• 12.09.2012, 10:30:31
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Knill: "Maschinen- und Metallwarenindustrie ist Rückgrat der heimischen Sachgüterproduktion"

Weißbuch zeigt Chancen und Risiken der Branche auf

Utl.: Weißbuch zeigt Chancen und Risiken der Branche auf=

Wien (OTS) - Die heimische Maschinen- und Metallwarenindustrie, eine
der Schlüsselindustrien Österreichs, weist eine hohe
Wettbewerbsfähigkeit auf. Sie ist von einer überdurchschnittlich
hohen Produktivität gekennzeichnet, jedoch bestehen Defizite in der
Profitabilität. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie von
Eco Austria und dem Industriewissenschaftlichem Institut (IWI), die
der Fachverband Maschinen & Metallwarenindustrie (FMMI) heute,
Mittwoch, auf einer Pressekonferenz präsentierte. Fachverbandsobmann
Christian Knill plädierte für eine Veränderungsbereitschaft aller
maßgeblichen Akteure, um für die Aufgaben der Zukunft gut aufgestellt
zu sein.

"Unsere Branche stellt das Rückgrat der heimischen
Sachgüterproduktion dar", betonte Knill. Um die derzeit gute
Situation dieser Schlüsselbranche nicht zu gefährden, müssten alle
beteiligten Kräfte auf deren besondere Bedürfnisse Rücksicht nehmen.
"Die Maschinen und Metallwarenindustrie repräsentiert etwa ein
Viertel der heimischen Industrieproduktion und beschäftigt rund ein
Drittel des österreichischen Industriepersonals", erklärte
IWI-Experte Herwig Schneider, Co-Autor des "Weißbuchs zur Maschinen-
und Metallwarenindustrie in Österreich". Dieses beleuchtet die
Ergebnisse einer entsprechenden EU-Studie für den heimischen Markt.
In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete Österreichs Industrie
insgesamt einen fünfprozentigen Beschäftigungsrückgang, die
Maschinenbauer und Metallwarenproduzenten hingegen erreichten einen
zehnprozentigen Personalzuwachs. "In diesen Zahlen schlägt sich die
überdurchschnittliche Arbeitsintensität der Branche nieder", so
Schneider. Diese sei höher als in verwandten Branchen wie im
Fahrzeugbau.

Die derzeitige Lage der Maschinen und Metallwarenindustrie (MMI)
bezeichnete Ulrich Schuh von Eco Austria und Co-Autor der Studie als
"durchaus positiv", nannte jedoch kurz- und mittelfristige
Herausforderungen. Österreich stehe derzeit an einem Wendepunkt der
ökonomischen Entwicklung "Wir müssen uns auf eine wirtschaftliche
Stagnation einstellen." Langfristig würden sich die Rahmenbedingungen
für die Maschinen- und Metallwarenindustrie in wichtigen Bereichen
verändern. Die Branche sei derzeit in Österreich unter anderem
deshalb so stark, weil hier viele Klein- und Mittelbetriebe die
entsprechenden Produkte und Lösungen entlang der allgemeinen
Wertschöpfungskette anböten. Zwar profitiere die Branche von der
Verfügbarkeit einer industriellen Infrastruktur in Europa, auf das
Wachstum in den BRIC-Ländern müsse jedoch mit entsprechenden
Anstrengungen reagiert werden, sagte Schuh.

Eine zentrale Stärke der Branche sehen die Studienautoren in deren
überdurchschnittlich hoher Produktivität. Defizite orten sie in
deren Profitabilität. Daher sei es extrem wichtig, dass die heimische
MMI passende Bedingungen vorfinde. "Eine Gefährdung dieses
Industriezweiges hätte negative Folgen für andere Bereiche", so die
beiden Experten. Würden hier massiv Arbeitsplätze verloren gehen oder
Betriebe schließen müssen, so sei dies ein nicht wieder gut zu
machender Schaden für die gesamte österreichische Volkswirtschaft.
FMMI-Obmann Knill resümierte: "Die Innovationskraft der Maschinen-
und Metallwarenindustrie schafft gute Voraussetzungen, um die
Schlüsselfunktion innerhalb der heimischen Industrie auch weiterhin
auszufüllen." Die Branche sei zwar in der Vergangenheit höchst
wettbewerbsfähig gewesen, müsse aber in der Zukunft für Veränderungen
bereit sein sagt Knill.

Der Fachverband MASCHINEN & METALLWAREN Industrie (FMMI) ist die
gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den
Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren.
Die mittelständisch strukturierte Branche erwirtschaftete im Jahr
2011 einen Produktionswert von 36,5 Mrd. Euro und stellt mit rund
1.200 Unternehmen und etwa 120.000 Beschäftigten das Rückgrat der
industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Der Anteil der Branche
am heimischen BIP liegt bei 6,5 Prozent.

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