• 07.09.2012, 11:20:55
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AKNÖ: Löhne halten nicht mit den Gewinnen Schritt

13.000 Euro Verlust für Beschäftigte

Utl.: 13.000 Euro Verlust für Beschäftigte=

Wien (OTS) - Mehr als 13.000 Euro hätten die Arbeitnehmerinnen in den
letzten 10 Jahren durchschnittlich mehr verdienen müssen. Wenn die
Lohnquote nicht gegenüber den Gewinnen das Nachsehen gehabt hätte.
Denn die ArbeitnehmerInnen bekommen immer weniger vom ganzen Kuchen
ab. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder: "Die Einkommen müssen sich viel
stärker nach dem Produktivitätszuwachs richten."

UnternehmerInnen profitieren viel mehr von den Gewinnen ihrer Firmen
als die ArbeitnehmerInnen. 2001 gingen 69,5 Prozent vom Gewinn in
Löhne, 2011 betrug die Lohnquote 67 Prozent. 2007 lag sie gar bei nur
64,6 Prozent. Nur in den gewinnarmen Krisenjahren 2008 und 2009 stieg
sie kurzfristig. "Wäre die Quote beim Wert des Jahres 2001 geblieben,
hätten die ArbeitnehmerInnen von 2002 bis 2011 um 46,6 Milliarden
Euro mehr an Lohneinkommen erzielt. Das bedeutet: Jede und jeder der
gut 3,5 Millionen ArbeitnehmerInnen hätte durchschnittlich mehr als
13.000 Euro zusätzlich im Börsel gehabt. So aber ist dieses Geld in
Gewinne, Dividenden und sonstige Besitzeinkommen geflossen",
erläutert AKNÖ-Wirtschaftsexperte Jürgen Figerl. Auch als
ÖGB-NÖ-Vorsitzender fordert Hermann Haneder eine stärkere
Orientierung der Reallöhne am Produktivitätszuwachs. "Nur so ist eine
gerechtere Aufteilung zwischen UnternehmerInnen, KapitaleignerInnen
und ArbeitnehmerInnen zu erreichen", sagt Haneder.

Wirtschaft gewinnt 16,6 Prozent dazu, Beschäftigte nur 1,7
Prozent
Neben dem sinkenden Anteil der Beschäftigten an der Wertschöpfung
kritisiert die AKNÖ auch eine zunehmende Ungleichverteilung. Denn die
regelmäßig durchgeführte Einkommensanalyse ergibt: "Das
Nettorealeinkommen ist in Niederösterreich zwischen 2000 und 2010 nur
um 1,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu ist die österreichische
Wirtschaft in diesem Zeitraum um 16,6 Prozent gewachsen", rechnet der
AKNÖ-Wirtschaftsexperte vor.

Niedrige Einkommen verlieren, hohe Einkommen gewinnen
Wenn man die NiederösterreicherInnen nach der Einkommenshöhe in zehn
gleich große Gruppen einteilt, dann zeigen die Zahlen für die Jahre
von 2005 bis 2010 eine ungleiche Einkommensentwicklung. In der
niedrigsten Einkommensgruppe gab es einen leichten Zuwachs von 1,1
Prozent. Im zweiten Zehntel der Einkommensverteilung stagnierte das
Einkommen, im dritten Zehntel fiel es sogar leicht um 0,4 Prozent. In
allen anderen Gruppen nahmen mit zunehmender Einkommenshöhe auch die
realen Einkommensgewinne stärker zu. Im obersten Einkommensbereich
war ein realer Einkommenszuwachs von 3,4 Prozent zu verzeichnen. "Der
Unterschied zwischen niedrigen und hohen Einkommen wird immer
größer", sagt Jürgen Figerl. AKNÖ-Präsident Haneder fordert: "Wir
benötigen dringend höhere Mindestlöhne, um die betroffenen Menschen
aus der Armutsfalle zu befreien und ihnen einen gerechteren Anteil am
Kuchen zu verschaffen."

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