• 20.09.2012, 11:33:43
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Greenpeace-Statement: Arktisches Meereis so stark geschrumpft wie nie zuvor

Wissenschaftler ermitteln Rückgang des Eises von über 45 Prozent seit 1979

Utl.: Wissenschaftler ermitteln Rückgang des Eises von über 45
Prozent seit 1979=

Wine (OTS) - Wissenschaftler des US-amerikanischen National Snow and
Ice Data Centers (NSIDC), die derzeit an Board des Greenpeace-Schiffs
Arctic Sunrise ihren Forschungen nachgehen, haben einen neuen
Tiefstand des arktischen Meereises seit Beginn der Aufzeichnungen im
Jahr 1979 bekannt gegeben. Die Daten deuten darauf hin, dass sich das
arktische Meereis am 16. September nur mehr über 3,4 Millionen km2
erstreckte, was einen Rückgang von über 45 Prozent seit 1979
bedeutet. "Diese Entwicklung stellt einen entscheidenden Moment in
der Geschichte der Menschheit dar. Wir haben in den letzten 30 Jahren
unseren Planeten, wie man ihn vom Weltall aus sieht, massiv
verändert, was zur Folge hat, dass die Arktis im Sommer bald komplett
eisfrei sein wird", erklärt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von
Greenpeace International.

Gestern hat Naidoo gemeinsam mit Bill McKibben, dem Gründer von
350.org, zu einer koordinierten internationalen Reaktion auf die
Polar-Krise aufgerufen. "Anstatt sich mit den Ursachen des
Klimawandels auseinander zu setzen, schauen unsere Politiker zu, wie
das Eis schmilzt, um sich dann die Beute aufzuteilen", so Naidoo.
"Ich hoffe, dass dieser Tag für künftige Generationen einen
Wendepunkt markieren wird, an dem ein neuer Geist der globalen
Zusammenarbeit aufkam, um die riesigen Herausforderungen zu
bewältigen. Wir müssen zusammenarbeiten, um die Arktis vor den
Auswirkungen des Klimawandels und vor der unkontrollierten Gier der
Konzerne zu schützen. Das wird der zentrale Umweltkampf unserer
Zeit." Naidoo selbst hat erst vor kurzem eine Gazprom-Plattform in
der russischen Arktis erklettert, um auf die riskanten Bohrpläne in
der Region aufmerksam zu machen.

Die NSDIC-Wissenschaftlerin Dr. Julienne Stroeve, derzeit an Board
der Arctis Sunrise, erklärt die Zusammenhänge: "Dieser traurige
Rekord zeigt, dass die Arktis eine neue Klimaepoche erreicht hat. Die
Kombination aus dünnerem Eis, wärmerer Luft- und Wassertemperatur
kann ab jetzt in jedem Sommer zu einem noch größeren Eisverlust
führen. Dadurch kommt es zu einer unüblichen Erwärmung der arktischen
Atmosphäre, was sich auf die Wetterbedingungen der nördlichen
Hemisphäre auswirkt. Vermehrte Extremwetterereignissen, wie
anhaltende Dürreperioden, Hitzewellen und Überschwemmungen, können
die Folge sein."

Greenpeace fordert die Errichtung eines Schutzgebietes der
unbewohnten Regionen rund um den Nordpol und ein Verbot der nicht
nachhaltigen industriellen Aktivitäten in den Überresten der Arktis.

Bildmaterial schicken wir gerne auf Anfrage
([email protected]) zu.

Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at/schuetztdiearktis

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