- 05.09.2012, 12:02:00
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Pirklhuber: Gentechnik raus aus den Futtermitteln - Berlakovich muss europäische Eiweißstrategie entwickeln
Grüne kämpfen für gentechnikfreie Landwirtschaft in Österreich und Europa
Utl.: Grüne kämpfen für gentechnikfreie Landwirtschaft in Österreich
und Europa=
Wien (OTS) - Während in Brüssel die siebente Europäische Konferenz
Gentechnikfreier Regionen tagt, findet in Wien das vierte
Internationales Soja-Symposium und das 15-jährige Jubiläum der ARGE
Gentechnikfrei statt.
"Die von Oberösterreich mitinitiierte Allianz der gentechnikfreien
Regionen hat inzwischen über 50 Mitglieder und vertritt mit rund 121
Millionen EU-BürgerInnen fast 25 Prozent der EU-Bevölkerung. Die
BASF-Stärkekartoffel Amflora ist gefloppt und die aktuell im
Anbauzulassungsverfahren stehenden Gentech-Pflanzen, Mon 810, Bt 11
und 1507 müssen von der Europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit neu bewertet werden. Dies sind nur ein paar
Beispiele für den Erfolg eines großen Netzwerkes, das sich gemeinsam
mit uns Grünen in Europa seit Jahren gegen die Gentechnik engagiert.
Ganz besonders möchte ich auch der ARGE Gentechnikfrei zu ihrem
15-jährigen Jubiläum gratulieren", freut sich Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen.
Aber die Gentechnikfreiheit auf den österreichischen Feldern ist
keineswegs gesichert. Ein Selbstbestimmungsrecht der EU-Staaten, ob
sie Gentechnik auf dem Acker verbieten wollen oder nicht, wird auf
die lange Bank geschoben. Und die EU-Kommission droht für Ende des
Jahres mit einer Zulassungswelle für Gentechnikpflanzen.
"Nachdem der dänische Kompromissvorschlag für ein
Selbstbestimmungsrecht der EU-Mitgliedsstaaten vom Rat der
EU-Umweltminister vor dem Sommer nicht mehr auf die Tagesordnung
genommen wurde, geht es jetzt darum, die zahlreichen und heftigen
Kritikpunkte an diesem gentechnikfreundlichen Vorschlag aufzunehmen
und die rechtsverbindliche Möglichkeit für Staaten zu schaffen,
Gentechnik auf ihren Feldern zu verbieten. Das EU-Parlament hat hier
klare Änderungen des Dänischen Vorschlages beschlossen, diese sind
umzusetzen. Ich erwarte mir hier endlich Initiativen von unserem
Landwirtschaftsminister", fordert Pirklhuber.
"Nach wie vor gelangt Gentechnik durch immense Importe von Soja auch
in österreichische Futtertröge. Das muss ein Ende haben. Die
KonsumentInnen wollen keine Gentechnik - auch nicht im Futtertrog.
Minister Berlakovich muss endlich dafür sorgen, dass zumindest das
österreichische Gütesiegel, das AMA-Siegel, gentechnikfrei wird. Wo
rot-weiß-rot drauf steht, darf keine Gentechnik drin sein", sagt
Pirklhuber.
"Für Europa benötigen wir eine Eiweißstrategie, hierfür habe ich
bereits Vorschläge im Parlament eingebracht. Mit den immensen
Sojaimporten für die europäischen Futtermittel nutzen wir Flächen
außerhalb Europas, in der Höhe von 10 Prozent der europäischen
Agrarflächen und das für eine Fleischproduktion mit Gentech-Soja.
Wir müssen in Europa eine eigene völlig gentechnikfreie
Eiweißversorgung mit Leguminosen aufbauen. Dafür erwarte ich, dass
das Landwirtschaftsministerium Projekte zur gentechfreien Fütterung
aktiv fördert. Wir benötigen Artenvielfalt statt Monokulturen.
Fruchtfolgen und nachhaltige Landwirtschaft statt Heilsversprechen
der Gentech-Industrie", fordert Pirklhuber abschließend.
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