• 18.09.2012, 19:12:59
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"DER STANDARD"-Kommentar: "Die Vertuscher bleiben übrig" von Gerald John

Mosers Rücktritt im U-Ausschuss (ET 19.09.2012)

Utl.: Mosers Rücktritt im U-Ausschuss (ET 19.09.2012)=

Wien (OTS) - Damit hat die Koalition der Unwilligen nicht gerechnet.
Mit freundlicher Unterstützung von FPÖ und BZÖ haben SPÖ und ÖVP die
Vorsitzende Gabriela Moser als Alleinschuldige an der Blockade des
U-Ausschusses vernadert. Doch dann tut die Grüne etwas, das in der
Sesselkleberrepublik völlig unüblich ist: Sie tritt ab.
Das vermeintliche Scheitern ist ein geschickter Schachzug der Grünen.
Die Regierungsparteien können die böse Moser nun nicht mehr als
Vorwand nehmen, den Ausschuss trotz voller Agenda vorzeitig
abzudrehen.

Die einsilbigen bis unbeholfenen Reaktionen legen nahe, dass bis zum
grünen Manöver genau das geplant war. Plan B gab es offenbar keinen.
Über einen "taktischen Rückzug", der auf größtmögliche mediale
Resonanz abziele, moserte etwa ÖVP-Mandatar Werner Amon - schon eine
Frechheit, wenn sich Oppositionelle nicht ans Drehbuch der Regierung
halten! So sieht koalitionäre Imagepflege aus: Im Vergleich zu Amon
klangen die blauen und orangen Vertreter, die Moser Respekt zollten,
wie supersaubere Aufklärer.

Mosers Einlenken sollte dem U-Ausschuss zumindest eine Gnadenfrist
bescheren - alles andere würde die letzte Glaubwürdigkeit der
Koalition zertrümmern. Machen SPÖ und ÖVP dennoch Schluss, dürfen
sich nicht nur die Grünen die Hände reiben: Ein großer Teil der
Skandale geht aufs Konto blauer und oranger (Ex-)Politiker, doch als
oberste Vertuscher blieben Rote und Schwarze übrig.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PST

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