• 19.09.2012, 09:07:00
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  • OTS0027 OTW0027

Bayr zum Weltkindertag: "Kinder brauchen Zeit zum Kindsein"

"Keine bilateralen Abkommen der EU mit Staaten, die Kinderarbeit tolerieren"

Utl.: "Keine bilateralen Abkommen der EU mit Staaten, die
Kinderarbeit tolerieren"=

Wien (OTS/(SK)) - Der Welttag des Kindes am 20. September steht
dieses Jahr unter dem Motto "Kinder brauchen Zeit". Petra Bayr,
SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, betont, dass vielen
Kindern in Schwellen- und Entwicklungsländern wichtige Lebenszeit
durch Kinderarbeit genommen wird. "Laut der ILO, der Internationalen
Arbeitsorganisation, müssen aktuell 215 Millionen Kinder arbeiten.
Viele von ihnen unter unwürdigen Bedingungen und Vollzeit, sodass sie
nicht in die Schule gehen können und nicht ausreichend Raum haben, um
einfach Kind zu sein." Meist treibt die Armut der Eltern und
mangelnde Bildung Kinder in die frühzeitige Arbeit. ****

Die ILO sieht in den Kernarbeitsnormen das Verbot von ausbeuterischer
Kinderarbeit sowie unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der
schlimmsten Formen der Kinderarbeit (Konvention 182) und ein
Mindestalter für Arbeit (Konvention 138) vor. Bayr fordert, dass die
EU in all ihren bilateralen Handelsverträgen das verbindliche
Einhalten dieser Normen festschreibt: "Die EU hat es in ihren
bisherigen Abkommen verabsäumt, soziale und ökologische
Nachhaltigkeitskriterien verbindlich zu verankern. Das ist
inakzeptabel und darf sich nicht einfach wiederholen."

Aktuell verhandelt die EU ein umfassendes Freihandelsabkommen mit
Indien. Einem Land in dem laut Angaben der ILO etwa 12,6 Millionen
Kinder arbeiten müssen und das weder die Konvention 138 für ein
Mindestalter bei Arbeit, noch die Konvention 182 zum Verbot der
schlimmsten Formen von Kinderarbeit unterzeichnet hat. Bayr ruft die
EU auf, kein Abkommen unter diesen Umständen abzuschließen: "Wir
dürfen kein Freihandelsabkommen mit einem Staat abschließen, der
Kinderarbeit toleriert. Erst wenn Indien die beiden relevanten
Konventionen zu Kinderarbeit der ILO ratifiziert und realpolitisch
umgesetzt hat und die EU auf sozialen und ökologischen
Nachhaltigkeitskapitel mit bindenden Streitbeilegungsmechanismen
besteht, kann man ernsthaft ein Abkommen mit Indien verhandeln.
Kinder brauch Zeit, um Kind zu sein." (Schluss) gd

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