- 19.09.2012, 11:18:14
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Schülerunion: Ethikunterricht nur als alternativer Pflichtgegenstand sinnvoll
Inhalte des Ethikunterrichts finden im modernen Religionsunterricht Platz
Utl.: Inhalte des Ethikunterrichts finden im modernen
Religionsunterricht Platz=
Wien, 19. Septemeber 2012 (OTS) - Die Diskussion rund um Religions-
und Ethikunterricht hält weiterhin an. Mittlerweile hat sich auch die
Plattform "Ethik für alle" formiert, welche mit einer Pressekonferenz
am heutigen Tag offiziell ihre Forderung präsentiert. Die
Schülerunion steht der Forderung nach einem Pflichtgegenstand Ethik
für alle Schüler weiterhin kritisch gegenüber.
"Das Bild vom Religionsunterricht ist vielerorts ein Veraltetes.
Tatsächlich werden im Religionsunterricht heutzutage bereits viele
Themenbereiche bearbeitet und vermittelt, die sich mit den Inhalten
eines Ethikunterrichts, wie er momentan geplant ist, überschneiden",
erklärt Bundesobmann Daniel Perschy. Daher fordert die Schülerunion
Ethik als alternativen Pflichtgegenstand für jene Schüler, die keinen
konfessionellen Religionsunterricht besuchen wollen. Der Schüler hat
somit die Wahlalternative und Entscheidungsfreiheit eine für ihn
optimale Lösung zu finden.
Zusätzlich ist zu bedenken, dass immer noch die Mehrheit der
österreichischen Bevölkerung sich zur christlichen Religion bekennt.
"Diese Tatsache, gibt dem Religionsunterricht gewissermaßen eine
Legitimation durch die Bevölkerung. Würden jetzt reihenweise
Österreicher aus der Kirche austreten, wäre das wiederum der Auftrag
an den Staat, zu erkennen, dass der Religionsunterricht nicht mehr
gewünscht wird. Zudem wurde im Österreichischen Schülerparlament 2010
einstimmig die Forderung nach einem Ethikunterricht als Alternative,
aber nicht als Pflichtgegenstand, beschlossen!", fügt Perschy hinzu.
Micheal Jahn, Direktor der Hegelgasse in Wien, welche als erste
Schule den Schulversuch "Ethik als alternativen Pflichtgegenstand"
eingeführt hat, ergänzt: "Ich verstehe nicht, warum man mit aller
Gewalt ein neues, kostenverschlingendes Modell ins Leben rufen will,
wenn es ein bestehendes und gut funktionierendes Modell gibt:
Ethikunterricht als alternativer Pflichtgegenstand läuft an einigen
Schulen bereits sehr erfolgreich als Schulversuch und wurde auch 2
Mal äußerst positiv evaluiert! Aus meiner Sicht wäre es weitaus
sinnvoller das Geld an anderer Stelle zu investieren, als es in ein
Fass ohne Boden zu stecken!"
"Bereits in Zeiten der Aufklärung konnten sich Menschen an der
Religion als Solche stoßen und so erst diese Bewegung entwickeln -
diese Möglichkeit Reibungspunkte zu finden, bietet sich auch heute im
konfessionellen Religionsunterricht! Der Trend, dass Schüler sich vom
Religionsunterricht abmelden ist gewissermaßen ein Boomerang: Nach
ein bis zwei Jahren melden sich zahlreiche Schüler wieder zurück, aus
dem Wunsch heraus, auch im Rahmen eines konfessionellen
Religionsunterrichts gebildet zu werden", ergänzt Jahn.
Die Schülerunion ist die größte Interessensvertretungsorganisation
für Österreichs Schüler. Über 30000 Mitglieder vernetzen sich, um
sich auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung der
Schule auf Basis der Schülerinteressen einzusetzen. Entsprechende
Forderungen bringt die Schülerunion zusätzlich im Rahmen der
Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie in diesem Schuljahr 27
von 29 Mandaten hält.
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