• 07.09.2012, 13:13:25
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Gesundheitsminister Stöger präsentiert aktuelles Programm zur Suizidprävention

Stöger fordert zu sensiblem medialen Umgang mit dem Thema Suizid auf - Prävention in Österreich ausbauen: Neue Kontaktstelle in der GÖG

Utl.: Stöger fordert zu sensiblem medialen Umgang mit dem Thema
Suizid auf - Prävention in Österreich ausbauen: Neue
Kontaktstelle in der GÖG=

Wien (OTS/SK) - Die Suizidrate in Österreich konnte in den letzten
Jahren gesenkt werden, dennoch sterben immer noch 1.200 Menschen
jährlich an einer Selbsttötung. Um die Suizidprävention zu stärken
und auszubauen, hat Gesundheitsminister Alois Stöger Experten damit
beauftragt, ein entsprechendes Programm zu entwickeln. "Suizid ist
ein Thema, bei dem wir gerade aus Perspektive der Gesundheitspolitik
sehr genau hinsehen müssen", betonte der Minister am Freitag bei
einer Pressekonferenz, bei der das "SUPRA"-Programm (Suizidprävention
Austria) präsentiert wurde. In Österreich gibt es jährlich doppelt so
viele Tote durch Selbsttötung wie durch Unfälle im Straßenverkehr.
Die Zahl Verkehrstoter konnte mittels vielfältiger Maßnahmen für mehr
Verkehrssicherheit stark reduziert werden. "Mit derselben Akribie
sollten wir die Suizidraten in Österreich reduzieren helfen",
bekräftigte Stöger. Zentral sei ein sensibler medialer Umgang mit dem
Thema. ****

Die Suizidprävention auszubauen sei, so Stöger, Teil des
Regierungsprogramms; auch entsprechende Entschließunganträge
betreffend Suizidprävention wurden bereits vom Nationalrat
angenommen. "Ich bekenne mich dazu, die Suizidprävention in
Österreich auszubauen. Das heute präsentierte Programm ist der erste,
wichtige Schritt dazu", sagte der Gesundheitsminister, der Fragen der
seelischen Gesundheit auch im Rahmen der vor kurzem beschlossenen
Gesundheitsziele berücksichtigt. Bei der Gesundheit Österreich GmbH
(GÖG) wurde bereits eine neue Kontaktstelle für Suizidprävention
eingerichtet.

Das Thema Suizid sei ein sehr komplexes, daher müssten viele Bereiche
eingebunden werden, um die Prävention zu unterstützen. "Der mediale
Umgang mit diesem Thema ist dabei ganz zentral, um einerseits keine
Nachahmungen auszulösen und auf der anderen Seite die Tabuisierung
von Suizid hintan zu halten, indem z.B. Bewusstsein, auch für die
Kennzeichen von Suizidgefahr, geschaffen wird", so der Minister.

Univ.-Prof. Gernot Sonneck, der den Bericht erarbeitet hat, betonte
in diesem Zusammenhang, dass die Berichterstattung über Personen, die
eine suizidale Krise bewältigt haben, einen Präventionseffekt
erzielen kann. Wichtig für die Prävention seien u. a. die
Berücksichtigung der einzelnen Risikogruppen sowie gesetzliche
Voraussetzungen, Stichwort Verschärfung des Waffengesetzes.
Univ.-Prof. Christian Haring, der mit der Umsetzung des nationalen
Suizidpräventionsplanes beauftragt ist, hält sich dabei an die
Maßnahmen in Ländern, in denen die Prävention gut funktioniert - man
müsse "das Rad nicht neu erfinden".

Suizid ist bei über 40-jährigen Männern die zweithäufigste
Todesursache. Im ländlichen Gebiet sind die Zahlen höher als etwa in
Wien, was mit der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen
zusammenhängt - Hilfsangebote werden weniger in Anspruch genommen.
Prof. Haring empfiehlt, auch bestehende präventive Einrichtungen,
etwa in der Suchtprävention oder auch das AMS, für die
Suizidprävention zu nutzen.

SERVICE:
Leitlinien zur sensiblen Berichterstattung über das Thema Suizid in
den Medien, vor allem zur Verringerung des Imitationseffekts, stehen
hier zum Download zur Verfügung:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/5/2/CH1004/CMS1347015466178/b
eiblatt_suizid_in_medien_07092012.pdf
Kurzfassung des Präventionsprogramms zum Download:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/5/2/CH1004/CMS1347015466178/k
urzfassung_supra.pdf
(Schluss) bj/ah

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