• 24.08.2012, 09:41:05
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Wie kam das Krokodil in die Drau?

VIER PFOTEN will nun Minister Stöger in die Pflicht nehmen

Utl.: VIER PFOTEN will nun Minister Stöger in die Pflicht nehmen=

Kärnten/Wien (OTS) - Im Hinblick auf den aktuellen Fall eines in
der Drau gesichteten Krokodils in Kärnten fordert VIER PFOTEN
strengere Richtlinien für die Privathaltung exotischer Wildtiere in
Österreich. "Wir sehen den zuständigen Minister Alois Stöger hier in
der Pflicht, dafür zu sorgen, dass solche Zwischenfälle künftig
verhindert werden", sagt VIER PFOTEN Geschäftsführer Helmut Dungler.
Die Tiere würden nicht nur ein Gefahrenpotenzial darstellen; ihre
Haltung durch Private sei aus Sicht sowohl des Tier- als auch des
Artenschutzes problematisch, so Dungler.

Die Frage, die sich zwangsläufig aufdrängt: Wie kommt ein
Privater überhaupt in den Besitz eines Krokodils? "Die Antwort ist
leider, dass es einem viel zu leicht gemacht wird, exotische - und
zwar auch gefährliche - Tiere zu erwerben", kritisiert Dungler. "In
Wien kam es ja vor kurzem auch zu einem Schlangenalarm. Bei dem
gesichteten Tier handelt es sich dem Anschein nach um eine giftige
Viper."

Zwar hat der österreichische Nationalrat bereits 2011 einige
Verschärfungen in der Tierhaltung von Exoten gefordert. Darunter
fallen etwa auch ein Verbot von Tierbörsen und gefährlicher
Schlangen sowie die Pflicht zu Sachkunde-Nachweis der potenziellen
Käufer von Exoten. Eine Umsetzung der strengeren Richtlinien hat
Minister Stöger allerdings bisher nicht veranlasst.

"Die meisten Wildtiere sind für eine Privathaltung völlig
ungeeignet und stellen extrem hohe Anforderungen. Die Folgen
schlechter Haltung und Versorgung sind vermehrte Krankheiten und
erhöhte Todesraten durch Haltungsfehler", erklärt Helmut Dungler.
Außerdem können viele Wildtiere gefährliche Krankheiten auf den
Menschen übertragen.

Der internationale Handel mit Wildtieren für den Heimtiermarkt
hat vielfältige negative Auswirkungen auf den Artenschutz der
betroffenen Spezies. Der Handel mit diesen Tieren im Internet oder
auf Tierbörsen ist ebenfalls mit Tierleid verbunden, da Exoten
zumeist in winzigen und für ihre Bedürfnisse völlig unzureichenden
Behältern ausgestellt oder transportiert werden.

Problem: Jeder Laie kann exotische Wildtiere kaufen

Zudem kann jeder Laie auch solche Arten erwerben, die extrem hohe
Anforderungen an die Haltung stellen. "Wir haben die Erfahrung
gemacht, dass die Anbieter von Exoten gar keine Sachkenntnis von den
Käufern verlangen. Und sie informieren in der Regel völlig
unzureichend über die Ansprüche, die mit der Haltung der Tiere
verbunden sind", sagt Helmut Dungler.

VIER PFOTEN unterstützt prinzipiell die Initiative des
Nationalrats aus dem Jahr 2011, schlägt aber darüber hinaus die
Erstellung eine Positivliste von exotischen Tieren vor, die für die
Privathaltung geeignet sind. Dabei soll nicht nur die Gefährlichkeit
der Art als Kriterium herangezogen werden, sondern auch die
Haltungsansprüche der Tiere und der entsprechende Wissenstand zur
Lebensweise der Arten. "Diese Liste sollte aber wirklich all jene
Arten ausschließen, die ein Gefahrenpotenzial darstellen, sei es
durch ihre Giftigkeit, Körpergröße, Beißkraft oder ihre
Wahrscheinlichkeit, Krankheiten zu übertragen", so Dungler
nachdrücklich.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPF

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