- 22.08.2012, 13:20:51
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Generationenpartnerschaft schafft Lebensperspektiven für die junge Generation
Abschlussdiskussion der Alpbacher Perspektiven: Jugend-Check, längere Erwerbstätigkeit, Ausbildungspflicht und gerechtes Erwerbseinkommen im Zentrum
Utl.: Abschlussdiskussion der Alpbacher Perspektiven: Jugend-Check,
längere Erwerbstätigkeit, Ausbildungspflicht und gerechtes
Erwerbseinkommen im Zentrum=
Wien (OTS/PWK559) - "Die heurigen Alpbacher
Perspektiven-Gespräche haben die Möglichkeit geschaffen, gemeinsam
mit der Jugend Chancen und Risiken der Zukunft zu diskutieren und
ihre Lebensperspektiven zu beleuchten", betonte WKÖ-Präsident
Christoph Leitl bei der Abschlussdiskussion von "Erwartungen - die
Zukunft der Jugend" im Europäischen Forum Alpbach.
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich, Sozialminister Rudolf
Hundstorfer, Wirtschaftminister Reinhold Mitterlehner und der
WKÖ-Präsident reflektierten gemeinsam Denkanstöße und
Diskussionspunkte der vergangenen drei Tage. Minister Berlakovich:
"Die oft zitierte Politikverdrossenheit der Jugend kann ich nicht
nachvollziehen. Es ist unerlässlich, die Jugend in die Diskussionen
und Entscheidungsfindung mit einzubeziehen."
Minister Mitterlehner berichtete, sein Ministerium erarbeite
gerade eine Strategie, um die Haltung junger Menschen in allen
relevanten Themenbereichen, von Ausbildung über Gesundheit bis zu
Gewalt und Freiwilligenarbeit, zu erheben und einzubeziehen. Der
Minister unterstrich, dass der geplante Jugend-Check für
Gesetzesvorlagen ab Beginn nächsten Jahres ein Schritt in diese
Richtung sei. "Damit sollen künftig alle Gesetze auf ihre
Auswirkungen auf die Jugend durchleuchtet werden. Schließlich sind
Jugendthemen eine Querschnitts-Materie".
Ein wichtiges Thema der Perspektiven-Gespräche war das
Pensionssystem: Wie eine Umfrage im Auftrag der WKÖ ergeben hat, hat
diese Problematik für Österreichs Jugend Priorität. Minister
Hundstorfer: "Wir müssen bei diesem Thema aufpassen, dass wir nicht
die Generationen gegeneinander ausspielen. Finden wir gemeinsam
einen Weg, auch für die Jugend von heute eine Alterssicherung zur
Verfügung zu stellen." Dabei müsse es gelingen, den langfristigen
Rückgang der Geburtenraten aufzufangen.
WKÖ-Präsident Leitl forderte eine Generationenpartnerschaft: "So
wie wir die Sozialpartnerschaft für Erwerbstätige haben, braucht es
eine Partnerschaft der nicht mehr erwerbstätigen Generation mit den
Jungen. Jugend und Senioren sollten eine Generationspartnerschaft
eingehen."
Leitl appellierte an Hundstorfer, das von der Wirtschaftskammer
vorgeschlagene Anreizmodell "25-25-50" für einen längeren Verbleib
im Erwerbsleben ein Jahr versuchsweise zu implementieren. Demnach
sollten 25 Prozent der Pension als Bonus an den freiwillig länger im
Beruf bleibenden Arbeitnehmer und 25 Prozent an den Arbeitgeber
gehen. 50 Prozent würden im Pensionssystem bleiben. Hundstorfer
dazu: "Es braucht viele Veränderungen, um länger im Erwerbsleben zu
bleiben. Vieles haben wir hier schon getan." Als beispielhaften
Anreiz nannte er die Erhöhung der Pension um 4,2%, wenn man länger
im Erwerbsleben bleibt als gesetzlich vorgeschrieben.
Die vom Sozialminister geforderte Ausbildungspflicht -
Hundstorfer: "Es soll keinen jungen Menschen in diesem Land geben,
der der über die Pflichtschulzeit hinaus keine weiter führende
Ausbildung hat"- begrüßte Leitl: "Jene knapp 10.000 Jugendliche, die
jährlich aus dem System fallen, sind ein enormes Potenzial, welches
verloren geht. Das darf nicht sein."
Nach vehementen Bestrebungen von jungen Zuhörern, nicht nur im
Plenum, sondern auch am Podium vertreten zu sein und hier ihre
Meinung einbringen zu können, räumte der WKÖ-Präsident aus freien
Stücken seinen Platz am Podium für eine Studentin, "damit die junge
Generation eine gewichtige Stimme im Saal erhält." An der weiteren
Diskussion nahm Leitl mitten unter den Jungen im Saal teil und
betonte in seinem Schluss-Statement: "Österreich muss sich an der
Spitze orientieren, denn Selbstzufriedenheit kann gefährlich sein.
Es gibt Länder, von denen wir lernen können. Vom vorbildlichen
Schulsystem in Finnland etwa oder von der innovativen
Arbeitsmarktpolitik Dänemarks kann sich unser Land etwas abschauen.
Um die Weiterentwicklung Europas muss man ständig kämpfen. " Was das
Thema "Lebensgehaltskurve" betrifft, gab Leitl kritischen Stimmen
der Jugend aus dem Publikum Recht: "Ältere verdienen zu viel und
Junge zu wenig. Leistung und Erfahrung müssen bei der Entlohnung zu
gleichen Teilen eine Rolle spielen." (PM/TB)
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