• 17.09.2012, 10:20:10
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Walser/Korun: Kurz-Vorschlag bedeutet Ausgrenzung statt Integration

Grüne: Ja zu Förderung, Nein zu Trennung von Anfang an

Utl.: Grüne: Ja zu Förderung, Nein zu Trennung von Anfang an=

Wien (OTS) - "Wir unterstützen jeden sinnvollen Vorschlag zur
Förderung von SchülerInnen und Chancengleichheit, aber die heutigen
Vorschläge von Sebastian Kurz bedeuten Trennung der SchülerInnen von
Kleinkindalter an statt Integration", kritisiert Alev Korun,
Integrationssprecherin der Grünen, die Aussagen des
Integrationsstaatssekretärs, wonach Kinder mit Sprachdefiziten ein
verpflichtendes Vorschuljahr besuchen sollten. Kurz beruft sich dabei
auf Finnland und Kanada.

"Gerade in Kanada findet keine permanente Trennung von
'sprachschwachen' Kindern von anderen statt wie es Kurz leider
missverstanden hat, sondern Förderung durch zusätzliche Lehrkräfte in
der Klasse und höchstens stundenweise getrennte Förderung in
Kleingruppen. Statt Kinder mit Sprachdefiziten vom ersten Tag ihrer
Schullaufbahn an faktisch in 'Problemklassen' zu stecken, braucht es
mehr Lehrkräfte in ein und derselben Klasse", fordert Korun.

"Gerne lade ich den Staatssekretär zu einer gemeinsamen Studienreise
nach Finnland ein", zeigt sich Walser zwar erfreut über das
pädagogische Vorbildland von Sebastian Kurz, aber wenig erbaut über
dessen aktuelle Forderungen. "In Finnland werden nur Kinder, die dem
Unterricht überhaupt nicht folgen können, für einige Wochen in
speziellen Kursen gefördert, für alle anderen erfolgt die Förderung
durch zusätzliche Lehrkräfte oder Assistenzen in der Klasse",
verweist Walser auf die von Kurz unvollständig wiedergegebenen
Fakten: "In Finnland ist genau das umgesetzt, was wir seit Jahren
fordern und was insbesondere von der ÖVP seit Jahren verhindert
wird".

Der Grüne Bildungssprecher verweist darauf, dass im skandinavischen
Pisa-Siegerland etwa 22 Prozent der Kinder Unterstützung brauchen,
neben Kindern mit Sprachdefiziten auch solche, die etwas langsamer
lernen oder etwas nicht verstanden haben. Sie bekommen den
Unterrichtsstoff durch die zusätzliche Lehrkraft nochmals erklärt:
"Eine spezielle Förderung im Sonderunterricht in Kleingruppen
bekommen etwa neun Prozent der Kinder. Das ist das Geheimnis des
finnischen Erfolgs und nicht vorzeitiges Aussortieren."
"Gerade das Notwendige, nämlich mehr LehrerInnen auch zur
Sprachförderung kehrt Kurz aber unter den Teppich und sagt, bessere
Förderung würde nicht mehr kosten. Genau das wäre eine Mogelpackung",
meint Korun.

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