• 22.08.2012, 13:04:30
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  • OTS0137 OTW0137

Alpbach: "Schon bei Jugendlichen Bewusstsein schaffen, dass Gesundheit aktiv beeinflusst werden kann"

"Länger Jünger - Gesünder Älter" - Alpbach-Arbeitskreis startet innovativen Dialog über Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz

Utl.: "Länger Jünger - Gesünder Älter" - Alpbach-Arbeitskreis
startet innovativen Dialog über Gesundheitsförderung und
Gesundheitskompetenz=

Alpbach (OTS/PWK558) - Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach
2012 wurde beim Arbeitskreis des Forums der forschenden
pharmazeutischen Industrie (FOPI) in Österreich in Kooperation mit
der WKÖ-Initiative Plattform Gesundheitswirtschaft zum Thema "Länger
Jünger - Gesünder Älter" ein innovativer Dialog gestartet, um neue
Ideen im Bereich Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz zu
erarbeiten und voranzutreiben.

Es diskutierten Gesundheitsminister Alois Stöger, hochrangige
Repräsentanten der Sozialpartner, der Länder, der Sozialversicherung
und der forschenden pharmazeutischen Industrie gemeinsam mit
Experten in vier Arbeitsgruppen, welchen Beitrag jeder der Partner
zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Österreicher leisten
kann und muss.

Zu Beginn der Diskussion wurde die Niederlande als führendes Land
im Bereich Gesundheitskompetenz analysiert. Entscheidender
Erfolgsfaktor ist laut einer vorgestellten IHS- Studie, dass der
Patient im Mittelpunkt des Gesundheitssystems steht. Neben
gesetzlich geregelten Mitbestimmungs- und Beschwerderechten und
Pflichten zur Mitwirkung, existieren auch eigene starke
Patientenvertretungen und Verbände sowie eine Vielzahl von
Gesundheitsinformationszentren.

Einig waren sich alle Teilnehmer darin, den Focus noch viel
stärker auf das Bewegungs- und Ernährungsverhalten von Kindern zu
legen. Grundsätzlich bedarf es aber einer Änderung des
Arzt/Patienten-Verhältnisses, um so auch eine Partizipation im
Gesundheitsbereich und vor allem auch auf gleicher Ebene zwischen
den Beteiligten zu ermöglichen. Weiters gab es weitgehenden Konsens
über die Erstellung eines Bundesgesundheitsplanes, die Erweiterung
von Lehrplänen mit Gesundheitsthemen und die Errichtung einer 24-
Stunden-Hotline, an die man sich bei gesundheitsrelevanten Fragen
wenden kann.

Besonders hervorgehoben wurde von einigen Teilnehmern auch die
Stärkung der Eigenverantwortung. Dazu bedarf es verständlicher und
altersgerecht aufbereiteter Informationen, Veröffentlichung von
Qualitätskennzahlen, sowie eines objektiven
Patienteninformationsportals. Das Interesse für die eigene
Gesundheit muss geweckt werden: Dazu werden Incentives wie
finanzielle Anreize, Awards, Anerkennungen benötigt. Durch die
Schaffung von Transparenz sollte der Qualitätswettbewerb im
Gesundheitssystem gefördert werden: Möglich wäre dies zum Beispiel
durch die Einführung einer öffentlichen Balance Score Card, die
zeigt, ob Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen ihre Ziele
erreichen oder nicht.

Martin Gleitsmann, Mitinitiator der Plattform
Gesundheitswirtschaft Österreich und WKÖ-Abteilungsleiter für
Sozialpolitik und Gesundheit:"Wenn man über Gesundheitsförderung
diskutiert, dann muss man eigentlich schon im Kindergarten und in
der Schule ansetzen, um einen proaktiven und gesunden Lebensstil zu
fördern. Bei den Jugendlichen muss bereits früh genug das
Bewusstsein geschaffen werden, dass Gesundheit nicht
selbstverständlich ist, sondern durch einen gesunden Lebenswandel
aktiv beeinflusst werden kann". Gleitsmann forderte überdies hinaus
auch eine bessere und intensivere Einbindung der Patienten bei
Gesundheitsfragen sowie eine bessere Verknüpfung existierender
Gesundheitsdaten. Multiplikatoren wie zum Beispiel Lehrer müssen
mehr in Richtung Gesundheitskompetenz geschult werden.

Mit Blick auf die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen betonte
Generalsekretär Ronald Pichler vom Forum der pharmazeutischen
Industrie (FOPI) sowie External Affairs Director bei
GlaxoSmithKline: "Wir brauchen einen Kulturwandel hin zu mehr
Patientenorientierung. Wir müssen uns an den Wünschen der Bürger und
Patienten orientieren und sie bei wichtigen Schnittstellen im
gesamten Lebensverlauf, wie etwa im Bildungsbereich und im
Gesundheitssystem, abholen. Die forschende pharmazeutische Industrie
kann über die Zurverfügungstellung innovativer Lösungen ihre
Komptenzen und ihre Erfahrungen in diesem Prozess einbringen. Das
bringt Nutzen für Politik und Gesundheitssystem." Pichler ist
optimistisch, mit diesem innovativen Dialog einen Beitrag zum Ziel
der Steigerung der gesunden Lebensjahre durch patientenorientierte
Reformen leisten zu können. (NL)

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