- 18.09.2012, 12:21:02
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Rotes Kreuz: Bis 2020 fehlen 17.000 qualifizierte Pflegekräfte
"Die schon hier sind" - auch Asylwerber - als 5. Säule gegen den Fachkräftemangel
Utl.: "Die schon hier sind" - auch Asylwerber - als 5. Säule gegen
den Fachkräftemangel=
Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Die österreichischen Betriebe benötigten für
die kommenden sechs Monate rund 150.000 Fachkräfte, dafür wäre mehr
qualifizierte Zuwanderung notwendig. Das erklärte heute die
Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria
Hochhauser. "Was Fachkräfte im Bereich Pflege und Betreuung angeht",
ergänzt der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK),
Werner Kerschbaum, "so fehlen bald ebenfalls Tausende von ihnen." Bis
zum Jahr 2020 würden "17.000 vollzeitäquivalente Kräfte mehr
benötigt."
Das "Vier-Säulen-Modell" Hochhausers zur Bewältigung des
Fachkräftemangels stößt beim Roten Kreuz auf Zustimmung: Erhöhung der
Frauenerwerbstätigenquote, des faktischen Pensionsantrittsalters,
bessere Ausbildung Jugendlicher und mehr qualifizierte Zuwanderung
führt die WKÖ als notwendige Maßnahmen ins Treffen.
"Wir dürfen aber auch auf die nicht vergessen, die schon hier sind",
erläutert Werner Kerschbaum eine 5. Säule gegen den Fachkräftemangel.
"Mittels Lernhilfe ermöglichen wir Kindern aus bildungsfernen
Familien einen Pflichtschulabschluss als Basis für eine spätere
Fachausbildung", so der Rotkreuz-Generalsekretär. Mit der Initiative
"MigrantsCare" gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Integration
qualifiziert das Rote Kreuz ab Oktober Migrantinnen und Migranten für
Pflege- und Betreuungsberufe. "Das Interesse ist groß, der erste Kurs
voll", so Kerschbaum.
Unter "die, die schon hier sind" reiht der Rotkreuz-Generalsekretär
auch Asylwerber. "Qualifizierte Asylwerber, die sich in Österreich
aufhalten, sollten stärker in den Arbeitsmarkt integriert werden",
sagt Kerschbaum. Das wäre nicht nur eine arbeitsmarktpolitische,
sondern auch eine humanitäre Maßnahme. Seit Juni 2012 sei zwar eine
langjährige Forderung des Roten Kreuzes erfüllt: "Jugendliche
Asylwerber bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen arbeiten
oder eine Lehre machen", so der Rotkreuz-Generalsekretär. "Erwachsene
Asylwerber sind aber nach wie vor gänzlich vom Arbeitsmarkt
ausgeschlossen."
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