Ulrichsbergfeier 2012: Neuausrichtung? Fehlanzeige! - Festredner 2012 ist Waffen-SSler!

Die Ulrichsbergfeier ist und bleibt was sie immer war: Ein vom Land hoch geförderter Haufen rechter Revisionisten und NS-Verharmloser.

Wien (OTS) - UBG-Obmann Kandussi kündigte vor einigen Tagen an, dass der heurige Festredner "kein Politiker" sein werde. Tatsächlich tritt auch kein Politiker, sondern Herbert Belschan von Mildenburg, einst Freiwilliger der Waffen-SS ans Rednerpult. Von Mildenburg ist bei Alt- und Neonazis bekannt und gefragt: Nicht nur reiste er Ende 2005 zum Prozess gegen den Holocaustleugner Ernst Zündel extra aus Paraguay an, er hielt auch die Festrede zum 50. und 60. Jubiläum (1999 und 2009) der berüchtigten Kameradschaft IV, der Veteranenorganisation der (Waffen-)SS. Selbst war von Mildenburg Mitglied der HJ, bevor er sich 1942 freiwillig zur Waffen-SS meldete.

Die Kameradschaft IV verfolgt seit ihrer Gründung das Ziel, die Waffen-SS als "unproblematischen" Teil der Wehrmacht zu verharmlosen. Tatsächlich wurde im Zuge der Nürnberger Prozesse die SS in ihrer Gesamtheit - d.h. ausdrücklich unter Einschluss der Waffen-SS - als "verbrecherische Organisation" eingestuft. In den 1990er Jahren kam die K IV einem Verbot durch das Innenministerium mit der Selbstauflösung des Bundesverbandes zuvor - die Landesverbände setzen ihr rechts-revisionistisches Treiben
jedoch fort.

Neben reichlichen Förderungen des Landes Kärnten/Koroska und der Stadt Klagenfurt/Celovec (OTS0060, 20.8.2012) erhält die UBG laut einem internen Schreiben an die "Förderer der Ulrichsberggemeinschaft" auch Geld von Bundesheer-Angehörigen, dem rechtsextremen belgischen Vlaams Belang und kroatischen Faschisten. Als einer der Hauptförderer ist zudem der steirische Landesverband der K IV namens des Landesobmanns Ludwig Wagner angeführt.

Anscheinend meint UBG-Obmann Kandussi, dass die Ulrichsbergfeier mit diesem Festredner "in der Mitte angekommen" sei, wie er in der SN vom 11.09.2012 andeutete. Wenn die "Mitte" der UBG bei Mitgliedern verbrecherischer NS-Organisationen liegt, gegen welche "Rechten" will man sich dann wohl abgrenzen? Dass die Ulrichsberggemeinschaft einen Waffen-SSler ans Mikro holt, straft ihre Rhetorik Lüge. Und im übrigen sind wir der Meinung, dass der kärntner Konsens zerschlagen werden muss.

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