• 07.09.2012, 12:13:06
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Becker ad Frauenpensionsalter: Bundeskanzler hat sich längst zu früherer Anhebung verpflichtet - leider ohne Ergebnis.

Reform des Frauen-Pensionsantrittsalters kann die Einkommenslücke der Frauen in der Pension schließen!

Utl.: Reform des Frauen-Pensionsantrittsalters kann die
Einkommenslücke der Frauen in der Pension schließen!=

Wien (OTS) - "Ja, das Frauenpensionsalter soll schon ab 2014 in
Schritten angehoben werden, damit muss nicht bis 2024 gewartet
werden. Nicht zuletzt ist Österreich hier als einziges EU-Land voll
säumig. Und selbstverständlich ist dieser Schritt auch mit wichtigen
Begleitmaßnahmen zu unterstützen: Bessere Anrechnung der
Kindererziehungszeiten auf die Pension und wirkungsvolle
Arbeitsmarktprogramme für Ältere, sind dabei jene Punkte, die
zeitgleich umzusetzen sind", erklärt Heinz K. Becker, Generalsekretär
des Österreichischen Seniorenbundes und Mitglied des Europäischen
Parlaments zu den Seniorenbund-Reformplänen, wobei sich Becker dabei
auch über die heutige Unterstützung dieser Forderungen durch den
neuen Generalsekretär des ÖAAB, August Wöginger, freut.

Anlässlich der heute erneuerten Reformverweigerung durch mehrere
Gewerkschaften hält Becker fest:

"Wenn nun die Gewerkschaften wieder laut in den Chor der
Reformgegner einstimmen, so muss man festhalten: Bundeskanzler Werner
Faymann hat sich mit der gesamten Regierung zur Umsetzung der
Empfehlungen des 'Europäischen Semesters' im Juni 2012 verpflichtet.
Darin steht wörtlich, dass Österreich '...die Harmonisierung des
gesetzlichen Pensionsalters für Frauen und Männer zeitlich vorzieht'.
Er hat damit die raschere Angleichung der Frauenpensionsalter klar
zugesagt - aber nicht eingehalten. Das ist nicht mehr weiter zu
akzeptieren, Österreichs Senioren erwarten entschlossenes Handeln und
gerade in dieser Frage keine parteitaktischen Manöver."

Täuschung statt Transparenz

"Wir kennen dieses Spiel ja schon: Als im letzten 'Europäischen
Semester' vereinbart wurde, man werde die so genannte
'Hacklerregelung' weiter begrenzen, bestritt Bundeskanzler Faymann
gemeinsam mit vielen seiner Freunde, dass eine solche Änderung
erfolgen werde. In Wirklichkeit hatte er sich als Regierungschef
persönlich dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit darüber aber lange
Zeit im Unklaren gelassen. Inzwischen wurden dann plötzlich Schritte
gesetzt: Zuerst wurde beschlossen, das Antrittsalter zur
Langzeitversichertenpension per 2014 schlagartig um zwei Jahre
anzuheben (für Frauen danach stufenweise noch weiter) und die
Beschlüsse im Reformpaket 2012 bedeuten, dass es ab 2014 auch bei der
'Hacklerpension' Abschläge geben wird", verweist Becker auf eine
ähnliche Vorgangsweise bei einem anderen Thema und ortet hier die
Problematik:

"Anstatt nach Unterzeichnung des 'Europäischen Semesters' zu Hause
in Österreich angekommen die Menschen offen zu informieren und
umgehend in konstruktive Verhandlungen einzutreten, stehen tarnen und
täuschen im Vordergrund. Am Ende stehen dann Beschlüsse, die weder in
der breiten Öffentlichkeit diskutiert, noch umfassend mit allen
Sozialpartnern - also auch dem Seniorenrat und der
Bundesjugendvertretung - verhandelt worden wären. Genau so eine
Vorgangsweise wollen wir aber bei der Reform der Frauenpensionen
nicht. Informieren und diskutieren statt leugnen und drüberfahren -
so lautet unser Ziel. Dies ist wichtig, um die nötigen
Begleitmaßnahmen garantieren zu können", hält der Seniorenabgeordnete
im Europaparlament fest.

Reform schließt Einkommenslücke der Frauen in Pension!

Auch die inhaltliche Argumentation der Reformgegner gehe an den
realen Bedürfnissen weit vorbei, so Becker abschließend:

"Die Zahlen der Pensionsversicherung belegen deutlich, dass Arbeiten
bis 65 den Frauen durchschnittlich um fünf Prozent mehr Pension
bringen würde. Hinzu käme noch die positive Auswirkung durch die
bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die Pension. Und
jenen Frauen, die im Alter über 50 ihren Job verlieren, müssten die
neuen Arbeitsmarktprogramme helfen. Jetzt werden diese arbeitslos
gewordenen Frauen ja einfach per Gesetz zwangspensioniert - mir soll
einmal jemand erklären, was daran ein (finanzieller) Vorteil sein
soll. Wir wollen die Einkommenslücke der Frauen in Pension schließen
- aber die Reformgegner betonieren diese Einkommensunterschiede durch
ihre Vorgangsweise lieber bis 2024 ein! Damit muss Schluss sein,
jetzt ist verantwortungsvolle generationen- und geschlechtergerechte
Politik von den Zuständigen der SPÖ in der Regierung gefordert."

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