- 31.08.2012, 13:15:22
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Seniorengesundheitsbericht - Gesundheitsminister Stöger und PVÖ-Präsident Blecha: Bedürfnisse älterer Generation berücksichtigen
Mankos im Wissen um gesunde Ernährung bei der älteren Generation - Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsziele sollen Seniorengesundheit verbessern helfen
Utl.: Mankos im Wissen um gesunde Ernährung bei der älteren
Generation - Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsziele sollen
Seniorengesundheit verbessern helfen=
Wien (OTS/SK) - Die Gesundheitssituation der älteren Generation in
Österreich ist sehr unterschiedlich. Ältere Menschen im Westen
Österreichs sind gesünder; Frauen leben länger, sind aber auch
länger krank. Das ergab der von Gesundheitsminister Alois Stöger in
Auftrag gegebene Bericht "Gesundheit und Krankheit der älteren
Generation in Österreich", den er am Freitag in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit den Seniorenrats-Präsidenten Karl Blecha und
Andreas Khol vorstellte. "Wir wissen, dass die Gesundheitspolitik
eine differenzierte Sicht auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen
braucht. Wir müssen genau schauen, ob wir die Menschen auch in ihren
Lebenswelten erreichen", betonte Stöger. Für Blecha hat sich im
Bericht ein großes Wissensmanko der älteren Generation über gesunde
Ernährung gezeigt - er versteht den Bericht als Handlungsauftrag:
"Hier sind wir als Pensionisten-Organisationen gefordert: Jeder
zweite ältere Mensch ist in einem der Seniorenverbände Mitglied,
niemand sonst hat einen so guten Zugang zu älteren Menschen." ****
Der Anteil älterer Menschen über 64 Jahren an der österreichischen
Bevölkerung beträgt derzeit 18 Prozent, 2030 wird er auf etwa 24
Prozent angestiegen sein. 58 Prozent der über 64-Jährigen in
Österreich sind Frauen, bei den über 84-Jährigen liegt der
Frauenanteil sogar bei 74 Prozent. Auffällig ist auch das
Ost-West-Gefälle: Im Osten gibt es mehr ältere Menschen, die
Menschen im Westen sind gesünder als jene im Osten. Die
Lebenserwartung von Frauen liegt bei 83 Jahren, jene der Männer bei
78 Jahren. In guter Gesundheit leben Männer und Frauen in etwa
gleich lang (56 Jahre ohne chronische Krankheiten). Der Bericht
zeigt außerdem deutlich, dass soziale Bedingungen die Gesundheit im
Alter stark mitprägen. "Ältere, alleinstehende Frauen sind am
ehesten von Armut betroffen und stärker mit Krankheit belastet.
Daher brauchen wir besondere Angebote für diese Gruppe", unterstrich
Stöger, denn "gerade die ältere Generation muss sich auf die
solidarische Gesellschaft verlassen können".
Das Gesundheitssystem müsse sich weiterentwickeln, besonders die
e-Medikation und die Elektronische Gesundheitsakte ELGA sollen die
Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern, sagte der Minister.
Auch im Rahmen der Spitals- und Gesundheitsreform werden die
Bedürfnisse der älteren Generation mitberücksichtigt, etwa in Form
von Gruppenpraxen oder der vor kurzem im Ministerrat beschlossenen
Gesundheitsziele. Sie tragen dazu bei, sicherzustellen, dass alle
Gruppen im Gesundheitssystem berücksichtigt werden. Ziel ist, die
Gesundheitserwartung bis 2020 um zwei Jahre zu verlängern.
Einen besonderen Stellenwert hat die Prävention: Der Nationale
Aktionsplan Ernährung (NAP.e) und jener für Bewegung (NAP.b), dessen
Konsultationsphase gerade zu Ende ging, sollen helfen, die Menschen
in ihren Lebenswelten zu erreichen und so auch die Gesundheit der
älteren Generation zu stärken. Die Pensionisten-Organisationen haben
an beiden Aktionsplänen mitgewirkt, einige Punkte wurden bereits
umgesetzt. "Der Seniorensport hat sich enorm gesteigert, es gibt
tausende Sportgruppen. Wir sind damit die größte Sportorganisation
des Landes", betonte Blecha. Der PVÖ-Präsident will aber noch mehr
für die Gesundheit der älteren Generation beitragen und die
Hausärzte als Partner gewinnen, denn auch sie haben einen guten
Zugang zu Senioren und sollen zur zentralen Drehscheibe im
Gesundheitssystem aufgewertet werden. Auch die Medien sollen bei
diesem Thema unterstützend mitwirken, und nicht zuletzt die
Nahrungsmittelindustrie. Denn, so Blecha: "Was nutzt es, wenn die
Menschen ein Bewusstsein für gesunde Ernährung haben und dann in der
Werbung mit falschen Angaben irregeführt werden". Bei der älteren
Generation steige außerdem die Anzahl psychischer Erkrankungen und
die Medikation mit Antidepressiva "explosionsartig" an. "Nicht
zuletzt deswegen sind wir für eine rasche Einführung von e-Medikaton
und ELGA. Sie sind unerlässlich für die Gesundheit der Senioren",
bekräftigte Blecha.
SERVICE:
Der Bericht steht zum Download auf www.bmg.gv.at zur Verfügung.
(Schluss) bj/sv
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