- 18.09.2012, 11:03:57
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Mitterlehner: Neue Ökostrom-Tarife unterstützen effizienten Ausbau Erneuerbarer Energien
Wirtschafts- und Energieminister hat Tarifverordnung für neue Anlagen erlassen: Mit Ausbauoffensive werden Ökostrom-Projekte auf dem Weg zur Marktreife unterstützt
Utl.: Wirtschafts- und Energieminister hat Tarifverordnung für neue
Anlagen erlassen: Mit Ausbauoffensive werden Ökostrom-Projekte
auf dem Weg zur Marktreife unterstützt=
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Energieminister Reinhold
Mitterlehner hat im Einvernehmen mit Sozialminister Rudolf
Hundstorfer und Umweltminister Nikolaus Berlakovich die neue
Ökostrom-Tarifverordnung erlassen. "Mit unserer Ausbauoffensive
unterstützen wir wirtschaftlich sinnvolle Projekte auf dem Weg zur
Marktreife. Wir wollen den Anteil Erneuerbarer Energien in Österreich
weiter ausbauen, behalten dabei aber auch die Kostenbelastung für
Haushalte, Gewerbe und Industrie im Auge", sagt Mitterlehner.
Die jetzt kundgemachten Tarife gelten nach Maßgabe der verfügbaren
Kontingente für neue Anlagen, für die ein Antrag auf Vertragsschluss
mit der Ökostrom-Abwicklungsstelle (OeMAG) gestellt wird. Damit ein
effizienter Ausbau der erneuerbaren Energien in Richtung Marktreife
realisiert wird, sind gemäß Ökostromgesetz automatische Abschläge für
das Jahr 2013 vorgesehen. Diese liegen je nach Technologie und
Kostenentwicklung zwischen 0,5 und 10 Prozent. "Wir gehen davon aus,
dass auch die reduzierten Tarife von der Ökostrom-Branche aufgrund
der gesunkenen Kosten der Anlagen gut angenommen werden. Durch den
effizienteren Einsatz der Fördermittel können wir in Verbindung mit
dem mehr als verdoppelten Fördervolumen deutlich mehr Anlagen fördern
als bisher", so Mitterlehner.
"Umfragen zeigen, dass die Österreicher bereit sind, mehr für
nachhaltig erzeugten Strom zu bezahlen. Gleichzeitig müssen wir aber
ein unkontrollierbares Ausufern des Umlagesystems vermeiden und
Energie leistbar halten. Daher begrenzen wir anders als in
Deutschland die jährliche Fördersumme und damit die Kosten", betont
Mitterlehner. Während ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland
heuer rund 144 Euro an Ökostromkosten zahlt, sind es in Österreich
nur circa 36 Euro. In Österreich nehmen die Kosten bis 2015 noch zu,
der Zuwachs wird sich aber danach aufgrund des Ablaufes der
Förderfrist für viele ältere Anlagen kontinuierlich verflachen.
Durch das neue Ökostromgesetz wurde die jährliche
Förderzuwachssumme für neue Anlagen auf 50 Millionen Euro mehr als
verdoppelt. Damit werden die Errichter und Betreiber von
Ökostromanlagen mit garantierten Einspeisetarifen von den
Stromkonsumenten unterstützt. Um der technologischen Entwicklung
Rechnung zu tragen und Anreize für Forschung und Entwicklung zu
bieten, ist die Fördersumme von 50 Millionen Euro degressiv gestaltet
und sinkt daher jährlich um eine Million Euro auf 40 Millionen Euro
im Jahr 2022.
Die neuen Ökostrom-Tarife im Überblick
Windkraft
Wind weist in Österreich nach der Wasserkraft das wirtschaftlichste
Ausbaupotenzial für erneuerbare Stromproduktion auf. Für neue
Windkraft-Anlagen werden für das 2. Halbjahr 2012 jene Tarife
herangezogen (9,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh)), die schon beim
erfolgreichen Wartelistenabbau gut angenommen worden sind. Für 2013
sieht die Verordnung einen Tarif von 9,45 Cent pro kWh vor, was einer
Absenkung um 0,5 Prozent entspricht und einen Anreiz für den
Anlagenbau an effizienten Standorten sowie die Weiterentwicklung der
Technologie bieten soll. Mit dem Windkontingent von jährlich 11,5
Millionen Euro können zusätzlich 70.000 Haushalte mit grünem Strom
versorgt werden.
Photovoltaik
Die Photovoltaik boomt in Österreich, aufgrund des großen Ansturms
auf die Förderungen braucht es aber neue Rahmenbedingungen, die im
Ökostromgesetz vorgegeben sind: Durch ein Auslaufen der Förderungen
für neue Großanlagen mit einer Spitzenleistung über 500 Kilowatt peak
(kWp) wird verhindert, dass wie in der Vergangenheit wenige
Anlagenbetreiber den gesamten Fördertopf bekommen. Im Gegenzug gibt
es künftig für gebäudeintegrierte Projekte eine Kombination aus
Investitionszuschuss und Einspeisetarif, damit auch weniger
finanzkräftige Bürger die Möglichkeit erhalten, eine PV-Anlage zu
errichten. Durch diese Umstellung wird vor allem die dezentrale
Eigenversorgung mit erzeugten PV-Strom anstatt einer Volleinspeisung
in das Netz forciert, womit eine kostengünstige Entlastung der
Niederspannungsnetze erfolgt und die neue Smart Meter Technologie
ideal genutzt werden kann.
Für das zweite Halbjahr 2012 wird für gebäudeintegrierte Anlagen
ein Kombinationstarif von 19,7 Cent pro kWh plus einem Zuschuss von
30 Prozent der Investkosten mit maximal 200 Euro pro kW gewährt
(entspricht im Vergleich zum früheren System einer
Einspeisetarif-Förderung von 21,96 Cent). Aufgrund des Preisverfalls
bei PV-Paneelen und weiterer prognostizierter Kostensenkungen liegt
der Tarif für 2013 bei 18,12 Cent pro kWh plus Investzuschuss (=
20,20 Cent Einspeisetarif-Förderung). Durch die Tarifdegression von
acht Prozent soll die positive Entwicklung in Richtung Marktreife
weiter verstärkt werden. Bei Anlagen auf Freiflächen werden für das
zweite Halbjahr 2012 18,43 Cent und für 2013 16,59 Cent pro kWh
(Abschlag von 10 Prozent) verordnet.
Kleinwasserkraft
Für neue oder revitalisierte Kleinwasserkraftanlagen besteht
künftig die Wahlmöglichkeit zwischen einer Investitionsförderung von
maximal 30 Prozent und einem gestaffelten Einspeisetarif über 13
Jahre. Dafür wird eine Staffelung der Tarife für 2012 beginnend mit
10,6 Cent pro kWh für die ersten 500.000 kWh produzierten
Wasserkraftmengen (Kleinstanlagen) und bis zu 5 Cent pro kWh für
Stromerzeugungsmengen über 7.500.000 kWh (Anlagen mit 2 MW)
geschaffen. Dabei berücksichtigt das neue Zonentarifmodell, dass die
Erzeugungskosten je Kilowattstunde mit zunehmender Leistungsklasse
stetig sinken. Für 2013 werden die Tarife mit einem Abschlag von 0,5
Prozent versehen. Kleinwasserkraftanlagen werden mit den neuen
Tarifhöhen so attraktiv gefördert, wie nie zuvor. Damit wird auch ein
dem Ökostromgesetz entsprechendes klares Signal gesetzt, diese
Technologie verstärkt zu nutzen, wenn ein Ausbau umwelt- und
naturverträglich möglich ist.
Rohstoffabhängige Anlagen
Bei rohstoffabhängigen Ökostromtechnologien (Biomasse, Biogas) wird
besonders auf eine optimale Rohstoffnutzung geachtet: Stromerzeugung
aus diesen Rohstoffen wird nur dann mit Einspeisetarifen gefördert,
wenn gleichzeitig mit der Stromerzeugung auch Wärme erzeugt und
genutzt wird. Der große Vorteil dieser Anlagen ist die hohe,
wetterunabhängige Verfügbarkeit weshalb sie einen gut
prognostizierbaren und daher wichtigen Beitrag zur
Versorgungssicherheit leisten. Bei der Biomasse (z.B.
Hackschnitzel-Anlagen) liegen die Einspeisetarife für neue Anlagen im
Jahr 2012 je nach Größe bzw. Leistungsstärke in einer Bandbreite von
11 (Erhöhung um 1 Cent) für große Anlagen bis 18 Cent pro kWh
(Erhöhung um drei Cent) für kleine Anlagen. Die Ursache für die
Erhöhung liegt in den gestiegenen Rohstoffpreisen. Um den effizienten
Biomasse-Einsatz stärker zu forcieren, ist innerhalb des
Gesamttopfes, der verpflichtend nicht nur die Stromerzeugung, sondern
auch die Wärmeerzeugung vorsieht, erstmals rund ein Drittel des
jährlich neu verfügbaren Förderkontingents für kleine dezentrale
hocheffiziente KWK-Anlagen reserviert. Um die Weiterentwicklung
innovativer Technologien zu unterstützen und neue Exportchancen zu
nützen, wird für KWK-Anlagen bis 500 kW auf Basis fester Biomasse mit
einem Brennstoffausnutzungsrad von mindestens 70 Prozent ein Bonus
von 2 Cent pro kWh gewährt.
Bei Biogas liegen die neuen Tarife je nach Anlagengröße zwischen 13
und 19,60 Cent pro kWh. Für die größte Anlagenkategorie bleibt der
Tarif gleich, für kleinere Anlagen gibt es ein Plus von bis zu sechs
Prozent.
Für das Jahr 2013 werden die Tarife aller rohstoffabhängigen Anlagen
um 0,5 Prozent reduziert.
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