- 19.08.2012, 10:00:31
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Lichtenecker: Selbstbehalte bei Arztbesuchen belasten EPU- und Kleinstunternehmen
Abschaffung der Selbstbehalte und Quartalsstatistiken zu Ein-Personen-Unternehmen und KleinstunternehmerInnen dringend notwendig
Wien (OTS) - "Nicht einmal sechs Prozent aller UnternehmerInnen
waren im Jahr 2011 vom Selbstbehalt bei Arztbesuchen befreit, obwohl
laut Einkommensstatistiken der Sozialversicherungsanstalt der
gewerblichen Wirtschaft (SVA) weitaus mehr Selbständige einen
Anspruch gehabt hätten", kommentiert Ruperta Lichtenecker,
Wirtschaftssprecherin der Grünen, die aktuelle Beantwortung Ihrer
parlamentarischen Anfrage durch Gesundheitsminister Stöger.
"Fakt ist, dass rund 50 Prozent aller SVA-Versicherten auf unter 700
Euro im Monat eingestuft sind. Wer kein zusätzliches Einkommen
bezieht, hätte Anspruch auf eine Befreiung vom Selbstbehalt. Denn um
vom Selbstbehalt in der SVA befreit zu werden, darf das monatliche
Einkommen bei maximal 815 Euro im Monat liegen", so Lichtenecker.
Warum nehmen also so wenige Selbstständig die Möglichkeit wahr um
sich vom Selbstbehalt in der Höhe von 20 Prozent befreien zu lassen?
Für die Wirtschaftssprecherin der Grünen ist die Antwort darauf
eindeutig: "Der Knackpunkt liegt ganz klar bei der mangelnden
Transparenz und Informationsweitergabe der SVA an Ihre Versicherten.
Die Selbständigen und insbesondere diejenigen, denen das Wasser
ohnehin schon bis zum Hals steht, sind über die Möglichkeit der
Befreiung vom Selbstbehalt bei geringem Einkommen kaum informiert",
so Lichtenecker.
Deshalb fordert die Wirtschaftssprecherin der Grünen als
Sofortmaßnahme, dass Informationen zu Befreiung von Selbstbehalten
von der SVA stärker und offensiver beworben werden. "Das betrifft vor
allem die Möglichkeit zur Befreiung vom Selbstbehalt bei
Arztbesuchen, aber auch die Möglichkeit zur Herabsetzung der
vorläufigen Beitragsgrundlage", betont Lichtenecker.
"Das Ziel muss jedoch die Abschaffung der Selbstbehalte sein", betont
Lichtenecker. Studien würden zeigen, dass Selbstbehalte
gesundheitsökonomisch kontraproduktiv und sozial höchst fragwürdig
sind, weil durch die Selbstbehalte präventiver Gesundheitsleistungen
nicht in Anspruch genommen werden.
Auch bei der Erhebung von Daten und Statistiken sieht Lichtenecker
noch einigen Nachholbedarf bei der SVA: "Die Anfragebeantwortung hat
zum wiederholten Male aufgezeigt, dass es für die große Gruppe der
Ein-Personen-UnternehmerInnen und KleinstunternehmerInnen in der SVA
an einfachem Datenmaterial fehlt. Das ist umso erstaunlicher, als
allein EPU bereits 56 Prozent der SVA-KundInnen stellen. Die
Sozialversicherungsanstalt ist dringend angehalten, Statistiken über
EPU und KleinstunternehmerInnen einzuführen und diese in Ihren
Jahresbericht zu integrieren. Nur so können die Strukturen und
Prozesse der SVA in Zukunft auch besser an die Realitäten von EPU und
KleinstunternehmerInnen angepasst werden", betont Ruperta
Lichtenecker.
Rückfragehinweis:
Kerstin Schäfer, mobil: 0664/ 8317500, [email protected]
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