- 25.09.2012, 02:00:31
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Amnesty International und Greenpeace veröffentlichen Giftmüllreport
Rohstoffkonzern Trafigura muss für Giftmüll-Tragödie zur Verantwortung gezogen werden
Utl.: Rohstoffkonzern Trafigura muss für Giftmüll-Tragödie zur
Verantwortung gezogen werden=
Wien/Dakar (OTS) - Greenpeace und Amnesty International
veröffentlichen heute bei einer Pressekonferenz in Dakar den
gemeinsam erstellten Bericht "The Toxic Truth". Der 234 Seiten
umfassende Bericht ist das Resultat dreijähriger intensiver
Recherchen zu einem Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste, dessen
Folgen mindestens 15 Personen das Leben kostete und mehr als 100.000
Menschen nachweislich gesundheitlich schädigte. Die tragische Kette
von Fehlentscheidungen, die zur medizinischen, ökologischen und
politischen Katastrophe führten, wurde dabei einer akribischen
Überprüfung unterzogen. Der Bericht belegt im Detail, wie bestehende
Gesetze missachtet wurden und wie mehrere Regierungen es versäumten,
die Verfrachtung des Giftmülls zu stoppen. Amnesty International und
Greenpeace fordern gemeinsam die britische Regierung auf,
Ermittlungen gegen den multinationalen Rohstoffkonzern Trafigura
wegen der illegalen Entsorgung von Giftmüll in der Elfenbeinküste
einzuleiten. Sechs Jahre nach der Tragödie muss der Konzern endlich
zur Verantwortung gezogen werden.
"In den sechs Jahren, die seit der illegalen Giftmüllentsorgung in
der Elfenbeinküste vergangen sind, hat Trafigura alle einem
milliardenschweren multinationalen Konzern zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten ausgeschöpft, um sich seiner Verantwortung zu
entziehen", sagt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace
International. "Die mehr als 100.000 geschädigten Menschen fordern,
dass die Drahtzieher hinter diesem Desaster zur Verantwortung gezogen
und alle Informationen offengelegt werden. Alle Staaten müssen aus
diesem Fall lernen und sicherstellen, dass es keine Straffreiheit für
Konzerne wie Trafigura geben kann."
Der Skandal ereignete sich im August 2006, als toxischer Abfall an
Bord des Frachters Probo Koala an die Elfenbeinküste gebracht und
dort von einer erst kürzlich zugelassenen, kleinen Entsorgungsfirma
in der Nähe von Wohngebieten in Abidjan entsorgt wurde. Der Giftmüll
entstand als Abfallprodukt einer Rohölreinigung, welche von
Trafigura, dem weltweit drittgrößten unabhängigen Ölhändler,
durchgeführt wurde. Obwohl die Folgen für die Menschen verheerend
waren, konnte sich Trafigura bis heute der rechtlichen Verantwortung
für die illegale Entsorgung des Giftmülls entziehen. Gestützt auf die
Aussagen von Betroffenen und Experten, wirft der Bericht von Amnesty
International und Greenpeace ein neues Licht auf die Folgen für die
Menschen in Abidjan und ihren anhaltenden Kampf für Gerechtigkeit.
"Bereits sechs Jahre sind seit dieser schrecklichen Tragödie
vergangen. Es ist höchste Zeit, dass Trafigura endlich die volle
rechtliche Verantwortung dafür übernehmen muss", sagt Salil Shetty,
Generalsekretär von Amnesty International. "Wir sind es den Menschen
schuldig, die, wie hier in Abidjan, zu unschuldigen Opfern eines
internationalen Konzerns werden, dem Profit ganz klar wichtiger ist
als die Gesundheit tausender Menschen."
Amnesty International und Greenpeace haben mit diesem Bericht
umfassende Empfehlungen für die Internationale Gemeinschaft
erarbeitet, damit sich eine solche Tragödie in Zukunft nicht
wiederholen kann. Diese enthalten klare Richtlinien, wie gegen
transnational tätige Konzerne bei Menschenrechtsverstößen und
Umweltverschmutzungen vorgegangen werden muss. Weiters fordern die
beiden Organisationen die britische Regierung auf, Ermittlungen gegen
die in London ansässige Trafigura Ldt. einzuleiten und ihre Rolle im
Giftmüllskandal zu beleuchten. Auch die Regierung der Elfenbeinküste
wird aufgefordert, die Betroffenen Menschen zu entschädigen und die
rechtliche Vereinbarung neu zu bewerten,die Trafigura umfassende
Straffreiheit in der Elfenbeinküste sichert.
Für Interviews stehen Ihnen internationale Experten von Greenpeace
und Amnesty International gerne zur Verfügung.
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