• 03.09.2012, 13:10:39
  • /
  • OTS0141 OTW0141

Bagatellisierung von offenem Antisemitismus darf nicht toleriert werden

Polizeipräsident versichert vollständige Aufklärung des Vorfalls am Schwedenplatz

Utl.: Polizeipräsident versichert vollständige Aufklärung des
Vorfalls am Schwedenplatz=

Wien (OTS) - Ich sehe eine große Gefahr in der Passivität einzelner
Beamter der Exekutive gegenüber antisemitischer Aggression. Einen
Rabbiner schutzlos den antisemitischen Beschimpfungen eines
Fußballfans zu überlassen, wie am Donnerstag vergangene Woche am
Schwedenplatz geschehen, kann nicht mit Deeskalation argumentiert
werden und bedarf einer dringenden Korrektur. Antisemitismus darf
nicht ein tolerierter Bestandteil der Fußballkultur sein.

Parallelen zu den kraftlosen Reaktionen seitens Politik und
Gesellschaft auf Straches antisemitische Karikatur und jenem Vorfall
am Freitag sind für mich eindeutig und tragen zu einer Verringerung
der Hemmschwelle für antisemitischer Ausfälle bei.

Die Israelitische Kultusgemeinde pflegt zu der Führungsebene der
Exekutive seit langem einen guten Kontakt und kann sich hinsichtlich
Sicherheitsfragen auf eine ausgezeichnete Kooperation verlassen.
Polizeipräsident Dr. Pürstl hat mir in einem Telefonat seine
Bestürzung über den Vorfall versichert und der IKG vollständige
Aufklärung zugesagt. Wiederbetätigung im nationalsozialistischen
Sinne wird gemäß den Bestimmungen des Verbotsgesetzes
selbstverständlich geahndet.

Angesichts der Tatsache, dass Antisemitismus in Europa wieder
aufflammt, ist die Bagatellisierung antisemitischer Ausfälle, seien
es Karikaturen, Beschimpfungen, tätliche Angriffe etc., aufs
schärfste zu verurteilen.

Oskar Deutsch,
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IKG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel