- 28.08.2012, 12:11:34
- /
- OTS0089 OTW0089
Glawischnig: Zehn Fragen an Wissenschaftsminister Töchterle und die SPÖ
Grüne: Österreichs Universitäten brauchen mehr und nicht weniger Studierende
Utl.: Grüne: Österreichs Universitäten brauchen mehr und nicht
weniger Studierende=
Wien (OTS) - "Die derzeitige Diskussion greift zu kurz und wird
unter den falschen Vorzeichen geführt. Töchterle und die SPÖ
vermitteln den Eindruck, als seien Österreichs StudentInnen eine
lästige Gruppe, die es unter Kontrolle zu bringen gelte. Anstatt
darüber nachzudenken, wie der Uni-Standort Österreich gestärkt
werden kann und wir bessere Studienbedingungen schaffen, wird das
Recht auf freie Studienwahl in Frage gestellt und über
Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren diskutiert", kritisiert
die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig den
ÖVP-Wissenschaftsminister Töchterle und die SPÖ anlässlich der
aktuellen Universitätsdebatte.
"Das ist gesellschaftspolisch das falsche Signal. Wir brauchen mehr
und nicht weniger Studierende. Natürlich sind überfüllte Studien und
katastrophale Studienbedingungen ein Problem, in erster Linie für
die betroffenen Studierenden und das Lehrpersonal. Die Ursache: Die
ÖVP hat die Universitäten über Jahre stiefmütterlich behandelt und
die SPÖ hat tatenlos zugesehen. Niemand darf sich daher wundern,
dass Österreich im internationalen Vergleich schlecht dasteht", sagt
Glawischnig. "Mit dem üblichen rot-schwarzen Hick-Hack werden wir
hier nicht weiterkommen. Ich lade SPÖ und ÖVP ein, die Debatte
ernsthaft und mit einer klaren Perspektive zu führen. Im Zentrum
steht dabei die Frage, wie wir es schaffen, die Zahl der
Studienplätze mittelfristig deutlich auszuweiten, damit Österreich
vom Nachzügler zum Vorreiter wird", sagt Glawischnig, die dazu zehn
Fragen an ÖVP und SPÖ formuliert.
Zehn Fragen an Wissenschaftsminister Töchterle und die SPÖ
1. Wie wollen Sie erreichen, dass sich Jugendliche bereits in der
Oberstufe besser auf die künftige Studienwahl vorbereiten können?
2. Wie wollen Sie sicherstellen, dass alle MaturantInnen, die
studieren wollen, einen geeigneten Studienplatz in Österreich
bekommen?
3. Wie werden Sie tun, damit die im Universitätsgesetz
festgeschriebene flächendeckende verpflichtende Beratung von
MaturantInnen rasch umgesetzt wird, damit die MaturantInnen über die
Studienlandschaft Österreichs ausreichend Bescheid wissen und besser
in der Lage sind, das für sie passende Studium zu wählen?
4. Was planen Sie, damit die Studieneingangsphase für Studierende
wirklich eine Orientierung ermöglicht und nicht ein Instrument zum
Hinausprüfen bleibt?
5. Wie werden Sie unternehmen, damit nicht nur Kinder aus
Akademikern-Familien Akademiker werden? (Nur zehn Prozent der
Medizinstudierenden kommen beispielsweise derzeit nicht aus
Akademikerfamilien)
6. Wie wollen Sie sicherstellen, dass das langjährige Ziel der
Bundesregierung, 2% des BIP in die Hochschulbildung zu investieren,
endlich erreicht wird?
7. Was haben Sie vor, damit Österreich jene 100.000 zusätzlichen
Studierende bekommt, die notwendig wären, um die Akademikerquote
eines Jahrgangs von derzeit 25% auf den OECD-Schnitt von 38 Prozent
zu heben?
8. Wie wollen Sie die soziale Schieflage unter den Studierenden
verbessern? (45% der Studierenden in Österreich arbeiten laut einer
OECD-Studie während des ganzen Semesters, 41% der Studierende
bekommen keinerlei Förderung wie z.B. Familienbeihilfe oder
Öffentliche Unterstützung).
9. Wie werden Sie tun, um Frauen durch Zugangsbeschränkungen nicht
länger zu diskriminieren? (Beispiel Aufnahmetests zum
Medizinstudium: Frauen stellen 55% der BewerberInnen, aber nur 43%
der aufgenommenen Studierenden.)
10. Was haben Sie vor, damit die Zahl der
StudienbeihilfeempfängerInnen zumindest auf europäisches Niveau
ansteigt?
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






