• 07.09.2012, 11:16:22
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Auer: Sojaausbau für produktive Landwirtschaft vorantreiben

Bauernbund-Präsident trifft Bayrischen Landwirtschaftsminister zu Arbeitsgespräch

Utl.: Bauernbund-Präsident trifft Bayrischen Landwirtschaftsminister
zu Arbeitsgespräch=

Wien (OTS) - Zu einem ausgiebigen agrarpolitischen Meinungsaustausch
traf der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mit
Bauernbund-Präsident Jakob Auer bei einem Wien-Besuch zusammen.
"Österreich und Bayern haben nicht nur eine ausgezeichnete
Nachbarschaft, sie sind sich auch in landwirtschaftlichen Fragen
größtenteils einig", erklärte Auer. Er baut mit diesem
Arbeitsgespräch konsequent ein tragfähiges Netzwerk an
agrarpolitischen Kontakten insbesondere zu Deutschland und Frankreich
auf.

"Zuletzt haben wir unsere Bündnisse in der EU verstärkt. Es wurde
mit EVP-Fraktionschef Joseph Daul und Elisabeth Köstinger im
EU-Parlament, genauso wie mit Walter Heidl in Bayern eine tragfähige
Basis aufgebaut", setzt Bauernbund-Präsident Auer für die
GAP-Verhandlungsrunden auf Allianzen. Beim Gespräch in Wien wurden
alle agrarpolitisch heißen Eisen angefasst: Die Themenpalette reichte
von der aktuellen Marktsituation über die EU-Agrarreform, die aktuell
bereits konkrete Formen annehmende Soja-Strategie im Donauraum bis
zum Auslaufen der Milchquote. Genauso wie Bayern wolle Österreich im
Milchbereich auf einen "gut organisierten Übergang unter Einbindung
der Branche" achten, so Auer. Dazu will man auch in der kommenden
Agrarreform "ein Sicherheitsnetz durch Marktordnungsinstrumente
aufrechterhalten", so die beiden Agrarspitzenpolitiker.

Statt Flächenstilllegung Eiweißlücke schließen

Besonders beim Sojaanbau will Österreich mit Bayern an einem
Strang ziehen. "Statt Flächen stillzulegen soll die Eiweißlücke durch
Anbau von Soja und anderen Eiweißpflanzen geschlossen werden. Wir
brauchen eine produzierende und keine stillgelegte Landwirtschaft",
erklärte Auer einmal mehr zu den Plänen der EU, bei der kommenden
Agrarreform 7% der landwirtschaftlichen Produktionsfläche
stillzulegen. "Neben Forschung, Innovation und Fortschritten bei der
Pflanzenzüchtung brauchen wir in der Umsetzung dieser Strategie eine
intensive Beratung und Ausbildung unserer Landwirte durch aktive
Bauern und die Landwirtschaftskammer", ist Auer überzeugt. Ein
verstärkter Sojaanbau habe viele positive Effekte: weniger
Abhängigkeit von Übersee-Sojaimporten, ein größtmöglicher
Eigenversorgungsgrad bei Eiweißpflanzen und eine vorteilhafte
CO2-Bilanz.

Bürokratieabbau für kleine Landwirte, Umweltleistungen beim
Greening anerkennen

Gerade beim Greening im Rahmen der GAP-Reform müssten noch
Vereinfachungen verhandelt werden, waren sich Brunner und Auer einig.
So sollten die Vorleistungen der ÖPUL- und Biobetriebe, die längst
Greening-Auflagen erfüllen, anerkannt werden. Einigkeit gab es auch
bei der Kleinlandwirteregelung: "Gerade für die kleinen Landwirte
soll es einen echten Bürokratieabbau geben", forderten Auer und
Brunner Möglichkeiten für eine attraktive Ausgestaltung und
reduzierte Kontrollen. Bezüglich Kofinanzierung will Bayern genauso
wie Österreich den Satz von derzeit 50% beibehalten. "Würde man den
EU-Anteil bei der Kofinanzierung um 5% erhöhen, käme es zu einer
gefährlichen Mittelkürzung von EUR 100 Mio. in der zweiten Säule.
Solche Verwerfungen müssen unbedingt vermieden werden", warnte der
Bauernbund-Präsident.
(Schluss)

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