• 24.08.2012, 12:31:59
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Bundeskanzler Werner Faymann: Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit wichtig für Friedensprojekt Europa

Zerfall der Eurozone und Rückkehr zu nationalen Währungen wäre teuer und würde Arbeitslosigkeit erhöhen

Utl.: Zerfall der Eurozone und Rückkehr zu nationalen Währungen wäre
teuer und würde Arbeitslosigkeit erhöhen=

St. Johann (OTS/SK) - Ein Plädoyer für das Friedensprojekt
Europa, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und für mehr
Solidarität in der EU hielt Bundeskanzler Werner Faymann bei einem
gemeinsamen Gespräch mit der Bundesparteiobfrau der Grünen, Eva
Glawischnig, am Eingang zur Liechtensteinklamm in St. Johann im
Pongau (Salzburg). "Es kann nicht sein, dass nach einer Finanzkrise
die arbeitslosen Jugendlichen übrig bleiben", betonte Faymann und
dankte den Grünen für die konstruktive Zusammenarbeit bei der
Schaffung der Schutzmechanismen für die Eurozone. Es gelte nunmehr,
gemeinsam die richtigen Schlüsse aus der Krise zu ziehen, etwa mehr
Finanzmarktkontrolle zu schaffen und Spekulationen zu unterbinden.
Deutlich warnte der Kanzler vor "unverantwortlichen Forderungen,
einzelne Länder aus der Eurozone schmeißen zu wollen" oder gar die
Währungszone zu zerschlagen und Länder zu einer nationalen Währung
zurückzuzwingen. Derartige Überlegungen wären verantwortungslos. Ein
Eurozonen-Zerfall hätte auch für Österreich immense Kosten und würde
die Arbeitslosigkeit auch in Österreich hinaufschnellen lassen. ****

Der gemeinsame Schutzschirm für Europa ist mit einer
Verfassungsmehrheit zustande gekommen. Dafür sei den "positiven
Kräften in diesem Land zu danken", denn mit Parteien, die lediglich
auf das Gegeneinander setzen, in Europa wie in Österreich, "ist kein
Staat zu machen". Das sei von wesentlicher Bedeutung für das
gemeinsame Europa. Etwa die Diskussion, "diesen Euro leichtfertig zu
zerreißen und damit die Arbeitslosigkeit, die in manchen Ländern 20
Prozent, sogar 30 bis 40 Prozent beträgt, hinaufschnellen zu lassen
und auch den hohen Grad der Beschäftigung in Österreich zu
gefährden, ist unverantwortlich", betonte Faymann. "Es wird
schwierig, diesen Jugendlichen zu sagen, Europa sei ein
Friedensprojekt, zu dem man Vertrauen haben muss. Denn wer könnte
Vertrauen haben, wenn eine ganze Generation keine Arbeit findet?"

Bezüglich des Ausscheidens einzelner Länder aus der Eurozone
betonte der Bundeskanzler neuerlich, dass ein Ausstieg alle in der
EU deutlich mehr kosten würde als die laufenden
Stabilisierungsmaßnahmen. Schulen und Spitäler wären beispielsweise
in einem betroffenen Land nicht mehr finanzierbar. "Für die
Bevölkerung wäre es schlecht. Die einzigen, die daran gewinnen sind
diejenigen, die das Geld außer Landes gebracht haben, diejenigen,
die vor der Krise, mit der Krise und auch nach der Krise nur
verdienen wollen. Aber die vertrete ich nicht", so der Kanzler, der
aber gleichzeitig auch unterstrich, dass man "nicht einfach etwas
herschenken" könne. "Es müssen Bedingungen erfüllt werden, aber die
sollten in konstruktiver und respektvoller Art gestellt werden."
(Schluss) up/sv

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