- 14.09.2012, 09:34:02
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HOSI Wien: Russisch-orthodoxer Kirche in Österreich muss staatliche Anerkennung entzogen werden!
Wien (OTS) - In einem heute an Unterrichtsministerin Claudia Schmied
gerichteten Schreiben fordert die Homosexuelle Initiative (HOSI)
Wien, der russisch-orthodoxen Kirche in Österreich den Status einer
staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft abzuerkennen. "Wir
unterstützen vollinhaltlich den diesbezüglichen Antrag, den die
Initiative 'Religion ist Privatsache' im Vormonat an Bundesministerin
Schmied gestellt hat", erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Mit
zunehmender Besorgnis beobachten wir", heißt es in diesem Schreiben,
"wie gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften in Österreich
immer lautstarker und massiver Grund- und Menschenrechte in Frage
stellen, unterminieren und auch nicht davor zurückschrecken, den
Rechtsstaat zu erpressen, wie etwa in der aktuellen
Beschneidungsdebatte."
Besonders verwerflich ist in dieser Hinsicht die politische
Einmischung der russisch-orthodoxen Kirche, die heute leider in
Russland quasi wieder mitregiert und die Politik Wladimir Putins und
seiner Regierung unterstützt, die Rechte von Lesben und Schwulen
drastisch einzuschränken, etwa durch jüngst beschlossene Gesetze,
welche die "Propagierung" von Homosexualität unter Strafe stellen und
die auch konsequent gegen HomosexuellenaktivistInnen eingesetzt und
angewendet werden.
"Ein unrühmlicher Höhepunkt dieser unheiligen Allianz zwischen
russisch-orthodoxer Kirche und dem Putin-Regime ist die Verfolgung
der Aktivistinnen von Pussy Riot nach Art der Inquisition", ergänzt
HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler. "In jüngster Zeit hat die
russisch-orthodoxe Kirche - und das ist auf keinen Fall
widerstandslos hinzunehmen - ihre antidemokratischen und
menschenrechtsfeindlichen Aktivitäten auch ins Ausland verlagert. So
hat etwa die russisch-orthodoxe Kirche Islands am 11. August, am Tag
der dortigen 'Regenbogenparade', in einer Tageszeitung ein bezahltes
Inserat veröffentlicht, in dem Homosexualität verurteilt wird."
Keine staatliche Unterstüzung für menschenrechtsfeindliche
Religionsgemeinschaften!
"Wir halten dies für sehr bedenkliche Entwicklungen", so Högl
weiter. "Natürlich soll das Recht auf freie Meinungsäußerung auch für
Religionsgemeinschaften und ihre Vertreter gelten, und wir fordern
hier auch gar keine Einschränkungen: Wenn sie Homosexualität als
Sünde verurteilen, nehmen wir gerne den demokratischen Meinungs- und
Ideenstreit mit ihnen auf. Aber es kann nicht angehen, dass solche
homophoben und antidemokratischen Haltungen durch die staatliche
Anerkennung dieser Bekenntnisgemeinschaft, mit der zusätzlich viele
unserer Meinung nach völlig ungerechtfertigte Privilegien
einhergehen, auch noch den Segen des Staates erhalten und damit
indirekt vom Staat gutgeheißen werden. Dies widerspricht auch
fundamental dem Prinzip der Trennung von Kirche und Staat, auf dem
Österreich eigentlich aufgebaut sein sollte."
Boykott der Winterolympiade in Sotschi 2014
"Wir fordern die österreichische Bundesregierung zudem auf", so
Krickler abschließend, "einen Boykott der Winterolympiade in Sotschi
2014 ernsthaft in Erwägung zu ziehen, sollten die drei inhaftierten
Aktivistinnen von Pussy Riot nicht unverzüglich freigelassen werden -
sie sind nicht nur politische Gefangene, sondern auch Opfer einer
religiösen Hexenjagd seitens der russisch-orthodoxen Kirche."
HINWEIS: Der Brief der HOSI Wien sowie der Antrag der Initiative
"Religion ist Privatsache" an Unterrichtsministerin Claudia Schmidt
finden sich im vollen Wortlaut auf der Homepage der HOSI Wien unter:
http://www.hosiwien.at/?p=14140
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