• 30.08.2012, 09:45:24
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Auer: GAP-Budgetmittel sichern tausende Existenzen im ländlichen Raum

Bauernbund-Präsident will Dialog mit Bundeskanzler über Finanzierung der Landwirtschaft

Utl.: Bauernbund-Präsident will Dialog mit Bundeskanzler über
Finanzierung der Landwirtschaft=

Wien (OTS) - "Land- und Forstwirtschaft ist Wirtschaft fürs Land und
für diese Wirtschaft übernimmt der Bauernbund Verantwortung. Nur
wenn die EU-Programme der Landwirtschaft ausreichend finanziert
sind, können insgesamt 530.000 mit der Landwirtschaft eng verknüpfte
Arbeitsplätze gesichert werden", erklärte Bauernbund-Präsident Jakob
Auer bei der diesjährigen Pressekonferenz zum Agrarpolitischen
Herbstauftakt bei der Welser Messe die Stoßrichtung der Agrarpolitik
für die kommenden GAP-Verhandlungen. Auer weiter: "Geht's den Bauern
gut, geht's den Dörfern gut. Ohne Landwirte gibt es keinen vitalen
ländlichen Raum. Der Bauernbund versteht sich als Schutzschild
einerseits für die selbstständigen Betriebe, andererseits für die
Jobs im ländlichen Raum. Beides - Arbeitsplätze und Wirtschaft -
können nur dann gesichert werden, wenn die Gelder auch weiterhin in
vollem Ausmaß der Landwirtschaft zufließen."

Die Landwirtschaft bekenne sich somit zu ihrer "Verantwortung für
die Versorgung Österreichs". Gerade am Land gäbe es eine sehr enge
wirtschaftliche Verschränkung zwischen den Branchen und
Berufszweigen. Tourismus, Gastronomie, Handel, Gewerbe und Handwerk,
Bauwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind engstens miteinander
verflochten. Auer ist überzeugt: "Insbesondere die EU-Mittel für die
zweite Säule der Agrarpolitik kommen allen Bewohnern des ländlichen
Raumes zugute."

Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern erwarten sich mit
Recht von der Bundesregierung Unterstützung, Stabilität und sichere
Rahmenbedingungen. Parteiobmann Michael Spindelegger hat diese
wiederholt zugesagt - vom Bundeskanzler erwarten sich die
landwirtschaftlichen Betriebe aller Größenordnungen und
Produktionssparten ein ebenso deutliches Bekenntnis", verlangt der
Bauernbund-Präsident ein ehrliches Einstehen für die österreichische
Land- und Forstwirtschaft.

Dialog mit Bundeskanzler Faymann

"Damit die Zukunft der ländlichen Arbeitsplätze gesichert ist,
möchte ich mit Bundeskanzler Werner Faymann in einen Dialog
eintreten. Es ist entscheidend, bereits im Vorfeld der
GAP-Verhandlungen Positionen auszuloten und falls notwendig,
Überzeugungsarbeit zu leisten, damit wir gemeinsam mit Nikolaus
Berlakovich, Maria Fekter und Michael Spindelegger in Brüssel ein
optimales Ergebnis erzielen", lädt der Bauernbund-Präsident den
Kanzler zu Gesprächen ein. Schritt für Schritt werden die
Verhandlungen zur Agrarreform in den kommenden Monaten vorbereitet
und durchgeführt. Als ersten Meilenstein hat sich der Bauernbund auf
einen Vorschlag für ein differenziertes Regionalmodell geeinigt.
Laut EU-Vorgabe muss das derzeit praktizierte historische
Betriebsprämienmodell auf ein regionales System umgestellt werden.

"Im gemeinsamen Bemühen haben wir einen tragfähigen Konsens
gefunden. Für mich ist der Bauernbund-Beschluss ein echter Erfolg,
weil extreme Brüche für die Betriebe vermieden werden können und die
Übergänge zeitlich abgefedert werden", erklärt Auer. Damit habe der
Bauernbund wieder einmal seine Integrationsfähigkeit bewiesen.
"Möglich geworden ist dieser Kompromiss durch den wirklich bemühten
Dialog untereinander - zwischen allen Ländern, Bezirken und
Produktionssparten. Damit ist unsere Landwirtschaft für alle
weiteren Gespräche gut aufgestellt", zeigt sich Auer erfreut.

Einheitswert als Basis für bäuerliche Familienbetriebe

"Das Einheitswertsystem als steuerliche Bemessungsbasis spart
Bürokratie und sichert die Existenz unserer kleinbäuerlichen
Familienbetriebe. Dieses System gehört dringend reformiert und die
Berechnung der Steuerleistung an die Jetztzeit angepasst. Diese
Modernisierung nehme ich jetzt vordringlich in Angriff und führe
dazu intensive Verhandlungen mit dem Koalitionspartner", zeigt sich
Auer zuversichtlich, dass es zu einer Einigung bis Jahresende kommt.
"Sowohl über die Hektargrenze als auch über den
Vollpauschalierungssatz kann man reden", strebt der
Bauernbund-Präsident ein Resultat an, das sowohl für die Bäuerinnen
und Bauern als auch für den Koalitionspartner verträglich ist.

Völlig unverständlich für Auer ist und bleibt aber, dass sich die
SPÖ ideologisch getrimmt immer wieder auf angebliche
Steuerbegünstigungen für die Bauern einschießt und dabei
geflissentlich die Steuervorteile für Arbeiter und Angestellte unter
den Tisch fallen lässt. "Allein das steuerbefreite Taggeld der
Bauarbeiter bringt ein Volumen von EUR 500 Mio. jährlich", hält Auer
fest. Auch die steuerliche Sonderbehandlung des 13. und 14. Gehaltes
sowie der Abfertigungen kostet den Staat pro Jahr EUR 7,4 Mrd.
"Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, hunderttausende Arbeitsplätze,
die Sicherung der GAP-Finanzierung und die Lösung der steuerlichen
Bemessungsfrage - das ist für mich ein Gesamtpaket. Wenn einige in
der SPÖ meinen, dass sie Einzelteile blockieren können und die
österreichischen Bauern als politische Zielscheibe herhalten sollen,
dann muss klar sein, dass dies nur als Attacke auf den ländlichen
Raum und 530.000 Arbeitsplätze verstanden werden kann. Ich will aber
keine Attacken, sondern einen sach- und lösungsorientierten Dialog,
von dem wir alle abhängen, von dem letztlich ganz Österreich
profitiert - mit sicheren Lebensmitteln, einem möglichst hohen
Selbstversorgungsgrad und einer Landwirtschaft, auf deren Leistungen
alle Österreicherinnen und Österreicher stolz sein können", stellt
Auer abschließend fest.
(Schluss)

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