• 16.08.2012, 15:07:04
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Schultes: Gesundheitsminister Stöger verschleppt Ursachenforschung für das Bienensterben

Anfragebeantwortung des Gesundheitsministers zu den hohen Winterverlusten bei Bienenvölkern weist Lücken auf

Utl.: Anfragebeantwortung des Gesundheitsministers zu den hohen
Winterverlusten bei Bienenvölkern weist Lücken auf=

Wien, 16. August 2012 (ÖVP-PK) Der Anfragebeantwortung nach hat
der Gesundheitsminister, der auch für Tierseuchen zuständig ist,
außer der Gründung einer Arbeitsgruppe nur wenig Information zu
liefern. In Bezug auf das dramatische Bienenvölkersterben erinnert
die Antwort Stögers an das Motto: "Wenn ich nicht mehr weiter weiß,
gründ' ich einen Arbeitskreis", so ÖVP-Umweltsprecher Hermann
Schultes. ****

"Ursachenforschung wird nicht angestrebt, eingestanden wird,
dass EU-Förderungen nicht ausgeschöpft werden, wenig elegant wird
der 'schwarze Peter' der Landwirtschaft zugeschanzt", betont
Schultes und weiter: "Internationale Forschungsergebnisse belegen,
dass die Varroa-Milbe für die hohen Winterverluste verantwortlich
ist, keineswegs aber die Verwendung von Insektiziden in der
Imkerei, der Landwirtschaft oder den Hausgärten als Erklärung für
die europaweiten und landschaftsunabhängigen hohen Winterverluste
verantwortlich sind. Stöger interessieren offensichtlich die wahren
Ursachen nicht. Selbst die Ergebnisse der heimischen MELISSA-
Studie, welche eindeutig bestätigen, dass nur 0,1 Prozent der
Bienenverluste auf insektizid-gebeiztes Saatgut zurückzuführen sind
und alle Maßnahmen, die die Landwirtschaft zum Schutz der Bienen
getroffen und erfolgreich umsetzt hat, werden übergangen oder
missverständlich dargestellt."

Schultes erklärt, dass die tatsächlichen Gründe für das massive
Sterben der Bienenvölker nach wie vor im Unklaren sind. Und das
obwohl eine aktuelle Studie der Grazer Universität aufzeige, dass
aus der Zahl der 2010 bei der Biene Österreich registrierten
Imkerein (24.551), sich laut Studie die Anzahl der Betriebe, die
mehr als 30 Prozent ihrer Völker verloren haben, schätzen lässt.
"Damit wäre nach dem geltenden Bienenseuchengesetz die Schwelle
der meldepflichtige Verluste überschritten und ministerliches
Handeln erforderlich", so der Umweltsprecher.

Für Schultes ist dieser Mangel an Informationen einerseits, und
das simple Erklärungsmuster mit Nebenwirkungen der Bekämpfung des
Maiswurzelbohrers als Ursache für das Bienensterben andererseits,
billig, spekulativ und die derzeitige Diskussion
pseudowissenschaftlich. "Diese Lücken schaffen den Nährboden für
die Profilierungskampagne einer NGO die erstens der Landwirtschaft
schadet und zweitens den Bienen nicht hilft. Die Bienen sterben
weiter, die Imker werden im Stich gelassen und darüber hinaus
werden nun auch die wertvollen Produkte der Bienen medial in
Misskredit gebracht", erklärt Schultes.

Bundesminister Stöger muss nun endlich handeln

Für Schultes steht fest, dass dieses drängende Problem gelöst
werden muss und der zuständige Minister sich seiner Verantwortung
nicht entziehen darf. Im Sinne der Imker müssen Ursachen und
richtige Bekämpfung der Varroa-Milbe und aller anderen, auch neuen
Bienenseuchen, erforscht werden. Die nötigen finanziellen Mittel
sind dafür bereitzustellen und die vielen Bemühungen kompetenter
Imker wissenschaftlich auszuwerten. "Wenn der Gesundheitsminister
beklagt, dass ihm das bestehende Gesetz zu wenig Handhabe zur
wirksamen Seuchenbekämpfung gibt, so wird er eben sagen müssen, wie
er es denn gerne hätte", so Schultes, der abschließend festhält:
"Die Imker haben ein Recht darauf und Honig aus Österreich als
wertvolles Gut muss geschützt werden."

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien,
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

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