• 20.08.2012, 09:43:58
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Stöger: Sichere Kinderarzneimittel durch neues Forschungsnetzwerk

Gemeinsame Anschubfinanzierung durch Gesundheitsministerium und pharmazeutische Industrie - Je 150.000 Euro pro Jahr in den nächsten fünf Jahren

Alpbach (OTS/BMG) - "Das Gesundheitsministerium wird gemeinsam mit
der Pharmig in den nächsten fünf Jahren den Aufbau eines
Forschungsnetzwerks finanzieren, das Medikamente auf ihre
Kindertauglichkeit prüft", gab Gesundheitsminister Alois Stöger am
Montag in Alpbach bekannt. "Dies ist eine weitere konkrete Maßnahme,
mit der die von mir in Auftrag gegebene Kindergesundheitsstrategie
umgesetzt wird. Das Gesundheitsministerium beteiligt sich die
nächsten fünf Jahre mit je 150.000 Euro an der Gründung des
Netzwerks."

"Bis zu 90 Prozent der Medikamente sind für Kinder nicht zugelassen",
beschrieb Reinhold Kerbl die aktuelle Situation. Das berge
vielfältige Risiken, so der Präsident der Österreichischen
Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, da der Organismus eines
Kindes nicht mit jenem eines Erwachsenen vergleichbar sei. "Wir
wollen für unsere Patienten nicht nur die besten, sondern auch die
sichersten Arzneimittel verfügbar machen", so der Pädiater. Eine
ausreichende Versorgung von Kindern mit eigens für sie geprüften und
zugelassenen Arzneimitteln sei nicht nur notwendig, sondern überdies
seit 2007 per EU-Verordnung vorgeschrieben.

"Die pharmazeutische Industrie in Österreich beteiligt sich an der
Finanzierung des Kinderforschungsnetzwerkes im gleichen Ausmaß wie
das Gesundheitsministerium, damit eine Erhöhung der Zahl jener
Medikamente, die explizit auch für Kinder zugelassen sind, realisiert
werden kann", so Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig. Neben
der Finanzierung sei es vor allem das gemeinsame
gesellschaftspolitische Grundverständnis, dass Studien an Kindern
notwendig sind. Dieses gelte es erst zu erarbeiten, denn bis vor
kurzem galten Studien an Kindern als unethisch. Das geplante
Kinderforschungsnetzwerk werde nicht nur die Versorgung der Kinder
mit für sie zugelassenen Arzneimitteln nachhaltig verbessern, sondern
könne auch als wesentlicher Impuls für den Forschungsstandort
Österreich gewertet werden, betonte Huber bei der gemeinsamen
Pressekonferenz mit Bundesminister Alois Stöger am Rande der
Alpbacher Gesundheitsgespräche.

Die Basisfinanzierung ist notwendig, um das Netzwerk zu realisieren.
Ab 1.1.2018 soll die finanzielle Selbsterhaltungsfähigkeit erreicht
sein. Weiters ist die Anschubfinanzierung an die Erreichung sieben
konkreter messbarer Ziele gebunden. Die Aufnahme der operativen
Tätigkeit des Kinderforschungsnetzwerkes ist für 2013 geplant.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Gesundheit
   Thomas Kvicala, Pressesprecher
   Radetzkystraße 2, 1030 Wien
   Tel.: +43/1/71100-4506
   mailto:[email protected]
   http://www.bmg.gv.at

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