- 04.09.2012, 11:47:34
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Wien geht Weg als innovative Bildungsstadt weiter
Wien (OTS) - Wien setzt auch im Schuljahr 2012/13 auf die
Weiterentwicklungen des Bildungssystem: "Wir setzen auf die
sukzessive Umstellung aller Hauptschulen auf Neue Mittelschulen,
optimale räumliche Bedingungen und innovative Projekte, um den
Lernerfolg zu verbessern", betonten heute Bildungsstadtrat Christian
Oxonitsch und Stadtschulratspräsidentin Dr. Susanne Brandsteidl im
wöchentlichen Pressegespräch von Bürgermeister Dr. Michael Häupl.
"Es ist mehr als verzerrend, wenn man den in ganz Österreich
herrschenden LehrerInnenmangel dazu verwendet, das komplette Wiener
Bildungssystem schlecht zu reden!"
Tatsache sei, dass auch Wien derzeit nicht alle
LehrerInnenposten besetzt habe - "die Zahlen sind aber deutlich
geringer als in den Vorjahren", betonten Oxonitsch und Brandsteidl.
So habe Wien derzeit 79 Posten im Pflichtschulbereich noch nicht
endgültig besetzt, im AHS-Bereich und den Berufsbildenden mittleren
und höheren Schulen seien es 28 Posten - bei mehr als 22.000
Dienstposten insgesamt! "Wien hat derzeit erfreulicherweise auch
weit mehr Dienstposten als unter VP-Unterrichtsministerin Gehrer:
Allein innerhalb der letzten vier Jahre hat Wien 700 zusätzliche
Dienstposten bekommen!"
"Ungeachtet der Tatsache, dass nur noch einige wenige
LehrerInnen für dieses Schuljahr gesucht werden, bleibt der
generelle Bedarf an neuen LehrerInnen für die kommenden Jahre hoch",
betonte Brandsteidl und richtet einen Appell an SchulabgängerInnen,
sich für eine pädagogische Ausbildung zu entscheiden: "Wien bietet
LehrerInnen einen krisenfesten Job bis mindestens 2025." Erfreulich
sei, dass die Pädagogische Hochschule in Wien wieder auf steigende
Studierendenzahlen verweisen könne: Waren es 2009/10 noch 2.128
Studierende, so sind es heuer bereits 2.775.
Ausbau der gemeinsamen Schule
Wien setzt auch im laufenden Schuljahr auf den Ausbau der
gemeinsamen Schule: So werden alle Hauptschulen in drei Etappen auf
Neue Mittelschulen umgestellt. Im laufenden Schuljahr 2012/13 werden
47 Standorte (davon 38 öffentliche und 9 private) zu Neuen
Mittelschulen. Im kommenden Schuljahr 2013/14 werden alle restlichen
öffentlichen Schulstandorte auf Neue Mittelschulen umgestellt, im
Schuljahr 2014/15 folgen die restlichen privaten Standorte.
Das Wiener Modell der "Wiener Mittelschule" wird parallel dazu
als gemeinsame Schulform aus AHS und Hauptschule für 10- bis
14-Jährige weiter ausgebaut. Jede neu errichtete Schule -
Hauptschule oder AHS - wird künftig als "Wiener Mittelschule"
geführt.
Damit gelingt es Wien in Abstimmung mit dem Bund, die in der
"Neuen Mittelschule" vorgesehenen zusätzlichen Ressourcen und
pädagogischen Vorteile für die Wiener Hauptschulen zu nutzen,
andererseits aber auch die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung
des hochqualitativen Schultyps "Wiener Mittelschule", der auch für
bestehende AHS-Standorte ein attraktives System bietet, zu
verbessern.
Kindergarten als Basis für Bildungserfolg
Der erste Grundstein für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn
werde aber bereits im Kindergarten gelegt: "Und hier hat Wien gerade
in den letzten Jahren einen großen Schwerpunkt gesetzt", so
Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. So lasse sich nach drei Jahren
Gratis-Kindergarten in Wien eine sehr positive Bilanz ziehen:
"Insgesamt stehen heuer mit 52.228 Kindergartenplätzen und 18.426
Krippenplätzen so viele Plätze wie noch nie zur Verfügung."
Wesentlich für einen optimalen Schulstart sei dabei die
Sprachförderung im Kindergarten: "Deshalb haben wir auch so vehement
auf die neue 15a-Vereinbarung zur verpflichtenden sprachlichen
Förderung gedrängt", betonte Oxonitsch. Wien erhält nun bis 2014 pro
Jahr insgesamt 1,22 Mio Euro vom Bund und bringt zusätzlich aus
eigenen Mittel den gleichen Betrag auf.
Im Sommer 2012 hat Wien auch als erstes und einziges Bundesland
das "Barcelona-Ziel" überschritten: Diese EU-Vorgabe sieht vor, dass
für mindestens 33 Prozent der Kinder unter 3 Jahren Betreuungsplätze
vorhanden sein müssen. Mit 33,9 Prozent hat Wien dieses Ziel
deutlich übersprungen!
Gute Rahmenbedingungen für Wiener SchülerInnen
Für den Schulerfolg sind aber auch gute räumliche
Rahmenbedingungen ausschlaggebend: So läuft in Wien das 242 Schulen
umfassende Sanierungspaket weiterhin auf Hochtouren. "Wir können für
die bisherige Laufzeit seit 2007 eine sehr positive Bilanz ziehen",
betont Stadtrat Christian Oxonitsch. "So wurden bisher
Sanierungsarbeiten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 164
Mio Euro durchgeführt. Durchschnittlich wurde in jedem Jahr an 130
Schulgebäuden gearbeitet." Mit Ende 2012 werden voraussichtlich
bereits 33 Schulgebäude fertig saniert sein, wobei die einzelnen
Sanierungsinvestitionen je Standort von 18.000 Euro bis 4 Mio Euro
reichen.
Insgesamt werden im Rahmen des Schulsanierungspaketes bis 2017
rund 570 Mio Euro in die Sanierung von 242 allgemein bildenden
Pflichtschulen investiert. Die Stadt Wien unterstützt dabei die
Bezirke mit einer Sonderförderung von 40 Prozent.
Parallel dazu startet Wien aber auch ein großes Neubauprogramm
und setzt dabei weiter auf das innovative Campusmodell: So werden in
den nächsten Jahren elf neue Ganztagsschulen und elf Kindergärten
gebaut und damit insgesamt elf neue Campus-Standorte entstehen. Im
Fokus sind dabei die Regionen über der Donau wie Stadlau, Jedlesee,
Kagran und Stammersdorf sowie am Nordbahnhof und im Süden bzw.
Westen der Stadt die Bereiche Atzgersdorf, Innerfavoriten, Gasometer
und Wien-West. Bereits fixiert wurden die Standorte auf den
Aspanggründen, am Hauptbahnhof und in der Seestadt Aspern. Für
letzteren konnte bereits der Architekturwettbewerb abgeschlossen
werden, der Campus Hauptbahnhof ist bereits in Bau.
Die neuen Bildungseinrichtungen werden insgesamt rund 700 Mio
Euro kosten. Möglich werden diese Investitionen durch die
Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Einzelne Schulen werden für
die Stadt errichtet und an diese verleast bzw. vermietet. Die Stadt
bringt zur Unterstützung dieser Investitionen einen
voraussichtlichen Eigenmittelanteil von 330 Mio Euro auf.
30 Mio Euro für neue Schul-Computer
Damit die Schulen der Stadt Wien auch bei der Ausstattung
weiter gute Rahmenbedingungen bieten, sollen auch die Schul-Computer
sukzessive erneuert werden. "Im Bildungsausschuss werden heute
Dienstag Investitionen in das Wiener Bildungsnetz in Höhe von 30 Mio
Euro bis zum Jahr 2016 beschlossen", betont Stadtrat Christian
Oxonitsch. Um eine immer wieder notwendige Erneuerung der Geräte zu
ermöglichen, sollen die neuen Computer angemietet und immer wieder
dem neuesten technischen Stand angepasst werden.
Nachholen von Pflichtschulabschlüssen
Doch auch das Nachholen des Pflichtschulabschlusses und von
Grundkompetenzen wird von der Stadt tatkräftig unterstützt: Die 2012
getroffene 15a-Vereinbarung mit dem Bund soll Jugendlichen und
Erwachsenen auch nach Ende der schulischen Ausbildungsphase den
Erwerb grundlegender Kompetenzen und Bildungsabschlüsse ermöglichen.
Seit März 2012 holen bereits rund 160 junge Erwachsene in den
Wiener Volkshochschulen ihre Hauptschulausbildung nach, die sie
voraussichtlich im Frühjahr 2013 abschließen werden.
Nun starten insgesamt sechs Bildungseinrichtungen die nächsten
23 Lehrgänge, die bereits gut gebucht sind: Ziel ist es, heuer
insgesamt 720 Menschen diese Ausbildungsschiene zu ermöglichen. Die
Magistratsabteilung 13 - Bildung und außerschulische Jugendbetreuung
fördert die akkreditierten Bildungseinrichtungen, die Kurse zum
Nachholen des Pflichtschulabschlusses anbieten. In den Jahren 2012
bis 2014 stehen dafür insgesamt rund 8,7 Mio Euro aus dem
Landesbudget zur Verfügung - der Bund verdoppelt in der Folge die
Ausgaben. "Aufgrund der starken Nachfrage sind wir zuversichtlich,
mit diesen Mitteln bis 2014 tausenden jungen Wienerinnen und Wienern
mit geringer Qualifikation gratis zu einem Pflichtschulabschluss
verhelfen zu können", zeigt sich Stadtrat Oxonitsch optimistisch.
"Jugendcoaching" gegen Schulabbruch
Ein Wiener Modell gegen Schulabbruch, das nun auf Initiative
von Sozialminister Rudolf Hundstorfer auch österreichweit zum
Einsatz kommen soll, ist das Projekt "Jugendcoaching": Jugendliche
erhalten dabei maßgeschneiderte Hilfe von Coaches und
Sozialarbeitern, die ihnen bereits bei Problemen, die sich auf dem
Weg zum positiven Schulabschluss oder beim Finden einer beruflichen
Perspektive abzeichnen, bereits in der Schule zur Seite stehen.
Wien hat dabei bereits Erfahrungen mit Coaching-Programmen wie
"c'mon 14", das auf reges Interesse von Eltern, Lehrern und
Jugendlichen stößt. Pilotprojekte zum Jugendcoaching laufen in Wien
und Steiermark bereits an 260 Schulen. Bis 2014 wird das Coaching
stufenweise auf ganz Österreich ausgeweitet.
Talente-Check
Eine weitere Innovation konnte gemeinsam mit der
Wirtschaftskammer Wien entwickelt werden und soll vor allem im Sinne
einer besseren Berufsorientierung wirken. Ein so genannter
"Talente-Check Berufsbildung" gibt Schülern der 8. Schulstufe die
Chance, die eigenen Fähigkeiten und die Anforderungen der Wirtschaft
an künftige Arbeitskräfte besser kennenzulernen. Sie sollen die
Wiener Pflichtschüler rechtzeitig darüber informieren, was im
Berufsleben auf sie zukommt und ob sie dem gewachsen sind. Die
Jugendlichen lernen, ihre Potenziale besser einzuschätzen und können
sich noch gezielter auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts
vorbereiten." Der Talente-Scan wird heuer als Pilot an 22 Wiener
Mittelschulen gestartet, rund 2000 Schüler nahmen daran teil. Ab
2013/14 wird der Talente-Scan fixer Bestandteil des
Unterrichtsangebots für alle Schüler der 8. Schulstufe, rund 18.000
Schüler werden dann pro Jahr den Test absolvieren.
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