120 m2): Teilbereich Westfassade
Friedrich-Schmidt-Platz, Teilbereich Südfassade Lichtenfelsgasse
Bauabschnitte 3 (4.500 m2) und 4 (4.200 m2): Fassaden Arkadenhof,
Teilbereich Nordfassade Felderstraße
Bauabschnitte 5 (4.850 m2) und 6 (4.100 m2): Teilbereich Nordfassade
Felderstraße, Teilbereich Südfassade Lichtenfelsgasse, Hauptturm
Bauabschnitte 7 (700 m2) und 8 (700 m2): Nebentürme
Bauabschnitte 9 (3.450 m2) und 10 (3.450 m2): Fassaden Rathausplatz
Bauabschnitt 11 (1.400 m2) : Freitreppe am Rathausplatz
Daten & Fakten über das Wiener Rathaus
In seiner neugotischen Form (Architekt: Friedrich Schmidt) umfasst
stellt das Wiener Rathaus (erbaut 1872 - 1883) ein Hauptwerk der
Spätphase des strengen Historismus dar. Bei keinem anderen der großen
Ringstraßenbauten wurde so viel Naturstein - weit mehr als 40.000 m3
Bruch und Quadersteine - verwendet.
Grundstückfläche: 19.592 m2
Verbaute Fläche: 14.067 m2
Gesamte Innenhoffläche: 5.525 m2
Arkadenhoffläche: 2.806 m2
Höhe des Hauptturmes: 98 m (mit Rathausmann: 103,3 m)
Höhe der vier Seitentürme: 65 m
Höhe der Eckturmdächer: 44 m
Höhe der Turmdächer über der Einfahrt: 53 m (Schluss) da
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